Freitag, 2. Oktober 2015

E-Book-Klau, nur eine Rebellion?

Als ich einige meiner Bücher auf Piratenseiten gefunden habe, war ich richtig sauer. Ich kann es gar nicht leiden, wenn man mich beklaut.

E-Books auf Piratenseiten zur Verfügung zu stellen, ist Diebstahl.

Als ich einen Blog-Post und die dazugehörigen Kommentare zu dem Thema gelesen habe, musste ich lachen. Die netten Menschen, die diese Seiten betreiben und Nutzen versuchen den Diebstahl und die illegale Weitergabe von E-Books wirklich als Rebellion darzustellen.

Gegen was wird rebelliert?

Gegen überzogene E-Book-Preise, Amazon oder die Klimaerwärmung.

Ich kann auch nicht verstehen, warum Verlage E-Books zum selben Preis wie Printbücher anbieten. Ein Printbuch wird gesetzt, gedruckt, ausgeliefert. Soll heißen, die Herstellung eines Printbuchs ist aufwendiger und teurer. Es gibt mehr Mitarbeiter, die bezahlt werden müssen.
Bei einem E-Book fallen schon alleine die Kosten für den Druck und die Auslieferung weg. Demnach ist es unlogisch, ein E-Book für den Preis des Taschenbuchs anzubieten.
Mich stört das, was tue ich also?

Ich kaufe keine E-Books, die genauso teuer sind wie ihr gedrucktes Pendant.

Schon sind wir bei dem Punkt, der mich wirklich an diesen Buch-Dieben aufregt und mich auch verschämt den Kopf schütteln lässt.
Es gibt so viele Gratis-Aktionen, Geschenk-Aktionen, E-Books ab 0,99 €, ist da Diebstahl wirklich notwendig? Die meisten Selfpublisher bieten ihre E-Books für einen wesentlich geringeren Preis an als ihre Print-Ausgaben. Wir fallen aus diesem Dagegen-müssen-wir-rebellieren-Unsinn raus, trotzdem klaut man unsere Bücher.

Das teuerste E-Book, das ich mir bis her gekauft habe, kostete 3,79 €. Ich habe viele E-Books, die Gratis waren oder zwischen 0,01 € und 2,99 € lagen. Diese E-Books sind zum größten Teil Klassiker und Selfpublisher-Bücher.

Neben der Aussage, dass der Diebstahl von E-Books eine Rebellion sei, wurde behauptet etwas Gutes für Menschen mit kleinem Geldbeutel zu tun.

Gratis-E-Books kosten nichts, noch günstiger geht nicht!

Zudem sind die wenigsten Selfpublisher, die ich kenne, Millionäre. Die meisten müssen noch einem zweiten Job neben dem Schreiben nachgehen, damit sie Miete, Versicherungen und Essen bezahlen können. Das gilt übrigens auch für viele Verlagsautoren.

Ihr wollt Menschen mit kleinem Geldbeutel etwas Gutes tun, Robin Hood spielen, dann kauft unsere Bücher und beklaut uns nicht.

Ich weiß, wie es ist, wenn man kein Geld hat. Ich verleihe meine Bücher und leihe mir Bücher. Ich habe kein Problem damit, wenn meine Bücher an die Freundin oder den Bruder ausgeliehen werden. Bücher wollen gelesen werden.
Im Internet ein E-Book zum illegalen Download jedem zur Verfügung zu stellen, hat nichts mit Ausleihen zu tun. Würde sich irgendeiner von euch auf die Straße stellen und sein neues Buch 20 Fremden ausleihen?
Wohl kaum!

Wenn jemand von euch keine Kohle hat, aber gerne eins meiner Bücher lesen möchte, dann schreib mich an, mal schauen, was sich machen lässt.

Moral der Geschichte: Klaut keine E-Books! Das ist nicht rebellisch, das ist arschig und dumm. Wollt ihr wirklich eine Strafanzeige auf euch nehmen für Dinge, die ihr günstig oder sogar Gratis bekommen könnt?


Ich wünsche Euch einen Diebstahl-freien Tag.


Angela

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