Dienstag, 20. Mai 2014

Rassismus, tief verwurzelt in der Gesellschaft?

Es gibt so Vorkommnisse, da frage ich mich, könnte das jetzt etwas mit einem tief sitzenden Rassismus zu tun haben?

"Ich bin doch kein Rassist. Ich habe sogar schon mal mit einem Ausländer gesprochen. Was ich nur meine ist, viele sind ..."
Kommt euch das bekannt vor?
Ich bin kein Rassist, nur ...


Es gibt scheinbar unendlich viele Gründe, warum man, obwohl man kein Rassist ist, Ausländern gegenüber misstrauisch sein kann. 
Das ist Rassismus! 
Wenn ich jemanden auf Grund seiner Nationalität oder Hautfarbe in eine bestimmte Schublade stecke und ihn mit absurden Vorurteilen überschütte, dann ist das Rassismus.
Leider ist Dortmund immer wieder und jedes Jahr aufs Neue Schauplatz von Nazi-Demos. Natürlich gibt es Gegendemos und es wird auch immer wieder versucht, sie zu verbieten, trotzdem beginne ich mich langsam zu fragen, ob es nicht doch einen Grund haben könnte, warum ausgerechnet Dortmund so gerne ausgesucht wird?!
Es liegt mir fern jemanden etwas zu unterstellen, ich will nur einige Merkwürdigkeiten aufzeigen. Es gibt Orte in Dortmund, da ist die "Ausländerdichte" höher als woanders. Das liegt aber nicht daran, dass die Leute da alle freiwillig hinziehen. Manchmal ist es die finanzelle Lage, die sie dazu zwingt, mal sind es eben die Gegenden, wo sie eine Wohnung bekommen. Diese Orte/Viertel sind nicht besonders angesehen und die Häuser meistens in keinem so guten Zustand. Teilweise sind diese Gegenden auch nicht ganz ungefährlich.
Das ist kein Geheimnis, jeder der in Dortmund wohnt, kennt diese Orte, trotzdem wird nichts getan, jedenfalls nicht von den Stellen, die es schnell ändern könnten. Alleine schon der Zustand der Häuser könnte verbessert werden. 


Es scheint so, als würden diese Bereich aus dem Blick der Verantwortlichen verschwinden, es wird Niemandsland, was dazu führt, dass sich dort auch Kriminalität versammelt.
In der Gegend, wo ich wohne, läuft das Ordnungsamt ständig rum und verteilt Strafzettel. In der Nordstadt sieht man die Ordnungsbeamten nicht sooo häufig. Nicht die "bösen Ausländer" bringen die Kriminalität, sondern die Regierung schafft ein Umfeld, in dem sich die Kriminalität wohlfühlt. 
Worauf ich hinaus will? Es findet eine bewusste und vom Staat gelenkte Ghetto-Bildung statt. Stecken wir bestimmte Menschen in einen bestimmten Bereich, dann wissen wir, wo sie sind, müssen uns aber nicht weiter drum kümmern.
Eine weitere Merkwürdigkeit an Dortmund, Menschen die sich Einbürgern lassen, brauchen viel Geduld und ein dickes Fell. Selbst die Ausgabe der Formulare macht den Eindruck, als würde man etwas Unsittliches verlangen.
Es kann auch sein, dass die Person ein mürrischer Typ ist. Allerdings finde ich, dass 2 Jahre Bearbeitungszeit für die Einbürgerung einer Person, die sogar in Deutschland geboren wurde, etwas übertrieben lang ist. Vor allem, wenn alles soweit erledigt zu sein scheint und man trotzdem noch einmal 2 Monate auf seine Urkunde warten muss. Ernsthaft, wird die per Hand gemalt? Heute wird doch alles eben schnell gedruckt, was bitte dauert dann 2 Monate?
Kommen wir zurück zu meiner Frage, warum sich die Nazis in Dortmund scheinbar so wohlfühlen. Es könnte (könnte, muss natürlich nicht) daran liegen, dass sie Jahrzehnte lang recht unbehelligt geblieben sind. Ich habe erwähnt, dass es Orte gibt, die zum Niemandsland werden und sich dort Kriminalität wohlfühlt. Dort fand und findet man auch jetzt noch die Nazis. Sie haben dort nicht im "Untergrund" gelebt, sondern völlig offen. Immer wieder wurden alternative oder ausländische Geschäfte und Lokale überfallen, zerstört und beschmiert, doch die Täter kamen in den meisten Fällen davon. 
Wieso?
Jeder wusste, dass es sich um rechte Übergriffe handelt, jeder wusste, wo die Rechten zu finden sind, warum nicht die Polizei?
Gab es wirklich keine Beweise?
Oder wurden und werden diese Dinge nicht einfach hingenommen und verharmlost?
Vor einigen Jahren haben die Rechten ein Geschäft aufgemacht. An der Straße gibt es viele kleine Geschäfte. Italienische Eisdiele, Indischer Kiosk, Grieschischer Imbiss, Afrikanischer Laden usw. Direkt in der Mitte eine Nazi-Geschäft?
Was hat sich der Vermieter dabei gedacht?
Die Anwohner haben gegen den Laden protestiert und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie weder das Geschäft noch die rechte Kundschaft dort haben wollen. Der Laden hielt sich nicht lange.
Wir alle, jeder von uns kann etwas gegen Rassismus tun. Das Wichtigste ist nachdenken. Nicht einfach irgendwas nachplappern, sondern drüber nachdenken und die absurden Aussagen überprüfen. Nicht "die Ausländer" bringen die Kriminalität, sondern die Regierung mit ihrer Ignoranz. Kriminalität hat nichts mit der Nationalität zu tun. 


Ich wünsche Euch einen friedlichen Tag.

Angela

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