Mittwoch, 22. Januar 2014

Traurigkeit




Wenn man jemanden verliert, den man geliebt hat, brennt sich dieser Tag in die Seele ein?
Ich spreche nicht von der Erinnerung, sondern von dem Datum, den Tag als Solches.
Egal, wie beschäftigt man ist, wenn sich dieser besagte Tag nähert, wächst die Menge an Schokolade, die man isst, wird der Schlaf unruhiger, fließen die Tränen schneller, ist der Magen empfindlicher.
Alles nur Zufall?
Ich glaube nicht. Unser Unterbewusstsein kann sich ziemlich gut Details merken, ohne dass wir bewusst etwas dafür tun müssen.

Aber warum will unser Unterbewusstsein uns auf den unterschiedlichsten Wegen auf diese Tage aufmerksam machen?
Weil wir die Erlebnisse noch nicht verarbeitet haben?
Vielleicht.
Weil wir den Schmerz nicht vergessen können?
Vielleicht.
Weil wir nicht vergessen sollen?
Vielleicht.

Der Ursprung kann vielfältig sein, wie man damit umgeht auch.
Lässt man die Traurigkeit zu oder versucht man sie zu verdrängen, aus Angst wieder im Schmerz zu versinken?

Ich bin dafür die Schokolade zu essen, auch wenn die Hochglanzmagazine jetzt schon jede Menge Diät-Tipps verteilen.
Ich bin aber auch dafür, dass man dem geliebten Wesen seine Gedanken widmet, seine Aufmerksamkeit. Ein liebevoller Gedanke, eine Anekdote, die man jemanden erzählt, ein Strauß Blumen, ein Brief.
Der Schmerz der Sehnsucht nach denen, die nicht mehr hier sind, wird nie weggehen. Wie auch, wir haben jemanden verloren, den wir lieben.
Aber der Schmerz wird sich wandeln, wird einen irgendwann nicht mehr die Luft zum Atmen rauben. Wir werden uns erinnern und nicht mehr weinen, dann wird das Lächeln zurückkehren und nach einiger Zeit überwiegt das Gefühl der Liebe, die Traurigkeit wird zu einem Blick der Sehnsucht.

Es gibt Menschen, die sich vollkommen in die Traurigkeit begeben können, sie heraufbeschwören mit Musik, Filmen, Fotos. Manche Menschen brauchen das. Sie tauchen in die Traurigkeit ab und kommen ohne Probleme wieder aus ihr hervor.
Manche Menschen können das nicht, sie brauchen eine Rettungsleine. Die Traurigkeit kann schnell von einem Bächlein zu einem reißenden Fluss werden.
Redet mit jemanden. Kauft mit jemand zusammen einen Strauß Blumen. Lasst euch im Arm nehmen.
Ich weiß, dass das nicht einfach ist, aber es hilft.

Ich wünsche Euch allen einen hilfreichen Tag.

Angela



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