Samstag, 12. Oktober 2013

Liebe und Hass

Herzbild mit Schmetterling


Zu hassen ist nicht die feine englische Art, was ein Grund dafür sein könnte, dass so viele Menschen ihren Hass hinter Religionen, Staatsformen oder der guten alten Sitte verstecken. Eigentlich verstecken sie den Hass nicht dahinter, sie versuchen ihn zu rechtfertigen, zu legalisieren.
Ist es nur das moralische Ansehen, das sie dazu veranlasst, oder ist es leichter, andere Menschen mit seinen eigenen negativen Gefühlen zu infizieren, wenn man im Namen einer größeren Autorität handelt? Oder kann man so nicht einfach nur seine Machtgier besser befriedigen?

In meiner Jugend war ich davon überzeugt, dass echter Hass nur da gedeihen kann, wo es zuvor Liebe gab. Natürlich kann man auch Fremde hassen, wenn sie einem Leid zugefügt haben. Ich denke immer noch, dass Liebe und Hass sehr viel miteinander zu tun haben, sehe die Liebe aber nicht mehr als ehemaliges Basisgefühl. Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, ob man einfach so aus dem Nichts heraus hassen kann. Steht man wirklich morgens auf und denkt sich: “Ach ab heute hasse ich alle Schweden.“?

Gerne wird das Argument missbraucht, dass es so in der Bibel/dem Koran/oder anderen heiligen Schriften steht. Wenn Hass etwas Schlechtes ist, wovon wir ausgehen können, wenn wir die Liebe als etwas Reines und Gutes akzeptieren, und der Teufel für das Böse steht, gehört der Hass dann nicht zum Teufel?
Gott steht für das Gegenteil des Teufels, also für das Gute, was die Liebe wäre. Wie kann man dann in Gottes Namen Hass predigen?
Das klingt jetzt etwas kitschig, aber mich macht so viel Hass traurig.
Man kann mal wütend werden, man kann sich ärgern, man kann auch mal ungerecht sein, aber zu hassen, nur weil jemand meinen Vorstellungen nicht entspricht, das ist inakzeptabel.

Bewegt man sich die ganze Zeit in diesem negativen Gefühl, verschließt man sich für die schönen Dinge im Leben. Wer schon mal gehasst hat, der weiß, was für ein aufreibendes Gefühl das ist. Es macht einen unruhig, schleicht sich immer wieder durch die Gedanken und es kostet so unglaublich viel Energie.
Da mag ich das Gefühl der Liebe mehr. Die Liebe beduselt einen, Lachen fällt leichter, morgens aufstehen ebenso, sie gibt einem Energie und Gelassenheit (ich spreche davon, wenn sie da ist und nicht überschattet wird von anderen Dingen).
Ich bin kein Guru, keine Heilige und auch kein Supermensch, was bedeutet, dass ich nicht jeden lieben kann. Das muss auch nicht sein, aber wir können versuchen uns mit Respekt zu begegnen und unsere Gefühle zu hinterfragen.

Ich wünsche allen einen respektvollen Tag,

Angela

Vielleicht würde es helfen, wenn man überall niedliche Katzen-Bilder aufhängt. Wer kann denn noch bei so viel OHHHHHH hassen?

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