Sonntag, 24. August 2014

Vom Suchen und Finden. Herkules, Fressnapf und H&M

Langsam befürchte ich, dass die einzigen Merkwürdigkeiten auf dem Land mein Freund und ich sind.
villeroy und Boch Obstschale, Sieb.
Nicht wirklich gesucht, aber gefunden.

Wenn man drei Wochen mit Minimalbeleuchtung in der Wohnung auskommt (bis jetzt waren zumindest immer Lampenfassungen in den Wohnungen, in die ich eingezogen bin, hier hatten wir nur Kabel), dann freut man sich nun einmal, wenn man einen Baumarkt findet.
Nicht, dass es keine Baumärkte auf dem Land gibt, hier gibt es unglaublich viele, nur braucht man die eher für den Hausbau. Wenn man Beton, Fenster, Dachziegel braucht, dann findet man hier schnell was. Lampen, Lampenfassungen, Handtuchhalter, eben so Kleingedöns für den Haushalt gibt es hier bei Herkules. Unsere Nachbarin war so nett und gab uns den Tipp und die Wegbeschreibung, ohne die wir den Laden wahrscheinlich immer noch nicht entdeckt hätten.

Mein Freund und ich stehen also jedes Mal, wenn wir ein Geschäft finden, das wir kennen und brauchen, davor und freuen uns.

"Ein Fressnapf!"

"Super, ein Fressnapf!"
(Katzenstreu war alle und das macht die Katze gar nicht froh!)

Der ein oder andere Passant sieht uns bei solchen Äußerungen schon merkwürdig an. Wahrscheinlich denken, die Leute, wir kommen vom Dorf und haben noch nie ein großes Geschäft gesehen.

Als wir durch Limburg gelaufen sind, haben wir diese Sätze alle paar Meter von uns gegeben.
H&M, Karstadt, Hussel, Thalia ... Geschäfte, ganz viele.
Ich bin mir auch sicher, dass die nette Dame in dem Asialaden in Diez noch nie erlebt hat, dass sich jemand so über ihren Laden gefreut hat.

In Dortmund hatten wir alleine drei Asialäden ganz in der Nähe. Da wir gerne und oft asiatische, indische und cross-over Gerichte zubereiten, waren wir echt am verzweifeln, als das Sesamöl alle ging.
Ich freue mich aber auch über Dinge, die ich in der Stadt eher selten bekommen habe. Mirabellen! Ich liebe Mirabellen. Leider gab es die selten bei uns und wenn man sie bekommen hat, dann waren sie nicht wirklich lecker. Zu früh geerntet, hart und sauer.
In einem kleinen Obstladen (auch in Diez) gab es Mirabellen aus dem eigenen Garten. Ich habe nicht gequitscht, aber war kurz davor.
Eindeutig, das Merkwürdigste hier auf dem Land sind wir.
In Dortmund wussten wir, wo wir hin müssen, wenn wir etwas gebraucht haben. Meistens bekam man die Dinge dann auch. Aber hier sind wir fremd, wir wissen nicht, wo was ist. Wir fragen und suchen und finden es manchmal zufällig.

Besonders die Momente, wenn man etwas zufällig findet, erfreuen einen, warum es dann nicht auch zum Ausdruck bringen. Man kann sich ja auch leise freuen.
Ich wünsche Euch einen Tag mit wenig suchen, aber viel freudigem Finden.
Angela.

Kommentare:

  1. Das kenn ich :) In der Stadt findet sich einfach alles und man gewöhnt sich schnell daran, wenn es dann fehlt ist man total entsetzt.
    Liebe Grüße
    Nadine

    AntwortenLöschen
  2. Ich finde es eigentlich interessant und bei den Lebensmitteln richtig gut. Weniger Verschwendung.
    Liebe Grüße,
    Angela

    AntwortenLöschen