Freitag, 17. Juli 2015

Interview mit dem Autor Alexander Frost

Heute stelle ich euch einen Autor vor, der eine interessante Mischung von Büchern herausgebracht hat. Besonders schön finde ich, dass er zusammen mit seinem Sohn ein Buch geschrieben hat. Eine Freundschaft fürs Leben handelt von einer ganz besonderen Beziehung zwischen einem Jungen und einem Vierbeiner.
Meine Nichte und mein Neffe, bei denen ich das Kindermädchen spielen durfte, hatten mal ein Theaterstück zu Halloween oder Weihnachten aufgeführt. Es war großartig. Wir haben so gelacht. Kinder sprühen vor Ideen und haben einen ganz besonderen Blick auf die Welt.
Fragen wir den Autor Alexander Frost, ob er das auch so sieht.


Autoreninterview mit Alexander Frost


1.) Wie war die Zusammenarbeit mit deinem Sohn? Seid ihr gleichberechtigte Partner gewesen oder warst du nur der Co-Autor?

Es war großartig meinen Sohn darin zu unterstützen. Ich habe selbst als Kind bereits angefangen Geschichten zu entwickeln und aufzuschreiben. Daher hat es mich besonders gefreut, dass er ebenfalls dieses Hobby für sich entdeckt hat und ich helfen konnte. Es war eine sehr schöne Zeit, wie wir bei langen Spaziergängen mit unserem Hund „Emma“, seine Ideen gedanklich erfasst und ausgearbeitet haben. Wir haben viel gelacht und hatten einfach Spaß. Ich hoffe, dass er die Geschichte um „Emma“ irgendwann fortsetzen will. Selbstverständlich bin ich nur der Co-Autor. Es ist sein Buch, seine Idee, sein Verdienst und alle Einnahmen, fließen in sein Sparschwein!

2.) Die Inspiration zu der Sternenring Trilogie bekamst du durch einen Traum. Ist das bei dir üblich, kommuniziert deine Muse nur über Träume mit dir?

Nein, üblich ist es nicht. Allerdings basiert „Sternenring“ tatsächlich auf einer Reihe von Träumen, die ich als Kind und später in der Jugend hatte. Diese lagen ein Jahrzehnt lang aufgeschrieben in einem Schulheft, wurden in einem Schuhkarton gelagert und wären fast einer Entrümpelungsaktion zum Opfer gefallen. Zum Glück sah ich in den Karton hinein und rettete somit die Aufzeichnungen meiner Träume. Einige Jahre später, ich war so Mitte zwanzig, fing ich an, daraus eine erste Version von „Sternenring“ zu schreiben. Ab und an kommen mir heute noch Ideen im Schlaf, es ist aber seltener geworden. Heute ist meine Muse eher die Musik. Ich bin ein großer Hans Zimmer Fan und liebe seine Soundtracks. Ich fahre viel Fahrrad und höre dabei seine Musik. Dabei kommen mir die meisten groben Ideen. In die Feinheiten geht es dann beim Abendspaziergang mit dem Hund. Ich erzähle ihr (Emma, dem Hund), dann meistens meine Ideen und manche Dialoge. Das hilft mir, es zu sortieren und gedanklich zu verankern, denn immer dann, wenn man ein Notizblock braucht, hat man keinen dabei. (Bei mir ist es genau andersherum, ich habe überall Notizhefte rumliegen. Vielleicht, weil ich so beweisen kann, dass es notwendig ist, ständig neue zu kaufen.)

3.) Erzähl uns doch mal, wie du das Schreiben für dich entdeckt hast. Warst du schon als Kind davon begeistert oder kam der Wunsch, eine Geschichte aufs Papier zu bringen erst später?

Ich glaube ich habe angefangen als sich meine Eltern scheiden ließen. Dies war eine Lebenssituation, die mich als kleiner Junge ganz schön aus der Bahn geworfen hat. (Kann ich gut nachvollziehen) 
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit dem Schreiben einfach in eine heile Welt flüchten wollte. Dort konnte ich ja schließlich alles bestimmen und hatte alle Situationen somit im Griff. Später glaube ich, war mein Antrieb Geschichten zu schreiben, um die „Erwachsenen“ zum Nachdenken anzuregen. Ich hatte als Kind das Gefühl, dass etwas mit dieser Welt nicht stimmt und dachte, dass alle Lösungen ziemlich einfach seien. Später erkannte ich, dass das Schreiben ideal ist, um erlebtes zu verarbeiten. So ist das zweite Buch der Sternenring Trilogie doch ein recht persönliches, ja fast ein autobiographisches Buch, da ich darin viele Dinge hineingeschrieben und somit verarbeitet habe, die ich tatsächlich selbst erlebt habe, wie z.B. den Tod meines Vaters. Dadurch ist es für mich ein sehr emotionales Buch geworden, das mir half, mit bestimmten Menschen meinen Frieden zu finden. Deshalb ist Sternenring für mich eine Herzensangelegenheit, denn es steckt viel von mir selbst darin, wie z.B. meine Träume und meine Erlebnisse. Meine Antriebskraft ist immer noch die gleiche. Ich träume nicht davon Reich und schön zu werden, sondern hege immer noch meinen einen Kindheitstraum: „Die Erwachsenen zum Nachdenken zu bringen und Ihnen Mut zu machen, ihr Leben mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.“

4.) Wie schon erwähnt, folgen deine Bücher nicht nur einem Genre. Ist es dir zu langweilig nur einer Schreibrichtung zu folgen? Würdest du alle Genres ausprobieren oder gibt es welche, die dir nicht geheuer sind?


Sternenring ist mit Sicherheit zum größten Teil dem Science Fiction Genre zugeordnet. Aber ich glaube, dass ich gar kein Buch schreiben kann, was sich zu 100% nur einem Genre zuordnen lässt. So ist Sternenring nicht nur eine apokalyptische Science Fiction Geschichte über unsere Zukunft, sondern auch eine Liebesgeschichte, ein Drama und ein Buch über redliche Werte wie Treue, Moral, Willen, Stärke und Freundschaft! 
Ich habe an Sternenring einige Jahre zugebracht, da ich nie zufrieden war und es immer wieder überarbeitet habe. Selbst jetzt noch bin ich nicht zufrieden und verspüre den Drang, es mir noch einmal vorzunehmen, um es zu überarbeiten. Doch wollte ich es ja auch mal abschließen, um etwas völlig neues zu machen. Ich hatte wirklich die Lust mich mal in verschiedenen Genres auszuprobieren. So schrieb ich nach der Sternenring Trilogie, eine Fantasy Geschichte (Dämon-Gefallener Engel), in der es im Prinzip um einen Dämon (einen gefallenen Engel) geht, der aufgrund einer bestimmten Begegnung wieder ein Engel werden will. Das löst natürlich in der „Finsternis“ ein Erdbeben aus! 
Danach kam mir das Kinderbuch meines Sohnes als Abwechslung gerade Recht. In der Tat bin ich so gestrickt, dass ich, wenn ich ein Buch beendet habe, danach etwas schreiben muss, was aus einem völlig anderen Genre kommt. Das werde ich mit Sicherheit auch beibehalten, da ich nicht anders kann. Ich habe viele Geschichten aus den verschiedensten Genres im Kopf, nur wird mir leider nicht genug Lebenszeit bleiben, denn es sind einfach zu viele Ideen.

5.) Entspricht dein Leseverhalten deinem Schreibverhalten? Liest du verschiedene Genres oder bleibst du da doch lieber bei einem bestimmten?

Überhaupt nicht! Science Fiction lese ich zum Beispiel überhaupt nicht! Ich lese gerne Biographien und Sachbücher. Ich bin geschichtlich sehr interessiert und sauge darüber eigentlich alles wie ein Schwamm auf. Und Nein, Fifty Shades of Grey, habe ich weder gelesen noch den Film gesehen ; )

6.) Welche Leserschaft sprichst du mit deinen Büchern an? Auf was muss sich der Leser bei deinen Geschichten einstellen, was kann er entdecken?

Ich möchte eigentlich alle ansprechen! Jung und Alt. Ich glaube, dass wir Menschen uns nur überleben werden, wenn man alle mitnimmt und wenn man zu allen Gruppen den Dialog sucht. Es geht nur gemeinsam! Ich glaube, dass die Menschheit sich weiterentwickeln muss. Sie muss von ihrem ICH-bezogenen Wesen ablassen und ein jeder muss den Mut haben seine persönlichen Grenzen zu überwinden. Wir müssen uns endlich als Mensch definieren. Unsere Menschlichkeit unterscheidet uns doch vom Tier und ist das, was uns eigentlich als Menschen auszeichnet.
Meine Geschichten sind sicher einem Genre zugeordnet, doch liebe ich als gebürtiger Berliner die Vielfalt und ich stecke stets mehr hinein als nur ein Genre. Ich denke, man kann somit eine gewisse Abwechslung entdecken und ich hoffe, dass dadurch meine Geschichten ein gewisses Tempo erhalten. Ich mag eigentlich keine Bücher in denen über fünf Seiten die Farbe und Konsistenz einer Tapete beschrieben wird. Bei mir wird man so etwas hoffentlich nicht finden. Wenn ich schreibe, bin ich eigentlich immer wie weggetreten und vor meinen Augen läuft ein Film ab. Die Geschichte wird in dem Moment für mich REAL. Ich leide förmlich mit meinen Helden und hasse die Schurken. Ich trauere, wenn jemand stirbt und freue mich, wenn Ihnen etwas Gutes wiederfährt. Meine Emotionen sind nicht ausgedacht sondern somit tatsächlich gefühlt und „echt“. Die beiden Hauptpersonen meines jetzigen Projektes sind mir wirklich ans Herz gewachsen und sie fehlen mir jetzt schon, wenn ich daran denke, dass die Geschichte irgendwann endet.

7.) Hast du Schreibmacken? Kannst du nur zu einer bestimmten Uhrzeit schreiben, oder steht ein Glücksbringer neben deinem Computer? Kannst du ohne Kaffee, Tee oder Holunderbeerensaft nicht schreiben?

Am besten kann ich Abends schreiben. 80% meiner Geschichten habe ich zu dieser Tageszeit geschrieben. Vorher trinke ich tatsächlich einen Kaffee. An meinem Bildschirm ist ein Bild vom zerstörten Brandenburger Tor aus dem 2. Weltkrieg. Dieses stammt von meinem Opa und ist zwar kein Glücksbringer, aber irgendwie inspirierend. 

Berlin


8.) Gibst du uns einen kleinen Einblick in dein derzeitiges Buchprojekt? Woran schreibst du, wann wird es erscheinen? Probierst du wieder ein neues Genre aus?

In der Tat habe ich ein neues Genre ausprobiert. Ich schreibe gerade an „Mike Fireworks – Im Rausch durchs Leben“. Man wird es sicherlich dem Erotik Genre am Ende zuordnen, doch wäre mir das persönlich zu einfach. Es steckt mehr dahinter. Es ist eine Liebes, Gangster, Roadmovie Geschichte.
Kurz zum Inhalt:
„Der Polizist Mike Fireworks wird von seinen Kollegen sehr geschätzt. Was niemand weiß, ist, dass er massive Eheprobleme hat. Was er nicht weiß, ist, dass die Ursache dafür einer seiner Kollegen ist, der mit seiner Frau ein Verhältnis hat. Als er die beiden bei einem Schäferstündchen erwischt, fällt sein komplettes Leben wie ein Kartenhäuschen in sich zusammen. Instinktiv will er sofortige Vergeltung, doch er überwindet seinen Schmerz dank einer Bekanntschaft, die er macht und ihm hilft, eine ihm bis dato verborgene Tür des Lebens zu öffnen. Mike entscheidet sich für ein Leben, berauscht von Frauen und Kokain. Er quittiert seinen Dienst als Polizist und geht in seiner neuen Rolle in der New Yorker Unterwelt völlig auf. Schließlich trifft er die Frau, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt.“
Es hat schon etwas von Bonnie und Clyde aber es ist auch humorvoll manchmal tragisch, dann wieder blutig und wie gesagt sehr erotisch. Es ist jedenfalls alles andere als langweilig. Es befindet sich bereits in der Korrektur und ich hoffe dass es Ende August als Ebook und Taschenbuch erscheint. Ich hatte Lust mal solch ein Buch zu schreiben und es hat mir solchen Spaß gemacht, dass ich die Geschichte fortsetzen werde. Natürlich werde ich aber in dem Genre nicht verharren. Mir fehlt in meiner Sammlung noch ein Thriller, ein Krimi, eine Tragödie und dann geh ich wieder in den Science Fiction Bereich.
P.S.
Ich verfolge deinen Blog mit großem Interesse und freue mich sehr, dass du das Interview mit mir geführt hast.



Herzlichen Dank für die ausführlichen und manchmal sehr nachdenklichen Antworten. Besonders aufmerksam finde ich es, dass du mir das Foto von dem Foto, das an deinem Bildschrim hängt, zur Verfügung gestellt hast. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem neuen Projekt. 



Amazon-Autorenseite: Alexander Frost
Facebook Autorenseite: Alexander Frost


Ich wünsche Euch einen zum Nachdenken angeregten Tag.

Angela

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