Freitag, 12. Oktober 2012

Die Hausfrauenlüge





Das Weib gehört in die Küche, zu den Kindern und Freiheit erfährt sie im Gang zur Kirche. Auch heute noch wollen uns Menschen (Männer, wie Frauen) erzählen, der natürliche Platz der Frau sei der Herd. Da die Frau die Kinder zur Welt bringt, ist es nur logisch, das ihr Platz Daheim beim Nachwuchs ist. Und wenn sie schon einmal dort ist, dann kann sie auch die Hausarbeit, das Kochen und was sonst noch anfällt, erledigen.
Daran ist nur leider gar nichts logisch. Noch viel Schlimmer als das, es wird das Hausfrauen- und Mutter-Sein durch Lügen, die jeder kennt, aber keiner sieht, den Menschen schmackhaft gemacht.
Man braucht sich die Frau doch nur einmal ansehen, dann wird einem sofort klar, dieses kleine, schwache Wesen gehört an den Herd. Durch seine Größe und Kraft zeichnet sich der Mann aus und es ist nicht zu weit hergeholt, zu behaupten, man erkennt immer noch den Jäger in ihm.
Da der Mann also stärker ist, verlässt er das Haus, um für die Frau und den Nachwuchs zu sorgen. Der Frau obliegen derzeit die leichteren Aufgaben, das Heim pflegen und die Kinder hüten.
Zudem war es schon immer so, dass die Frau Hausfrau war.
Alles nicht wahr.
Ich gehe an dieser Stelle nicht auf die körperlichen Unterschiede ein, weil ich mich auf das Thema Hausfrau konzentrieren möchte. Nur so viel, Ausnahmen bestätigen nicht immer die Regel. Manchmal sollte man über sie nachdenken.
Ich möchte nicht den Job einer Hausfrau machen, nicht einmal heute, wo es wirklich viele Hilfsmittel gibt.
Als Hausfrau mit Kindern hat man weder geregelte Arbeitszeiten, noch bekommt man einen Lohn und keiner Gewerkschaft kann mein beitreten, die sich im Notfall hinter einem stellt.
Keine Absicherung, keine Rente. Natürlich, man bekommt einen kleinen Obolus für jedes Kind, das war es aber auch.
Nichts ist leicht an der Hausarbeit und es war nie etwas leicht an ihr. Aber wer weiß das schon, die Geschichte wird von Männern und Reichen geschrieben. Wen interessiert die einfache Arbeiterin, die 10 Stunden gearbeitet hat, nach Hause kam, den Haushalt erledigte und für die Mahlzeiten sorgte. Sie galt nicht als Arbeiterin, sondern als Hausfrau und Mutter. Obwohl sie mehr arbeitete, war es doch der Mann, der seine Füße hochlegen durfte, war es nur seine Arbeit, die als solche anerkannt wurde.
Hausfrau ist nur ein Begriff, ein schönreden der Tatsachen. Kinder wollten ernährt, Rechnungen bezahlt werden. Die wenigsten Frauen konnten es sich leisten Daheim zubleiben. Wer leben wollte, musste arbeiten. Und doch blieb die Frau nur Hausfrau, in den Köpfen der Anderen.
Gehen wir in der Zeit noch weiter zurück. Ein Stück Land, eine kleine Hütte. Arbeitete der Mann ganz alleine auf dem Feld?
Nein, die Frau war immer an seiner Seite. Felder wollten bestellt und abgeerntet werden. Diese “Bauern“ mussten ihren Zehnt leisten und sehen, dass sie für sich noch genug hatten. Für sie gab es keine Arbeiter, keine Aushilfen. Mann, Frau und Kinder, alle arbeiteten. Dumm nur, dass die Frau ja eigentlich fürs Heim zuständig ist. Feldarbeit, kochen, putzen, zwischendurch Mal ein Kind kriegen.
Nichts, aber auch gar nichts ist natürlich an der Ausbeutung der Frau gewesen.
Warum tun sich Frauen das heute noch an?
Warum werden sie Hausfrauen?
Haben sie keine Angst, irgendwann ohne alles dazustehen?
Rein finanziell betrachtet begibt man sich in ein Feld der Angst. Beziehungen können auseinandergehen. Und dann? Wenn der Versorger wegfällt, oder seine Arbeit, dann hat die Frau nichts eigenes.
Ganz zu schweigen vom Alter. Heute betrifft Altersarmut hauptsächlich Frauen. Frauen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, ob im, oder außerhalb des Hauses.
Ich bin Stolz auf das, was meine Mutter geleistet hat, doch es macht mich wütend, dass sie für all ihre Arbeit keine Anerkennung erfährt. Sie ist nur eine Hausfrau gewesen, eine der Vielen, die doppelt und dreifach belastete waren und es schweigend ertragen haben, da es ja die natürliche Aufgabe der Frau ist.

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