Samstag, 5. April 2014

3. Tipps zum Schreiben: Die Überarbeitung


Steht die Geschichte, ist alles abgetippt und fertig, dann kommt die Überarbeitung. Richtig muss es heißen “die Überarbeitungen“. Eine Überarbeitung reicht bei Weitem nicht aus.

Hat man seinen Roman/seine Geschichte beendet, legt man eine Pause ein. Ein bisschen Abstand ist nötig, damit man das Geschriebene objektiver betrachten kann.


1. Überarbeitung

- 3- 4 Wochen warten.
- Durchlesen und grobe Fehler berichtigen.
- Folgende Punkte beachten;
-- Enthält die Geschichte einen Spannungsbogen?
-- Ist die Geschichte logisch, in sich schlüssig?
-- Sind die Figuren lebendig?
-- Gibt es Unklarheiten oder Fehler (in der ersten Hälfte hat der Protagonist braune Haare, in der zweiten Hälfte hat er blonde Haare, ohne ersichtlichen Grund)?
-- Gefällt mir, was ich lese, ist die Geschichte rund?

-- Lassen sich die Sätze gut lesen, oder stolpere ich über komplizierte Satzstellungen, Wiederholungen, Füllwörter (ganz, viel, schon, einfach, kurz, ein bisschen, usw.)

Rund ist ein Satz, eine Szene, eine Geschichte immer dann, wenn man es fühlt. Ja, das ist eine Gefühlssache. Ist es stimmig, ist es rund.
Für diese Überarbeitung sollte man sich Zeit nehmen, denn das ist die Überarbeitung der Fragen.


Fragen

- Ist die Geschichte spannend?
- Macht die Geschichte Sinn?
- Verliert der Leser den Faden?
- Lässt sie sich gut lesen?
- Steckt genug Leben in der Geschichte, den Figuren?



Ist diese Überarbeitung abgeschlossen, sollte man den Roman an Testleser weitergeben. Ein Testleser sollte gern lesen, ehrlich sein, und es wäre von Vorteil, wenn er auch Rechtschreib- und Grammatikfehler erkennt.
Findet sich kein Testleser in der näheren Umgebung, kann man auch auf Autoren- und Schreibwebsites nachfragen.


Testleser

- Er sollte Anmerkungen machen.
- Fehler markieren, die ins Auge stehen.
- Seine Meinung wahrhaftig äußern und begründen.


Ein Testleser, der nur freundlich sein will, nutzt weder dem Buch noch dem Autor, schließlich muss die Qualität des Buchs stimmen und Platz für Entwicklung ist auch immer.
Ist die Geschichte mit den Anmerkungen des Testlesers wieder da, folgt die 2. Überarbeitung.


2. Überarbeitung

- Durchlesen, Anmerkungen berücksichtigen und korrigieren.


Wenn man möchte, kann man zwischen der 2. und 3. Überarbeitung auch eine Pause einlegen, muss man aber nicht. Ich orientiere mich immer an meinen Augen und meiner Aufmerksamkeit. Wenn die Augen zu schwer sind, mache ich lieber 1-2 Tage eine Pause, bevor ich mich wieder an die Geschichte setze.


3. Überarbeitung
- Text durch ein Korrektur-Programm jagen.

- Text einen Lektorat und/oder Korrektorat zukommen lassen.

Persönliche Anmerkung
Mittlerweile gibt es viele Personen, die ihre Dienste als Lektor oder Korrektor anbieten, passt auf, denn leider gibt es überall Leute, die versuchen Geld zu machen, ohne die Nötige Kompetenz. Holt euch vorher immer mehrere Angebote ein, rechnet es gut durch und entscheidet dann. Vielleicht hört ihr euch in Schriftstellergruppen, auf Selfpublisher-Seiten um oder fragt, ob euch jemand ein Lektorat empfehlen kann.

Lektorat
Dort wird der Text nicht nur nach Grammatik- und Rechtschreibfehlern abgesucht, sondern auch nach allem, was unter 1. Überarbeitung steht.

Korrektorat
Hier wird ausschließlich nach Rechtschreib- und Grammatikfehlern gesucht.

An dieser Stelle sollte man nun wirklich noch einmal eine Pause einlegen, man braucht wieder etwas Abstand. Danach nimmt man die letzte Überarbeitung in Angriff.


4. Überarbeitung/Feinarbeit

- Nach Rechtschreib- und Grammatikfehlern Ausschau halten.
- Sind die Sätze okay? Nicht zu lang, nicht holprig?
- Abschnitte und Kapitel an der richtigen Stelle?
- Überschriften also solche markiert? Schriftart, Schriftgröße, Form (dazu kommen wir ausführlich im nächsten Teil der Serie) passen?
- Ist der Roman rund?


Viel Arbeit?
Ja. Doch auch das gehört zum Schreiben und zu einem guten Buch dazu. Zudem hat man, wenn man nicht nur für sich schreibt, den Lesern gegenüber eine Verpflichtung. Der Leser bezahlt Geld für das Buch und freut sich auf die Geschichte, demnach sollte man sein Bestes geben.


Ich wünsche Euch einen überarbeitungsfreien Tag.


Angela Gäde



1. Tipps zum Schreiben: Aufbau und Strucktur

2. Tipps zum Schreiben: Die Idee

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