Sonntag, 9. Februar 2014

Facebook ist genial

Ich habe letztens einen Bericht über das Facebook-Hauptquatier gesehen und war mehr als begeistert. Essen (in einer großen Auswahl von Hamburger bis Vegan), Trinken, Kaffee, Eis, Räder, Ersatzteile für den Computer, Fitnessraum-Benutzung, Massagen, Videospiele, alles kostenlos für die Mitarbeiter. Keiner muss an einem bestimmten Schreibtisch sitzen und arbeiten, jeder kann sich frei bewegen und sich seine Arbeit einteilen. Anstatt im Büro ein Meeting abzuhalten trifft man sich im Eiscafé und genießt die Sonne, während man wichtige Informationen austauscht.
Ich bin sehr beeindruckt vom Aufbau dieser Arbeitsstadt. Facebook ist nicht der Erfinder dieser Arbeitsatmosphäre und auch nicht die einzige Firma, die dieses Konzept umgesetzt hat. Trotzdem war es sehr beeindruckend das zu sehen.

Was genau mich so beeindruckt hat, ist nicht das lecker Eis, sondern die Genialität, die dahinter steht. Aber anfangen will ich mit etwas anderem. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele denken oder es auch laut und mürrisch äußern, so etwas ist keine Arbeit. Wie soll denn da was zustande kommen, wenn die alle nur durch die Gegend radeln und Eis essen und mit ihren Handys spielen. Arbeit ist nur dann Arbeit, wenn sie keinen Spaß macht, anstrengen ist und man sich nach einigen Jahren den Rücken kaputt gebuckelt hat.
Auch das ist Arbeit und keine besonders schöne. Arbeit muss aber nicht so sein, sie kann auch Spaß machen und einem Kraft geben, anstatt zu nehmen. Leider hat nicht jeder das Glück, solch einer Arbeit nachzugehen. Manch einer möchte es vielleicht auch gar nicht.

Vorteil einer 8 Stunden Arbeit, sie ist nach 8 Stunden rum, außer es kommen Überstunden dazu. Es bedeutet aber, die Arbeit ist vorbei, wenn man die Arbeitsstelle verlässt. Die Freizeit ist frei von der Arbeit, zu der man hinfährt.

Bei Berufen, die von diesem Verständnis abweichen, sieht das etwas anders aus. Als Schriftsteller hört die Arbeit nie auf, du bist immer mit etwas beschäftigt, hast überall Notizbücher und Stifte verteilt, falls dich plötzlich eine Idee befällt.

Kommen wir zu der Genialität von Facebook. Durch die Gestaltung des Geländes und die Freiheiten, die die Mitarbeiter haben, fühlen sie sich wohl, sie arbeiten überall und zu jeder Zeit und vergessen dabei die Zeit. Sie arbeiten nicht einfach nur für Facebook, sie leben Facebook. Was die Produktivität steigert, zu weniger Ausfällen und einer höheren Loyalität führt. Das ist genial.

Ist alles Gold, was glänzt? Oft nicht, aber wollen wir es hoffen. Es besteht immer die Gefahr der Manipulation, allerdings gibt es die auch bei einem Chef, der seinen Angestellten ständig mit Kündigung droht. Bestochen durch Eis oder verängstigt durch Drohung?
Tatsache ist, fühlen wir uns bei dem wohl, was wir machen, geht es uns besser und wir sind auch besser, leistungsfähiger, zufriedener. Arbeit darf Spaß machen, sie ist trotzdem Arbeit und wichtig.
Ich will aber noch auf etwas anderes hinaus.

Wäre es nicht entspannend, wenn wir beginnen würden, die Wertigkeit von Berufen anzuerkennen?
Ohne den Dachdecker würde ich ziemlich schnell wie ein begossener Pudel aussehen, denn ein Dach decken kann ich nicht. Der Dachdecker freut sich darauf, am Abend bei Facebook zu schauen, was seine Schwester, die in Australien lebt, so gemacht hat.
Ist das Dach wichtiger als das Foto der Schwester? Die einen werden ja sagen, die anderen werden nein sagen. Es ist beides wichtig. Im Warmen zu sitzen ist genauso ein Grundbedürfnis, wie den Kontakt herstellen zu wollen, zu Menschen, die wir lieben.

Ich wünsche allen einen arbeitsfreudigen Tag.

Angela Gäde

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