Freitag, 3. Januar 2014

Miese Tage




Die letzten Tage waren nicht wirklich toll. Alle ekeloiden Gedanken und Gefühle, die sich schon zur Weihnachtszeit bemerkbar gemacht hatten, sind hervorgekommen und haben mich mindestens drei Päckchen Taschentücher gekostet.
Egal, was man bis jetzt erreicht hat, irgendwann schleicht sich wieder diese kleine Stimme ein, die stets zur rechten Zeit flüstert (oder schreit), es habe doch keinen Sinn, die Angst wird man nie los und überhaupt ist man ein ziemlicher Versager.
Ich schreibe das so locker weg, doch locker sind solche Zeiten ganz und gar nicht. Alles wird zu einem grauen Brei, die Freude, die Motivation, die Hoffnung und das Selbstbewusstsein verflüchtigen sich. Man bleibt mit einem Gefühl der Leere, Traurigkeit, Wut und Hoffnungslosigkeit zurück.

Diese Stimme (ich nenne sie Stimme, man könnte auch sagen die Gedanken, die Bilder, die Gefühle oder Harald) saugt einem die Energie aus, man kann ihr nichts entgegensetzten, es fehlt die Kraft.
In diesen Momenten, Zeiten, Phasen kann man gut Hilfe von außen gebrauchen. Freunde, Partner, Familie, Therapeut, jemanden, der bereit ist, zuzuhören, die Tränen auszuhalten und sich der Stimme zu stellen.
Ich habe diese ekeloiden Gedanken und Gefühle rausgeschluchzt, rausgeredet und rausgeknurrt. Man kann sie auch rausschreiben, -schreien oder –tanzen.
Wichtig ist sie rauszulassen.
Es wird ihnen den Wind aus den Segeln nehmen, allerdings wird es nicht schön und nicht leicht. Ich hatte das Gefühl, alle Hoffnung sei weg, trotzdem war da eine kleine, leise Stimme, die gesagt hat, du musst dich stellen. Hör zu, lass die Tränen fließen, lass es raus. Halte es durch, lauf nicht weg, sondern bleib.
Alles doof, alles grau, alles dumpf, nur das winzige Gefühl, da durch zu müssen.
Aber wie gesagt, wichtig war/ist sie rauszulassen. Die Gedanken und Gefühle in seinen Kopf, seiner Seele einzuschließen, gibt ihnen nur noch mehr Kraft.

Ich denke, sie wollen gehört werden, wollen aussprechen, was uns belastet, uns zeigen, wie schlecht wir von uns selbst denken oder mit uns umgehen.
Das Schwierige daran ist, zuzuhören, den Gedanken und Gefühlen allerdings nicht zu glauben und ihnen zu widersprechen.
Die Stimme sagt dir, dass du immer alles falsch machst, deswegen bist du auch noch kein bisschen weiter beim Loswerden der Angst.
Dieses Gefühl lebt in dir. Es gibt immer wieder Situationen, die dir vermeintlich zeigen, dass du wirklich alles falsch machst. Dieses ekeloide Gefühl belastet dich, mal mehr, mal weniger, aber es ist immer da.

Ja es stimmt, ich habe das Gefühl immer alles falsch zu machen.

Du hast der Stimme zugehört, du hast das Gefühl herausgelassen, doch jetzt wird es noch viel schwieriger.

Aber ich mache nicht alles falsch. Ich mache Fehler. Ich bin ein Mensch und Menschen machen Fehler, daran ist nichts Ungewöhnliches. Fehler sind ein Bestandteil des Lernens.

Wenn wir bei einem Diktat einen Fehler machen, liegt es womöglich daran, dass wir die Rechtsschreibregel noch nicht verstanden haben. Der Fehler zeigt uns, dass wir sie noch einmal durchlesen/lernen müssen.
Entspricht es denn wirklich der Realität, dass du alles falsch machst, oder geben dir vielleicht manche Leute aus Prinzip das Gefühl, es nicht richtig machen zu können, egal, was du machst?
Hast du es wirklich falsch gemacht oder bist du nur verunsichert?
Hast du dir die Schuhe heute Morgen richtig herum angezogen?
Hast du dir mit der Zahnbürste die Zähne und nicht die Zehen geputzt?
Hast du den Kaffee in eine Tasse und nicht in den Toaster geschüttet?
Herzlichen Glückwunsch, das bedeutet, du hast heute schon mindestens drei Dinge richtig gemacht.

Ich fühle mich heute besser. Es fühlt sich an, als hätte ich einen Teil dieser ekeloiden Gedanken und Gefühle rausgeschwemmt. Heute habe ich wieder Mut und Kraft, ich weiß, dass ich mein Wohlbefinden finden werde. Die Motivation zu arbeiten, Dinge auszuprobieren und neue Projekte zu beginnen und durchzuführen ist wieder da.
Ohne meinen Partner und meine beste Freundin würde ich heute wahrscheinlich immer noch heulen.
Es ist eigentlich unglaublich simpel (und doch so kompliziert) mit was sie mir geholfen haben.
Wir sind für dich da.
Du bist nicht allein.
Wir lieben dich, ohne wenn, aber, trotz, obwohl.
Schieb uns nicht weg!

Manchmal glaubt man, allein zu sein. Man zieht sich aus Scham, Zweifel und dem Wunsch, andere nicht zu belasten mit der Angst zurück. Man lässt keinen wirklich an sich ran, was einem das Gefühl von Einsamkeit gibt, was die Angst stärkt.
Es gibt viele, die nicht verstehen, was Angst ist (obwohl jeder Angst kennt) und man wird auch auf Ablehnung stoßen, wenn man offen zu sich und der Angst steht. Allerdings wird es auch die Person oder Personen geben, die bleiben und einem die Hand entgegenstrecken. Es ist an einem selbst, sie zu ergreifen.

Vielleicht liest das gerade jemand, der auch einen miesen Tag voller ekeloider Gedanken und Gefühle hat, dem möchte ich sagen: Du wirst da rauskommen!
Du wirst mir gerade nicht glauben können, du wirst sagen, was weiß die schon.
Das ist okay, trotzdem wirst du da wieder rauskommen.

Ich wünsche allen einen richtig guten Tag.

Angela

P.S: Frohes Neues Jahr



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