Freitag, 8. August 2014

Peinlichkeiten

Manchmal bekomme ich das ziemlich gut hin, mich in Fettnäpfchen zu begeben oder einen nicht ganz so eleganten Auftrit hinzulegen. So wie bei unserer neuen Vermieterin, der ich mitteilte, der Umzugsort sei sehr ländlich und sie das leicht entrüstet zurückwies.

Geschickt bin ich auch beim Telefonieren. Meine Mama hatte uns mal besucht und war gerade auf dem Weg nach Hause gewesen. Sie sollte durchklingeln lassen, wenn sie angeommen war. Das Telefon klingelte, allerdings viel früher als erwartet, also nahm ich ab und begrüßte sie mit den Worten: "Was ist denn los, bist du geflogen oder was?"
Am anderen Ende erklang eine irritierte Männerstimme, die meine Frage verneinte.
Nicht meine Mama und nicht geflogen!
Stattdessen war ein Versicherungsmitarbieter am anderen Ende der Leitung.

Schön ist auch, wenn man jemand anderen am Telefon erwartet und die Person mit "Süße" oder "Schnecke" begrüßt, sich aber schnell herausstellt, dass da weder "Süße" noch "Schnecke" ist.

Manchmal bin ich ein bisschen übereifrig.
So auch, als uns meine Nichte besuchte. Sie hatte Urlaub, genau in der Zeit, als wir umgezogen sind. Wir waren etwas über eine Woche in unserem neuen Zuhause, da nutzte sie ihre letzten freien Tage und besuchte uns.
Was war los?
Ich weiß es nicht genau, ich denke, es kamen mehrere Faktoren zusammen, aber der Reihe nach.

Die nächsten größeren Bahnhöfe sind Limburg und Montabaur. Der Limburger Hauptbahnhof (da kam meine Nichte an) heißt nur irgendwie nicht Limburg Hbf, sondern Limburg (Lahn). Wenn man dem Navi nun aber miteilt, man möchte nach Limburg (Lahn), dann schickt der einen in ein Industriegebiet. Höchstwahrscheinlich ist das der Ortseingang von Limburg an der Lahn. Wir standen also vor einem Dänischen Bettenlager und hatten noch 5 Minuten bis meine Nichte ankommen sollte. Mein Freund versuchte sein Navi davon zu überzeugen, dass es uns sagt, wie wir zum Bahnhofen kommen, ich griff auf das gute, alte Nach-dem-Weg-fragen zurück. Ein echt netter Herr erklärte mir den Weg und so konnte es weitergehen. Wir fanden die Innenstadt und dank der Schilder auch die Bahn, dachten wir zumindest.

Wir befanden uns auf der Bahnhofstraße, sahen etwas, das zumindest auf einen Bahnhof hindeutete, deswegen parkten wir in der Nähe und liefen dort hin. Es sah aus, wie ein Busbahnhof, das war ja schon mal nicht schlecht. Nur war nichts von einem Bahnhof zu erkennen. Da stand eine Gebäude, aber das wirkte eher wie ein Verischerungsgebäude. Zum Glück blickte mein Freund an dem Gebäude hoch und da stand es "DB". Wir also rein ins Gebäude und was soll ich sagen, es war ein Bahnhof.
Wir waren trotz Verspätung sogar pünktlich, da ist Verlass auf die Bahn (10 Minuten hatte der Zug meiner Nichte Verspätung, das ist ja fast pünktlich). Scheinbar tretten Züge gerne im Rudel auf, deswegen kamen alle Züge auf den 4 Gleisen zur gleichen Zeit, was schlecht war, da wir meine Nichte so nicht sehen konnten.
Es stellte sich die Frage, wie viele Ausgänge hat dieser Bahnhof?
Wir liefen auf die Treppe zu, die zu einem Tunnel führte, von dem aus man zu den anderen Gleisen kam. Kaum hatte ich die Treppe betreten, da sah ich sie und ich begann zu quitschen.
JA, ich habe sehr laut vor Freude gequitscht.

Nein, das tue ich normalerweise nicht.

Ich weiß auch nicht genau, was da passiert ist. Mein Freund "psste" mich an, meine Nichte machte einen Schritt zurück, als wolle sie wieder in den Zug, mit dem sie gekommen war und die anderen Leute starrten mich Kopf schüttelnd oder lachend an.
Ich haben mich gefreut sie zu sehen. Ich war froh, dass wir pünktlich waren und es nur einen Ausgang gibt. Dabei heraus kam Quitschen.
Für mich selbst war das jetzt nicht sooo peinlich, aber meine Nichte und meinen Freund habe ich wohl etwas in Verlegenheit gebracht.
Hadamar, Herzenberg



Ich wünsche euch einen freudigen Tag, aber ohne Quitschen.

Angela

Kommentare:

  1. Och, quietschen ist doch was Schönes ;) Sehr sympathisch!

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  2. Da bin ich aber froh, dass wenigstens ein Mensch das sympathisch findet ; )

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