Samstag, 17. Mai 2014

Falsche Darstellung in den Medien



Dass die Medien gerne mal etwas verdrehen, verschweigen oder aufbauschen wissen wir ja. Schnell wird ein kleiner Blähbauch zu einer Schwangerschaft, eine Umarmung zu einer Affäre und Schleichwerbung zu einem Skandal. All das ist nicht lustig, vor allem für die Leute, die es betrifft.
Als ich in den Nachrichten hörte, dass Oscar Pistorius in eine psychiatrische Klinik muss, da bei ihm eine Angststörung festgestellt wurde, die für sein Verhalten in der Tatnacht verantwortlich sein kann, dachte ich, ich höre nicht richtig.
Platt ausgedrückt, wegen der Angststörung hat er seine Verlobte erschossen, so wurde es in den Nachrichten dargestellt. Es war auch von Wahnvorstellungen die Rede und einigen anderen Symptomatiken.
Eine so undifferenzierte Darstellung ist unverantwortlich. Wahnvorstellungen gehören in die Kategorie Schizophrenie, Borderline Syndrom, nicht zu den Angststörungen. Wahnvorstellungen können auch von Medikamenten hervorgerufen werden. Spekulationen!

Für Menschen, die an einer psychischen Störung leiden, ist es schon schwer genug anderen verständlich zu machen, dass sie weder gefährlich, noch ansteckend, noch total verrückt sind. Ich habe einige Leute kennengelernt, die Depressionen, Angststörungen oder Burn Out haben/hatten, keiner von diesen Menschen war eine Gefahr für andere. Wenn überhaupt stellten sie eine Gefahr für sich selbst dar. Wird der Leidensdruck zu groß, schleicht sich bei einigen der Gedanke an Selbstmord ein.
Die meisten Menschen haben in einem Moment akuter Angst so viel damit zu tun, sich daran zu erinnern, wie man ruhig atmet, dass sie gar nicht in der Lage sind, jemand anderen anzugreifen.

Den Medien muss doch bewusst sein, welche Macht sie haben, da kann man eigentlich verlangen, dass auf die Wortwahl und die Darstellung ein bisschen besser geachtet wird.
Es werden Bilder von Menschen, Gruppen und Ereignissen gezeichnet, die sich bei vielen einfach ungefiltert ins Gedächtnis brennen. Ist es nicht z. B. merkwürdig, dass Türken zu 80 % immer nur auf eine Art und Weise dargestellt werden, die wenig schmeichelhaft für sie ist?
Der Pferdefleisch-Skandal ist ein gutes Beispiel. Es wurde in einem Döner-Imbiss eine homöopathische Dosis Pferdefleisch nachgewiesen, schon hieß es “Pferd im Döner“. Diese geringe Menge Pferdefleisch konnte aber auch daher kommen, dass der Döner mal neben einem Sauerbraten lag. Hat sich eigentlich jemand die Mühe gemacht und alle Curry Würste nach Pferdefleisch unersucht?

Das ist keine unabhängige Berichterstattung, das ist Meinungsmache. Was sehr gefährlich werden kann, denn es gibt genug Menschen, die solche Dinge einfach übernehmen, nicht bereit sind selber nachzudenken, vielleicht, weil solche Nachrichten hervorragend in ihr Weltbild passen.
Worte sind Macht, drum sollten wir sie mit Bedacht einsetzen.


Ich wünsche Euch ein richtig dargestelltes Wochenende.

Angela

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