Montag, 9. Dezember 2013

Weihnachten kann wunderbar sein. Weihnachten kann aber auch ganz schrecklich deprimierend sein.




Weihnachten!

Weihnachten kann wunderbar sein. Es duftet nach Zimt, Orangen und Tannen. Die frühe Dunkelheit wird durchbrochen von zahllosen Lichtern, die so unglaublich warm und faszinierend sein können. Kerzenlicht schafft eine Atmosphäre von anheimelnder Gemütlichkeit.
Weihnachten kann wunderbar sein!

Weihnachten kann aber auch ganz schrecklich deprimierend sein.
Manche Menschen sind alleine und genießen das kein bisschen. Manche Familien sind zerstritten und was eignet sich besser, als ein Familienessen, um diesen Streit noch zu vertiefen.
Manche Menschen würden ihren Liebsten gerne jeden Wunsch erfüllen (jeden käuflichen) nur leider ist das Geld dafür nicht da.
Es gibt viele Gründe, warum Weihnachten furchtbar sein kann. Diese Seite von Weihnachten gibt es auch.

Für mich ist Weihnachten sehr schwierig. Was ich mir wünsche, sind warme, herzliche, fröhliche Weihnachten. Ich will es kitschig und leuchtend haben und mich einfach wohlfühlen.
Die Realität ist aber leider, dass mich Weihnachten nervös macht.
Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich offen darüber sprechen soll, und bin zu dem Entschluss gekommen, ich werde.
Seit meinem 19. Lebensjahr gibt es in meinem Leben die Angst. Die gab es auch schon zuvor und sie existiert nicht nur in meinem Leben. Jeder kennt Angst. Bei mir ist die Angst allerdings ein bisschen dominanter als bei den meisten. Ich habe Panikattacken und Angstanfälle.
Was hat das jetzt mit Weihnachten zu tun?

Ich kann nicht entspannt den Feiertagen entgegen blicken, weil immer wieder eine Frage in meinem Kopf auftaucht; Wie soll ich das schaffen?
Was, wenn die Eltern da sind, die Familie und dann die Angst kommt?
Was, wenn ich eine Panikattacke bekomme?

Ich spucke keine Erbsensuppe, mein Kopf dreht sich nicht nach hinten und ich spreche nicht in fremden Zungen bei einer Panikattacke. Mein Herzschlag erhöht sich (als sei ich ein ziemlich gutes Stück gerannt), ich bekomme das Gefühl keine Luft zu kriegen, meine Muskeln verkrampfen sich.
Wenn man Angst bekommt, reagiert der Körper, indem er einen zum Kampf oder zur Flucht bereit macht (manch einer denkt sich jetzt vielleicht, kenne ich, an Weihnachten verspüre ich auch immer den Drang, zu flüchten).

Gerade beim Weihnachtsessen möchte man sich so eigentlich nicht fühlen. Eigentlich möchte man es genießen.
Der Gedanke und die Angst vor der Angst machen mich Wochen vorher schon nervös. Ich spüre, wie der Druck steigt. Druck wiederum erzeugt Angst, die Druck erzeugt … Ein Teufelskreis.

Warum erzähle ich euch das?
Weil ich denke, dass ich mit diesen Gefühlen und Erfahrungen nicht alleine bin. Nicht jeder hat Angst- oder Panikattacken, aber vielleicht kennen einige das Gefühl der Anspannung und Nervosität vor Weihnachten.
Man möchte, dass sich alle wohlfühlen, es ihnen schmeckt und sie Freunde haben. Aber egal was man macht, egal, wie perfekt man versucht zu sein, der eine findet die Geschenke doof, dem anderen schmeckt es aus Prinzip nicht und der Dritte nörgelt einfach an allem rum.
Ausgerechnet auf diesen Personen liegt unsere Aufmerksamkeit, was dazu führt, dass man sich aufreibt, selber keine Freude hat und nach den Feiertagen erst einmal Urlaub und Magentabletten braucht.
Ich verrate euch jetzt ein Geheimnis, egal, was und wie perfekt ihr es tut, diese Personen werden nie zufrieden sein.

Ob ihr nun Panikattacken habt oder euch Stress macht ohne Angst, lasst euch nicht die Freude nehmen, die ihr empfinden möchtet. Das ist nicht leicht, es ist sogar recht schwierig, aber es kann einem gelingen.
Ich liebe Adventskalender. Ich verschenke sie, ich habe selbst welche und wenn ich das Türchen aufmache, tue ich es bewusst und freue mich. Ich genieße den Moment, auch wenn er nur kurz ist.
Ich liebe es zu Weihnachten kitschig, bunt und mit Lichtern, also mache ich es kitschig, bunt und mit Lichtern, auch wenn andere das nicht schön finden.
Das verjagt nicht meine Panikattacken, vielleicht bekomme ich sogar eine beim Dekorieren, aber wenn sie weg ist, dann kann ich die Lichter betrachten und mich freuen.

Egal, ob ihr Weihnachten schwierig findet oder nicht, versucht euch Momente der Freude zu schaffen.
Macht Euch eine Freude!

Ich wünsche allen vorweihnachtliche Freude.

Angela

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen