Freitag, 12. Dezember 2014

12 Bücher, 12 Monate; Mein Buch des Monats Dezember: Mansfield Park von Jane Austen

Mansfield Park von Jane Austen ist mein Buch des Monats Dezember, weil ich es liebe, zur Winter- und Weihnachtszeit Klassiker zu lesen. Englische Klassiker, die sind so winterlich, selbst, wenn sie im Sommer spielen.

Bevor ich näher auf das Buch eingehe, möchte ich mich noch bei Eva Maria Nielsen bedanken, dass ich bei ihrer Buchblogparade mitmachen durfte. Es war sehr interessant, immer mal wieder durch die anderen Buchempfehlungen zu stöbern und so einige neue Leseempfehlungen zu finden.

Nun aber wieder zurück zu Mansfield Park.

Mansfield Park, englische Klassiker, Rezension, Buchblogparade


Inhalt
Fanny, unsere Protagonistin, wird als Kind von ihrer wohlbetuchten Tante und ihrem Onkel aufgenommen, da ihre Eltern arm sind und die Flut an nachkommenden Geschwistern allein nicht mehr bewältigen können. Auch, wenn alle reichen Beteiligten der Meinung sind, sie wären von großem Edelmut, da sie die kleine Fanny überhaupt aufgenommen haben, sieht die Realität anders aus. Sowohl ihre beiden Cousinen, ihr älterer Cousin, ihre beiden Tanten, das Personal, so wie auch ihr Onkel lassen keine Gelegenheit aus, Fanny zu verdeutlichen, welche Stellung sie hat oder besser gesagt, welche Stellung sie nicht hat.
Nur Edmund, ihr jüngerer Cousin, ist herzlich, fürsorglich und aufmerksam.
All das geht nicht spurlos an Fanny vorüber und so wird sie zu einer unauffälligen, schüchternen jungen Frau, die still alle Gemeinheiten erträgt, schließlich darf sie nicht undankbar sein. Richtig kompliziert wird es, als die Kinder des Hauses flügge werden und sich ihre Herzen potenziellen Partnern zuwenden. Wo bleibt bei alle dem ein Mädchen wie Fanny, dass von niedrigem Stand ist und dem immer wieder verdeutlicht wurde, es hätte kein Anrecht auf nichts.


Zitat
Das war der Ursprung einer sonderbaren Intimität zwischen Fanny und Mary Crawford, die sich in den ersten zwei Wochen nach Marias Hochzeit herausbildete. Dieser vertrauliche Umgang ensprang hauptsächlich Miss Crawfords Bedürfnis nach etwas Neuem und hatte wenig mit Fannys wahren Gefühlen zu tun. Sie besuchte Miss Crawford nun alle zwei oder drei Tage. Es war wie eine Bezauberung - sie wurde unruhig, wenn sie nicht hinging; aber sie liebte Mary Crawford nicht, sie stimmte in keinem Gedanken mit ihr überein, sie empfand auch keine Dankbarkeit, dass Mary sie jetzt, da niemand anderer zu haben war, an sich heranzog. S. 241


Mansfield Park ist ein ausdrucksstarkes und detailliertes Portrait der Eitelkeit und dem Hang des Menschen sich besser darzustellen als er ist. Mir ist bewusst, dass Mansfield Park gerne als Familienroman bezeichnet wird, trotzdem würde ich ihn darauf nicht reduzieren. Denn die Schwächen, Probleme und Gefühle, die thematisiert werden, gehen über eine Verankerung in der Familie hinaus. So möchte ich behaupten, dass in den meisten Menschen das Bedürfnis steckt, sich profilieren zu wollen. Wer möchte nicht gut und edel sein. Nur zu oft rechtfertigen wir unsere Handlungen damit, dass wir nur das Beste für einen anderen Menschen im Sinn hatten.
Ebenso kennen viele Menschen das verpflichtende Gefühl, welches aus Dankbarkeit entsteht. Diese Verpflichtung bringt uns manchmal dazu, Dinge nicht zu sagen, oder zu tun, weil wir meinen, sonst undankbar zu erscheinen.
Fanny erstickt fast an dem Gefühl und ich bin immer hin und her gerissen. Ich möchte sie in den Arm nehmen und ihr sagen: "Alles wird gut, du bist ein wunderbarer Mensch." Gleichzeitig möchte ich sie aber auch schütteln und ihr sagen, sie soll sich nicht dafür bedanken, wenn man sie tritt.


Wie immer ist Jane Austen brillant. Natürlich sind die Begebenheiten und die Sprache ansässig in einer anderen Zeit, doch die Motive, Gefühle und Verhaltensweisen sind zeitlos. 



Titel: Mansfield Park
Autor: Jane Auten
Verlag: btb
Seiten: 574
Preis: 9,99 €




Ich wünsche euch einen fürsorglich, aufmerksamen Tag.


Angela



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