Samstag, 24. Mai 2014

Vertrauen

Vertrauen ist ein schwieriges Thema. Vertrauen in sich, Vertrauen in andere, Vertrauen in das Schicksal, in das Leben. Urvertrauen.
Vertrauen entwickelt man durch Erfahrungen, Beobachtungen und Erkenntnisse. Oft spielt auch die Komponente Zeit eine Rolle. Lernt man jemanden kennen, vertraut man ihm nicht sofort (meisten jedenfalls). Erst muss man die Person besser kennenlernen. Man beobachtet sie bei ihren Handlungen, hört ihren Worten zu und bekommt so einen Eindruck, ob sie vertrauenswürdig ist.
Die Punkte, die wir unbewusst überprüfen, sind vor allem Ehrlichkeit und Sicherheit. Ist die Person ehrlich und gibt sie uns Sicherheit?
Sicherheit bedeutet in diesem Fall auch Beständigkeit (kann ich mir sicher sein, dass die Person …). Wir beginnen zu vertrauen, wenn wir wissen, dass es die Person gut mit uns meint, wir uns sicher bei ihr fühlen und sie ehrlich zu uns ist.
All diese Dinge zu erfahren braucht Zeit. Vertrauen entwickelt sich demnach langsam und über einen gewissen Zeitraum. Aus diesem Grund kann man einen Vertrauensbruch auch nicht einfach so mit einer Entschuldigung vom Tisch wischen. Es braucht seine Zeit Vertrauen wieder aufzubauen, wieder zu überprüfen, ob die Punkte, die Vertrauen schaffen, noch vorhanden sind.

Die Vertrauen gebenden Punkte gelten aber nicht nur für Menschen oder andere Menschen, sondern auch für sich selbst und das Leben. Eine Komponente kommt hier allerdings noch hinzu, eine positive Einstellung, ein positiver Blick. Dieser Aspekt geht einher mit Sicherheit und den Erfahrungen.
Wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass auf eine negative Situation wieder Positive folgen, dann baut sich ein Gefühl der Sicherheit auf. Es entsteht ein positiver Blick in die Zukunft, der es mir erlaubt, zu sagen, alles wird gut. Ich habe Vertrauen in die Zukunft.

Aber was geschieht, wenn man immer wieder die gleichen negativen Erfahrungen macht?
Wie baut man dann Vertrauen wieder auf?
Wie erwirbt man sich das Urvertrauen, wenn man es als Kind nicht gelernt hat?

Das sind schwierige Fragen. Eigentlich sind die Fragen nicht schwierig. Es ist nur schwer, eine Antwort zu geben. Für mich persönlich ist das ein sehr schwieriges Thema, weil ich merke, dass ich (durch meine Erfahrungen) aus einer gewissen Erwartungshaltung nicht herauskomme. Diese Erwartung macht es mir schwer zu vertrauen.
Ich arbeite daran, ich hatte bereits gute Fortschritte gemacht, doch dummerweise kann man auch Rückschritte machen. Für alle die, denen es ähnlich geht, beantworte ich die Fragen, indem ich von mir und meinem Umgang mit der Thematik erzähle.

Wenn etwas Negatives geschieht, kommt direkt die Stimme, die zu den Erwartungen gehört.
„Ist doch klar. Wie könnte es anders sein.“
Das ist ein starkes Gefühl und bringt einen direkt dazu sich hinter seiner Schutzmauer zu verstecken. Dieser bestätigten Erwartung entgegen zu treten, ist nicht leicht und mit einem Mal ist es nicht getan. Ich versuche mich an positive Erfahrungen und Erlebnisse zu erinnern, damit nehme ich ihr bereits den Wind aus den Segeln.
Zudem versuche ich, die Situation oder die Handlung einer Person zu verstehen. Wieso hat sich X so verhalten? Wie konnte es dazu kommen?
Das schafft Distanz und reduziert das Gefühl der Machtlosigkeit.

Vertrauen wieder aufzubauen ist ein zartes Pflänzchen, das Sonne, Wasser und viel Zuspruch braucht. Man braucht Geduld. Manchmal hilft es auch, still zu sein. Denn ein Bruch im Vertrauen anderen gegenüber ist auch immer ein Bruch im Vertrauen sich selbst gegenüber. Man misstraut seinem eigenen Urteilsvermögen.
Vertrauen sich selbst gegenüber aufzubauen, beginnt damit, dass man still ist und sich selbst zuhört. Hinter all den Zweifel, die so laut sind und dich durcheinanderbringen, steht dein Selbst. Hör ihm zu.
Habe Geduld mit dir. Wenn du Geduld mit dir hast, ist das ein positives Zeichen für dein Selbst. In Geduld steckt auch immer der Glaube, dass etwas gut wird oder jemand etwas schafft. Geduld zeigt, du hast vertrauen.


Ich wünsche Euch ein vertrauenswürdiges Wochenende.


Angela

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