Mittwoch, 12. November 2014

12 Bücher, 12 Monate: Mein Buch des Monats November; Gute Geister von Kathryn Stockett


Ich war entrüstet, wütend, habe gelacht, geweint und mitgefiebert. Das sagt wohl schon alles und erklärt, warum Gute Geister mein November-Beitrag zur Buchblogparade von Eva Maria Nielsen ist. Das Buch hat mich gefesselt und begeistert (Wortspiel). Was ich am Anfang wirklich nicht gedacht habe, denn der Einstieg gestaltete sich für mich etwas schwer.

Inhalt
Das Buch beginnt 1962. Wir befinden uns in Jackson Mississippi. Der Bürgerkrieg ist schon lange vorbei und die Sklaverei abgeschafft, dummerweise hat man vergessen, es den Menschen in den Südstaaten mitzuteilen. Zwar werden die Afroamerikaner nun für ihre Arbeit bezahlt, doch noch immer, wie Leibeigene behandelt. Hinzukommen die Rassentrennungsgesetze, auf deren Einhaltung strengstens geachtet wird. So verliert ein Junge sein Augenlicht, weil er eine Weißentoilette benutzt und deswegen fast totgeprügelt wird.

In dieser Zeit voller Angst wagen drei Frauen das Unfassbare, sie setzen sich über die Grenzen der Rassen hinweg und schreiben ein Buch. Das Buch besteht aus einer Sammlung von Geschichten, die die Haus- und Kindermädchen der reichen, weißen Frauen erlebt haben. Ob sie es schaffen das Buch fertig zu schreiben, ob es verlegt wird und ob die Häuser der Dienstmädchen brennen werden …, sag ich nicht, denn das ist es, was einen mitfiebern lässt.



Gute Geister von Kathryn Stockett, Buchempfehlung, Rezension, The Help

Zitat
„Du redest von was, was es nicht gibt.“
Ich gucke meine Freundin kopfschüttelnd an. „Es gibt sie nicht nur, die Trennlinien, du weißt auch so gut wie ich, wo sie langlaufen.“
Jetzt schüttelt Aibileen den Kopf. „Ich habe mal an sie geglaubt. Aber jetzt glaube ich nicht mehr daran. Leute wie Miss Hilly wollen uns immer einreden, dass es sie gibt. Aber es gibt sie nicht.“
„Ich weiß, dass es sie gibt, weil man bestraft wird, wenn man sie überschreitet“, sag ich. „Ich jedenfalls.“
„Viele Leute denken, wenn man seinem Ehemann widerspricht, geht man zu weit, weil’s da eine Trennlinie gibt. Und man verdient, bestraft zu werden. Glaubst du an so eine Grenze?“
Ich guck finster auf den Tisch. „Du weißt, dass ich mich um so eine Trennlinie nicht scher.“
„Weil’s die Trennlinie nicht gibt. Außer in Leroys Kopf. Und Trennlinien zwischen Schwarz und Weiß gibt's auch nicht wirklich. Die haben nur Leute erfunden, vor langer Zeit. Und genauso ist’s auch mit dem weißen Abschaum und den Society-Ladys.“
S. 422-423


Die Geschichte wird aus drei Perspektiven dargestellt. Jeweils in der Ersten-Person geschrieben.
Das macht es abwechslungsreich und erhält die Spannung.

Aibileen, das Kindermädchen der Leefolts.
Minny, die beste Köchin von ganz Jackson.
Miss Skeeter, die sich fragt, ob das alles so richtig ist, wie es ist.

Das Buch beginnt mit Aibileen und ihre Wärme und ihre Geschichte haben mich gespannt weiterlesen lassen, obwohl ich erst einmal skeptisch war. Ich finde es in Filmen schrecklich, wenn Afroamerikaner sprechen müssen, wie in „Vom Winde verweht“. Nicht ganz so überzogen, doch aber in diese Richtung gehend erzählt Aibileen. Schnell wird jedoch deutlich, dass es nicht um Klischees geht und das besänftigte mich.


Gute Geister ist ein bewegendes Buch, dass man auf sich wirken lassen und worüber man nachdenken sollte.



Titel: Gute Geister (The Help)
Autor: Kathryn Stockett
Verlag: btb
Seiten: 605
Preis: 9,99 €




Ich wünsche Euch einen Tag ohne Trennlinien.



Angela

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen