Mittwoch, 16. Oktober 2013

Skypen, googlen, liken, blogen



„Wenn wir den Post auf dem Blog veröffentlicht haben, dann können wir den Link twittern, bei Facebook reinstellen, sowie +1 geben, damit er bei g+ gelistet wird.“
Heute verstehen die meisten Leute, was ich mit dem Satz sagen will. Liken, googlen, Instagram, Tumblr, YouTuber, mailen, skypen. Vor 20 Jahren hätte das niemand verstanden.
„Verbrennt die Hexe, sie spricht in fremden Zungen, oder ruft zumindest die Männer mit der weißen Jacke.“

Es ist verrückt, wie schnell neue Begriffe in eine Sprache aufgenommen und assimiliert werden.
Menschen, die Videos auf YouTube hochladen, sind keine Menschen, die Videos auf YouTube hochladen, sie sind YouTuber (ich glaube, man wird aber erst ab einer bestimmten Anzahl an Abonnenten so genannt). Mein Vater ist 78 und emailt. Früher gab es Emailletöpfe, mit denen konnte man allerdings keine Briefe verschicken, höchstens verkochen.
Ich hoffe immer, dass bald getwittert wird, wann die neue Staffel von Sherlock läuft. Als Kind, wenn ich schlecht geträumt hatte, horchte ich hoffend auf die ersten Zwitscherlaute der Vögel, die den Sonnenaufgang verkündeten.
Die Post war früher noch gelb und staatlich, heute ist der Post ein (hoffentlich nicht allzu langweiliger) Bericht, ein Artikel oder einfache eine Reihe Gedanken, die sich im Internet finden lassen.
Für Referate sind wir in die Bibliothek gegangen, haben uns Bücher ausgeliehen, sie nach Hause geschleppt und durchgearbeitet, heute macht man den Computer an und schaut bei Wiki (den es damals nur als kleinen Jungen in einer Trickfilmserie gab) rein.
Hat man keine Antwort, googlet man es schnell mal. Vor 20 Jahren hat man einfach so getan, als wüsste man es oder musste seine Unwissenheit ehrenhaft eingestehen.
„Ich habe zwei neue Abonnenten.“ „Wie? Verkaufst du jetzt Zeitungen?“
Abos gab es vor 20 Jahren nur für Zeitungen, nicht für den persönlichen Gebrauch.

Schöne neue Welt, die einen manchmal erschlagen kann, oft bietet sie gute und schnelle Methoden zur Kommunikation mit nahen und fernen Menschen. Ob man es gut findet, misstrauisch ist oder es komplett ablehnt, es ist in jeden Fall irgendwie verrückt.

Ich wünsche einen kommunikativen Tag,

Angela Gäde

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