Sonntag, 14. Juni 2015

Interview mit Rebekka Mand, nominiert für den Entdeckt! Der Amazon Autoren-Preis

Entdeckt! Amazon Autoren Preis, Nominierte Rebekka Mand

Amazon hat sich etwas Spannendes für neue Autoren einfallen lassen, den Entdeckt! Der Amazon Autoren-Preis. Dieser Wettbewerb soll helfen, neue, talentierte, deutschsprachige Autoren der Leserschaft zu präsentieren.
Ich freue mich sehr, dass ich euch eine dieser nominierten Autorinnen näher vorstellen darf.
Rebekka Mand veröffentlichte 2014 ihren ersten Roman “Von den Grenzen der Erde“, mit dem sie auch am Wettbewerb teilnimmt. Aber was soll ich Euch erzählen, was die Autorin nicht besser selber erzählt.


1.) Da wir schon einmal bei dem Wettbewerb sind, bleiben wir noch einen Augenblick dabei. Bist du sehr aufgeregt wegen der Nominierung? 

Anfangs war ich es. Inzwischen hat sich die erste Aufregung aber etwas gelegt. Ich versuche, es locker anzugehen und einfach auf mich zukommen zu lassen. Natürlich wäre es toll, wenn ich die Endrunde im Herbst erreichen würde (das Voting für den Vorentscheid läuft bis zum 30.6.), aber allein die Nominierung empfinde ich schon als Riesenerfolg. Ich hoffe natürlich, dass viele Leser, denen mein Roman gefallen hat, für mich abstimmen.

2.) In deinem Roman Von den Grenzen der Erde geht es auch um die nordische Mythologie. Wie bist du auf das Thema gekommen? Beschäftigst du dich selbst damit?

Es geht vorrangig um Wikinger. Der mythologische Aspekt, der Götterglaube, war jedoch Teil ihres Lebens und musste deshalb folgerichtig auch Teil der Geschichte werden. Die Menschen damals „lebten“ mit ihren Göttern und Mythen, webten sie in ihren Alltag ein und erklärten sich die Welt mit deren Existenz.
Ich gestehe, ich bin eigentlich ein ziemlicher Recherchemuffel. Vorher habe ich mich nie intensiv mit historischen Zusammenhängen oder Mythologie beschäftigt, bis diese Geschichte in meinem Hirn aufploppte und einfach nicht mehr verschwinden wollte. Sie verlangte ein historisches Setting und diese Epoche passte einfach perfekt. Ich habe außerdem festgestellt, dass es einen großen Unterschied macht, "trockene“ Recherche zu betreiben und Geschichtsbücher zu wälzen, wie ich es aus der Schule kannte und hasste, oder seine Figuren in dieser Zeit lebendig werden zu lassen. Ich denke, die Tatsache, dass Lynn und Eirik in dieser Welt leben, hat maßgeblich zu meinem intensiven Interesse an dem Thema beigetragen.

3.) Das Cover deines Romans, welches übrigens toll aussieht, wird von einem Baum dominiert. Steht dieser Baum für Yggdrasil die Weltesche? Finden wir im Cover demnach schon die mythischen Symbole, die auch im Buch eine wichtige Rolle spielen?

Danke! Das Cover ist von Petra Rudolf, die es geschafft hat, für mich die Seele der Geschichte in diesem Bild einzufangen.
Die einzelnen Elemente sind sehr bewusst gewählt: Der Baum, die Wurzeln, der Wolf (Fenrir) im Stamm, das Schiff  - sie alle sind Teil der Geschichte.
Aber um zu deiner Frage zu kommen: Nein, der Baum ist nicht Yggdrasil (auch wenn die Assoziation durchaus gewollt ist), sondern der Ahnenbaum meiner Protagonistin Lynn. Er hat für sie eine ganz besondere Bedeutung und spielt außerdem eine nicht ganz unerhebliche Rolle bei der Suche nach dem Schatz des Königs, von der die Geschichte unter anderem handelt.

4.) Welche Bücher entsprechen deinem privaten Lesegeschmack?

Uff, die Frage überfordert mich! Ich lese viel querbeet und habe kein bevorzugtes Genre. Das kommt immer ganz auf meine Stimmung an. Sehr gerne mag ich die Uthred-Reihe von Bernard Cornwell, um beim Wikingerthema zu bleiben, die historischen Romane von Rebecca Gablé, die Krimis von Tana French und hin und wieder ein guter King, bei dem es mich eiskalt packt. Weniger gern lese ich typische Frauenromane, auch wenn mich eine gute Liebesgeschichte durchaus fesseln kann. Ich oute mich als Fan der Highland-Saga von Diana Gabaldon.
Ganz aktuell hat es mir die Raukland-Trilogie von Jordis Lank angetan. Ich komme überhaupt nicht mehr dazu, selbst zu schreiben, weil ich dauernd lese.

5.) Welche Leserschaft wird von deinem Roman angesprochen? Historische-Leser, Abenteuer-Buch-Leser, Fantasy-Leser?

Ich glaube, es ist für jeden was dabei. "Von den Grenzen der Erde“ ist kein historischer Roman im klassischen Sinne, da keine realen historischen Figuren und Ereignisse (abgesehen von den Wikingerüberfällen auf Irland) darin eine Rolle spielen, aber dennoch werden die Genreerwartungen zum Großteil erfüllt. Als Fantasy würde ich es nicht bezeichnen wollen, auch wenn das Fantastik-Element den einen oder anderen Fantasyleser reizen dürfte, das Buch in die Hand zu nehmen. Am ehesten würde ich es als klassischen Abenteuerroman sehen. Schiffe, Schlachten, Wikinger, eine Schatzsuche und eine große Liebe. Dazu eine Prise Mythologie in Form eines Fluchs und ein Mädchen, das zu den Toten gehen kann. Et voilá - fertig ist der Genremix. Ich tue mich wirklich schwer mit einer Zuordnung. Außerdem bin ich kein Fan von Schubladen.

6.) Du bist von Beruf Sozialarbeiterin. Könntest du dir auch vorstellen, nur als Autorin tätig zu sein?

Ich habe zu Gunsten des Schreibens und der Familie meine Stunden als Sozialarbeiterin auf 50% heruntergedreht und würde auch noch weiter runtergehen, wenn ich merke, dass es sich finanziell lohnt. Um den Schritt in die Selbstständigkeit zu machen, fehlt mir aber vermutlich der Mut. Das Schreiben würde dann zum lebensnotwendigen Übel. In erster Linie soll es mir aber Spaß machen. Ich liebe diese wenigen Schreibstunden, die ich mir hier und da in der Woche stehlen kann, wohingegen ich an meinem freien Freitag - mein offizieller Schreibtag - meist herzlich wenig schaffe. Ich frage mich, ob ich die nötige Disziplin aufbringe, mich tagtäglich acht Stunden mit dem Schreiben zu beschäftigen, wenn ich es tatsächlich muss.
Außerdem mag ich meinen Job. Er ist abwechslungsreich und ich habe mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun. Mitunter inspiriert mich das sogar.

7.) Hast du Schreibmacken? Kannst du z.B. nur am Tag schreiben? Musst du Musik beim Schreiben hören? Oder brauchst du eine bestimmte Ordnung auf dem Schreibtisch?

Nicht wirklich. Ich bin herzlich unkompliziert, was das Schreiben angeht. Geradezu langweilig. Ich brauche vor allem meine Ruhe. Seit Neuestem habe ich mein eigenes Arbeitszimmer. Es ist toll, einfach mal die Tür zuzumachen. Von den Arbeitszeiten her überarbeite ich am liebsten vormittags. Ich brauche dazu eine klassische Arbeitsatmosphäre: Schreibtisch, Computer, Kaffee und absolute Stille. Beim kreativen Schreiben darf‘s auch mal etwas unkonventioneller zugehen. Da tut’s auch das Sofa mit dem Laptop auf dem Schoß, Schokolade und ein Glas Wein am Abend. Die Nachtstunden eignen sich hierfür besonders gut. Leider lässt sich das meist nicht so gut mit Familie und Beruf vereinen.

8.) Zum Schluss noch die beliebte Frage; Woran arbeitest du zurzeit und wann kann man es lesen?

Lesen kann man schon bald wieder etwas.
Der zweite Teil meines Wikingerepos wird voraussichtlich noch 2015, zum Jahresende hin, veröffentlicht. "Ríanns Vermächtnis" wird es heißen und behandelt Ereignisse vor und nach den Abenteuern aus "Von den Grenzen der Erde".
Es soll auch tatsächlich Leute geben, die schon sehnsüchtig darauf warten. Es befindet sich gerade bei meinen Betalesern und entzieht sich gänzlich meinem Einfluss. Schwer auszuhalten für mich.
Derweil arbeite ich schon an der Rohfassung des dritten Teils. Ursprünglich sollte es gar keine Trilogie werden. Aber irgendwie lässt mich das Thema nicht los.
Eine weitere Veröffentlichung ist für 2016 geplant. „Der Kuss der Muse“ ist eine Art Mystery-Thriller um einen gescheiterten Künstler, der von einer geheimnisvollen Muse heimgesucht wird und einer Lüge seiner Vergangenheit auf die Spur kommt.
Also etwas ganz anderes, ganz ohne schwerterschwingende Wikinger.
Ein paar weitere Projekte hängen noch in der Pipeline. So schnell wird mir die Arbeit - und meinen Leserinnen und Lesern der Lesestoff - jedenfalls nicht ausgehen.

Es war mir ein Vergnügen dieses Interview zu führen und ich bedanke mich bei Rebekka Mand für ihre Bereitwilligkeit auf meine Fragen zu antworten. Viel Glück für den Wettbewerb und die kommenden Veröffentlichungen.


Amazon-Autoren-Seite: Rebekka Mand
Amazon-Autoren-Preis: Abstimmung
Blog: Mein Kampf mit den Wörtern

Lovelybooks: Leserunde



Ich wüsnche Euch einen nordischen Tag.

Angela

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