Samstag, 31. Mai 2014

Gut und Böse

Kann jeder Mensch gut sein?
Oder ist gut sein nur etwas für Heilige und Bodhisattvas?
Stellen wir uns vor, es gibt da einen Menschen, der ständig an uns rumnörgelt. Dabei geht es uns nicht gut. Dieser Mensch ist allerdings einsam, vielleicht sogar mit uns verwandt und ganz so gut geht es Person auch nicht.
Sind wir nur dann gut, wenn wir das Nörgeln stumm ertragen?

Auch wenn es uns dabei schlecht geht, veruschen wir unser Bestes für diese Person zu geben.
Ist das Gut oder Dummheit?
Wenn wir nicht bereit sind, uns weiter schlecht zu fühlen und die Konsequenzen ziehen, also uns selbst schützen, tun wir dann etwas Gutes oder Böses?
Wir könnten uns z.B. ein wenig zurückziehen oder weniger für diesen Menschen tun. Damit fühlen wir uns besser, doch bedeutet das für den Menschen mehr Einsamkeit. Manche Dinge kann er selber vielleicht nicht machen, sie fallen weg, weil wir sie auch nicht mehr für ihn tun.
Gehören wir in dem Moment, in dem wir uns für uns entscheiden zu den Bösen oder zu den Guten?
Ist man nur gut, wenn man sich für andere aufopfert?

Indem man sagt, dass man nicht mehr kann und die Konsequenzen zieht, beschützt man sich. Aber zählt es als GUT, wenn man zu sich selbst gut ist? Oder wird man nur zu einem guten Menschen in Interaktion mit anderen?
Vielen fällt es schwer, diese Fragen zu beantworten. Es ist viel leichter zu anderen nett zu sein und etwas für sie zu tun, als zu uns selbst nett zu sein oder etwas für uns zu tun. Ich denke, dass es daran liegt, welche Vorstellung wir vom Guten mitbekommen haben. Helden, Heilige, gute Menschen opfern sich stets auf, vezichten und stellen sich hinten an.
Doch dieses Gute-Helden-Bild ist für die meisten nicht zu erreichen, denn es zerreißt einen. Ist es überhaupt erstrebenswert?

Greifen wir wieder das Beispiel auf von der nörgelnden Person. Wir fühlen uns schlecht, auch wenn wir uns heldenhaft verhalten. Wir bekommen keinen Dank, keine Anerkennung und vielleicht nimmt es die Person nicht einmal wirklich wahr, was wir für sie tun. An dem Einzigen, an dem wir uns festhalten können, ist das Wissen, dass wir uns gut verhalten haben.
Reicht das?
Fühlen wir uns dadurch besser?
Nein!

Kann es demnach überhaupt gut sein, was wir da tun, wenn wir uns schlecht fühlen? Sollte nicht das gute Gefühl der Kompass sein, der uns sagt, wir sind auf dem richtigen Weg?


Ich wünsche Euch ein sich richtig anfühlendes Wochenende.

Angela 

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