Mittwoch, 21. Januar 2015

Selbsthilfebücher; Pro und Contra


Kann man einfach so sagen,  dass man Selbsthilfebücher liest oder wird man direkt in eine Schublade gesteckt?


Ich habe einige Selbsthilfebücher gelesen. Gerade wenn es einem nicht gut geht, dann hat der Gedanke, man kann etwas tun, eine aufbauende Wirkung. Oft fühlt man sich in solchen Zeiten hilflos, man weiß nicht, was man tun soll. Ein Selbsthilfebuch gibt einem etwas an die Hand, was man machen kann. Es kann einem dabei behilflich sein, aus der Lethargie herauszukommen und manche dieser Bücher geben gute Ratschläge oder beinhalten hervorragende Denkansätze.


Trotz dieser positiven Punkte habe ich so meine Schwierigkeiten mit ihnen. Wenn etwas nicht klappt, dann liegt es stets daran, dass man nicht genug gewünscht oder sich nicht wirklich von seinen Glaubenssätzen befreit hat.
Da steht nie: Okay, dann ist diese Theorie nichts für Sie. Versuchen Sie es mit einem anderen Buch.


Was mich auch noch stört ist der Druck, den diese Bücher erzeugen.


„Befreien Sie sich von dem Druck. Setzen Sie sich nicht unter Druck. Egal, was Sie tun, setzen Sie sich nicht unter Druck!“


Jaaa, das erzeugt so gar keinen Druck.


Vielleicht geht es nur mir so, aber die meisten Selbsthilfebücher haben irgendwann das Gefühl des Versagens bei mir hervorgerufen.


„Stellen Sie sich jeden Tag 5 Minuten auf ein Bein und es geht Ihnen besser.“
Gut, nach einer Woche kannst du noch kein Resultat erwarten.
Zwei Wochen und immer noch nichts, mache ich etwas falsch?
Das falsche Bein? Der falsche Bodenbelag?
Atme ich falsch?


Irgendwann wurde ich beim Lesen eines Selbsthilfebuchs sauer und schrie es an.  
Tu dies, tue jenes, setz dich nicht unter Druck und höre auf deine Innere Stimme.
Es ist aber nicht so leicht dies und jenes zu tun. Wie soll ich mich nicht unter Druck setzen, wenn du immer sagst ich soll mich nicht unter Druck setzen. Ich höre meiner Inneren Stimme zu, nur leider redet sie nicht mit mir.


Danach fühlte ich mich besser und ich begriff, dass es auf mich und meine Bedürfnisse ankommt. 
Ich liebe z.B. die Bücher von Paul Ekman. Seine Bücher sind keine Selbsthilfebücher, sondern wissenschaftliche Erklärungen seines Fachgebiets. Klingt dröge, ist es aber nicht, denn er bringt viel von sich und seinem Leben mit ein. Die Auswirkungen der Mimik, der Körperhaltung auf unser Befinden sind logisch und nachvollziehbar.
Es bringt überhaupt nichts, wenn du täglich mehrmals die Mundwinkel zu einem Lächeln hochziehst, wenn nicht dein ganzes Gesicht diese Emotion ausdrückt. Deswegen wirst du dich mit einem gefaketen Lächeln auch nicht besser fühlen.


Selbsthilfebücher können wirklich hilfreich sein, aber lasst euch nicht von ihnen unter Druck setzen.
Schaut genau hin, was zu euch passt.
Manchmal findet ihr ein wunderbares Selbsthilfebuch, das überhaupt kein Selbsthilfebuch ist.





Ich wünsche euch einen selbsthilfefreien Tag.




Angela

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