Montag, 16. Februar 2015

3 Praktische Werkzeuge bei Panikattacken


Das ich diese lustigen Angstanfälle habe, ist kein Geheimnis, ich habe bereits einige Male darüber berichtet. Durch ein Gespräch ist mir die Idee gekommen, dass ich vielleicht mal aufschreiben sollte, wie ich konkret mit der Angst umgehe.

Wenn man eine Panikattacke oder einen Angstanfall hat, dann will man nur eines, es soll aufhören. Man möchte etwas tun können, braucht Werkzeuge.

Ich bin kein ausgebildeter Psychologe und ich habe auch nicht die Weisheit mit Löffeln gegessen, was bei mir funktioniert, muss noch lange nicht bei jemand anderen funktionieren. Ich erzähle euch einfach nur, von meinen Erfahrungen.


Werkzeuge auf die ich zurückgreife


1. Nicht dagegen ankämpfen.
Das ist mit eine der schwersten Handlungen. Mein erster Gedanke war und ist es auch jetzt oft noch: “NEIN! Nicht jetzt, nicht hier und überhaupt nicht! Geh weg!“

Man merkt, dass die Angst kommt, oder man denkt es zumindest und stürzt sich mit Gefühl und Aufmerksamkeit auf die entstehende Angst. Das führt allerdings dazu, dass man erst einmal richtig Angst bekommt. Denn in dem Moment, in dem du denkst, du bekommst eine Panikattacke, kommt sofort die Angst davor hoch und selbst wenn es zuvor noch keine Panikattacke gewesen ist, dann hast du eine.

Jetzt das Schwierige. Du spürst die Angst hochkommen und sagst dir: „Gut, dann komm. Komm, dann kannst du auch wieder gehen.“

Kämpfe nicht dagegen an, versuche nicht die Angst zu unterdrücken.

Ich habe jetzt gerade Angst und gut ist!

Das ist schwer, funktioniert nicht immer, aber eine der besten und wichtigsten Methoden für mich mit der Angst umzugehen.
Ich stecke keine Energie in einen Kampf, dadurch konzentriere ich mich weniger auf sie und habe den Kopf freier für z.B. Atemübungen.

2. Atmen
Die Angst lässt dich entweder denken, du bekommst zu wenig oder zu viel Luft. Zu viel? Ja auch das ist eine Gefühlsmöglichkeit, die Angst hat ein weitgefächertes Repertoire, was das angeht.

Ich habe für mich eine etwas andere Atmung entdeckt, die mir irgendwie besser hilft. Anstatt einzuatmen, kurz zu stoppen und dann wieder auszuatmen, macht man es dabei umgekehrt.

Ich atme ein und aus und stoppe erst einmal. Also, ich atme aus und atme nicht gleich wieder ein, sondern warte das die Atmung von alleine kommt.
Es ist kein Atemanhalten, kein Zwang, kein Druck, nichts Verkrampfendes. Ich lasse meine Atmung nur von selbst entscheiden, wann ich wieder einatmen soll.

Ist man sehr nervös, dann ist die Pause nach dem Ausatmen recht kurz, aber ich merke meistens schon beim 3-4 Ausatmen, dass sie länger wird und meine Atmung sich wieder beruhigt.

Ob man beim Ein- oder beim Ausatmen die Pause macht, ist Geschmackssache. Wichtiger ist wie man atmet. Tief ein- und ausatmen. Der Bauch muss sich dabei heben und senken.
Diese Art der Atmung beruhigt den Organismus und er kann wieder runterfahren.

3. Ablenkung
Diese Methode funktioniert besonders gut, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der dabei helfen kann.

In der Verhaltenspsychologie wird gesagt, dass man sich auf etwas konzetrieren soll, wenn man eine Panikattacke hat, damit die Aufmerksamkeit von der Angst abgelenkt wird. Leider funtkioniert das bei mir nicht so besonders gut. Irgendwie finde ich meine Angst dann doch interessanter als z.B. das Werbeplakat in einem Bus.

Ablenkung hingegen kommt wohl dem Kind und der Schriftstellerin in mir entgegen. Meine Aufmerksamkeit wird schnell auf Dinge gelenkt, die ich mag, interessant oder schräg finde. Es kann also schon mal vorkommen, dass ich mitten im Gespräch stoppe und erst einmal ein Schaf bewundere, um dann zum Gespräch zurückzukehren.

Wie funktioniert die Ablenkung genau?
Wir waren (meine bessere Hälfte und ich) Weihnachtseinkäufe erledigen und da meldete sich die Angst. Ich sagte es ihm, als wir gerade vor einem kleinen Schokoladen-Geschäft standen. Er deutete auf einige Dinge im Schaufenster und sagte, wir sollten rein gehen. Das kostete Überwindung. Mit Angst einen Laden betreten, schwierig für mich, aber wir taten es und meine Aufmerksamkeit war direkt gefangen.
Ich liebe Schokolade und dieser Laden war … ein Wunderland. So viele verschiedene Sorten und wunderschöne Verpackungen. Am Anfang wies mich mein Freund immer noch auf die eine oder andere Ungewöhnlichkeit hin, doch schnell verselbstständigte sich meine Aufmerksamkeit. Schnell war die Angst vergessen.

Wenn man gerade niemanden zur Hand hat, dann ist es ein bisschen schwerer, denn man braucht mehr Disziplin. Ich schaue oder höre mich um, lausche dem Gespräch von anderen (ist ja nur für einen guten Zweck), oder folge dem Ruf eines Vogels.


Das sind schon einmal 3 Dinge, die mir helfen, wenn sich die Angst meldet. Sie helfen nicht immer, es kommt natürlich auch auf die Verfassung an, in der man sich befindet. Wenn man sich ehe nicht gut fühlt oder der Tag sehr schwierig war, dann ist es auch schwerer der Angst etwas entgegen zu setzen.


Ich wünsche Euch einen gut funktionierenden Tag.

Angela



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