Sonntag, 21. September 2014

Größenverhältnisse

Dank Jim Knopf weiß ich, dass es Scheinriesen gibt. Mir ist auch bewusst, dass es je nach landschaftlicher Begebenheit nicht so leicht ist, Strecken abzuschätzen. Trotzdem musste und muss ich mich an die veränderten Größen und Streckenverhältnisse hier auf dem Land erst gewöhnen.

Wovon ich sprechen?


XXL Geschäften, Minigeschäften, weite Strecken, Zwergentüren in Zwergenhäusern, verwirrend große Klöster.


Am Tag des Umzugs, kurz nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, kamen wir an einem Rewe XXL vorbei. Habe ich zuvor noch nie gesehen gehabt. Am nächsten Tag, mussten wir einkaufen und sind deswegen in den Rewe bei uns um die Ecke reingegangen. Mein Gedanke: "Okay, wenn das der normale Rewe ist, wie verdammt groß ist dann der XXL Rewe?!"
Unser Rewe, ein ganz normaler Rewe, ist groß. Selbst wenn er voll ist, hat man genug Platz, um sich vernünftig bewegen zu können. Viele Regale, viele Dinge, die man kaufen kann und auch noch breite Gänge. In so einem Rewe war ich im Ruhrgebiet noch nie. Vergleichbar mit den Ausmaßen eines Real, nur irgendwie geräumiger.
Der genau Gegensatz sind die kleinen Geschäfte in der "Innenstadt". Die Läden sind so klein, dass ich mir extra eine neue, kleinere Tasche gekauft habe, damit ich nicht ständig irgendwo anecke oder zwischen den Regalen hängen bleibe.

Strecken ... Auch ziemlich eigentümlich. Wenn man in der Stadt jemanden nach dem Weg fragt und der sagt, man müsse an der nächsten Kreuzung abbiegen, dann muss man gut aufpassen, die Kreuzung nicht zu verpassen, da sie meistens nur einen Steinwurf entfernt ist. Hier kann es schon mal 10-15 Minuten dauern, bis man die nächste Kreuzung erreicht hat.

Zwischen neuen Häusern, alten Häusern in Normalgröße, findet man immer mal wieder ein winziges Haus. Sofort kommen einem Gedanken, wie: "Hier wohnen also die Heinzelmännchen. Ach und daneben wohnen die sieben Zwerge."
Von außen kann das Haus ja klein wirken, trotzdem innen geräumig sein, wäre da nur nicht das Problem mit den Türen. Um durch diese Winztüren zu kommen, muss man zuvor schon ein Schluck von Alice Schrumpftrank nehmen.


Musisches Tagesinternat, Autorin Angela Gaede, Hadamar


Das Merkwürdigste in Sachen Größe ist aber das Musische Tagesinternat. Es trohnt auf dem Hexenberg. Von unserem Fenster aus scheint es sehr groß, aber ganz nahe. Läuft man die Straße etwas runter, dann wirkt es gar nicht mehr so groß, dafür näher, was ja nicht sein kann. Wir haben drei Anläufe gebraucht um dort hin zu gelangen, der Weg dahin ist nicht so leicht zu finden, trotz Straßenschild.
Auf unserer Suche nach einem Weg, begegnete uns das Phänomen mehrmals. Manchmal war es riesig, manchmal gar nicht so groß, mal ganz nah, manchmal schien es Meilen entfernt.
Als wir dann endlich den Weg gefunden hatten und ihm folgten, der zum Klosterinternat führte, schien es mit jedem Schritt zu wachsen. Vom Parkplatz aus sahen wir rüber und sagten: "So groß ist es gar nicht, wie es von uns aus erscheint." Dann standen wir davor und ...
Auf dem Foto könnt ihr es ja sehen. Links bin ich. Ja man muss mich etwas suchen. Ich stehe übrigens höchsten 5-6 Schritte vom Kloster entfernt. Ich sag ja, mit jedem Schritt ist das Kloster größer geworden. Oder sind wir geschrumpft?



Ich wünsche euch einen größen-verwirrend-freien Tag.

Angela

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