Mittwoch, 23. Oktober 2013

Phantasie




Phantasie.
Tagträume.
Gefühle, die sich in Bilder verwandeln.

Meine Jugend war so Semi-Okay, was mir oft geholfen hat, waren meine Tagträumereien, die Möglichkeit in andere Welten abzutauchen.
Ab meinem 9. Lebensjahr wohnten wir auf dem Dorf. Castrop nennt sich zwar Stadt, doch es ist ein Dorf, vor allem von dem zwischenmenschlichen Miteinander.
Wenn ich ins Stadtzentrum gelaufen bin (20-30 Minuten), habe ich mir immer Geschichten ausgedacht. So wurde mir nicht langweilig und ich konnte meine Angst kontrollieren. Es hatte nämlich ziemlich unlustige Vorfälle gegeben, die mich dazu nötigten die Beine in die Hände zu nehmen.

Wann immer mir alles zu viel, ich von zu stärken Gefühlen beseelt wurde, flüchtete ich fast von selbst in eine andere Welt. Es entstanden Personen, Wesen, Geschichten und Möglichkeiten meinen Gefühlen etwas von ihrer Intensität zu nehmen.
Ich konnte mich in Bücher oder Filme versenken, vergaß alles um mich herum. Ich konnte spüren, was ich in meinen Gedanken sah. Ich wurde Teil dieser Welten.

Ist es ein gutes Zeichen, dass ich das nicht mehr so einfach vollführen kann? Liegt es daran, dass ich älter geworden bin?
Ich bin von einem Teil zu einem Beobachter geworden.
Ich vermisse die Leichtigkeit und die Intensität dieser Möglichkeit, allerdings ohne den Fluchtcharakter. Ich möchte nicht vor etwas flüchten müssen. Es ist der Reiz, sich vollkommen in die Phantasien zu begeben, der Sehnsucht in mir erweckt. Das Entscheiden ist, es freiwillig und ohne Zwang zu tun, ohne Notwendigkeit.


Ich wünsche allen einen träumerischen Tag,

Angela Gäde

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