Mittwoch, 26. Februar 2014

Geschwister, Brüder, Familie oder der alltägliche Kindheits-Geschwister-Wahnsinn


Mein Bruder aus Amerika war in Deutschland. Leider nur für 10 Tage, aber es war trotzdem echt schön.
An einem Abend war mein dritt ältester Bruder da und so kam man unwillkürlich auf die vergangene Zeit.

Ich habe jetzt mal nicht "gute alte" Zeit geschrieben, da sie ... Sie war halt, wie sie war.
Wir haben nämlich festgestellt, dass meine Brüder echt nicht nett zu mir gewesen sind.
Teddybär aufgeschlitzt, weil er an einer akkuten Wollvergiftung litt. Barbies gehängt, weil ich genervt habe. Mir jede Menge Zeugs erzählt, was ich geglaubt habe und mich dazu brachte, Dinge zu essen, die man eigentlich nicht freiwillig ißt.
Ich wurde angeschrieen, auf einen Schrank gesetzt und als Nervensäge, Heulsuse und Klette beschimpft.

Da ich das so negativ nicht stehen lassen wollte (ja, ich bin ein netter Mensch), habe ich dazu aufgefordert nach schönen Erinnerungen zu suchen.
Ich habe auch eine Erinnerung gefunden (nach endlosem Nachdenken).
Auf der Geburtstagsfeier meiner jüngsten Brüder (sie sind 11 und 14 Jahre älter als ich) haben sie mit mir Ball gespielt. Ich war der Ball und wurde immer von einem zum anderen geworfen. Klingt auch wieder nicht ganz so nett, aber ich hatte Spaß. Mehr als das, ich habe mich richtig gefreut. Sie haben mit mir gespielt und cool war es auch, so durch die Gegend zu fliegen.

Eines ist mir bewusst geworden, ich war verdammt genügsam. Wenn meine Brüder mit mir gesprochen haben, ich bei ihnen sitzen durfte, dann war ich das glücklichste Kind der Welt. Es ist nicht ganz einfach, wenn man die Jüngste ist, vor allem, wenn so viele Jahre zwischen einem liegen. Es ist wie mit dem Umziehen, dem Schulwechsel, wenn die Schule schon angefangen hat. Man kommt in eine Umgebung, in der alle schon ihren Platz haben und ihre Freunde oder Verbündeten.
Da waren die zwei ältetsten Brüder, die bereits ihr eigenes Leben führten und nur zu den Feiertagen auftauchten. Die nächsten beiden Brüder verbindet etwas, was nichts mit Familie zu tun hat.
Ta Taaa. Ich.
Alle hatten ihren Platz, ihre Zusammengehörigkeit zu jemanden.
Ich glaube, dass ich deswegen so unglaublich dankbar für jedes kleine Bisschen Aufmerksamkeit war, denn dann fühlte es sich an, als sei ich ein Teil der Gruppe.


Angela Gaede mit 4 Jahren
Das passiert, wenn man sich mit 4 Jahren
selber die Kleidung aussuchen darf.


Ich wünsche Euch einen guten jungen Mittwoch,

Angela


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