Montag, 16. November 2015

Ich verstehe Rezensionen nicht



Wir befinden uns mal wieder in der Kategorie; ich verstehe etwas nicht.
Stöber ich bei Lovelybooks, Goodreads oder Amazon, dann stoße ich immer wieder auf Personen, die mehr schlechte Rezensionen abgeben als gute. Ich verstehe das nicht.

Ich spreche jetzt mal nur von mir und meinem Buch-Interessen-Kauf-Verhalten. Ich weiß, was mir ungefähr gefällt z.B. englische Krimis, dann schaue ich mich in dem Bereich um. Wenn ich ein Buch entdecke, was mir gefällt und sich interessant anhört, kaufe ich es meistens, auch ohne reinzulesen, was manchmal ein kleines Glückspiel ist.
Bin ich mir jedoch unsicher, ob mir das Buch gefallen könnte, vielleicht weil es nicht dem entspricht, was ich normalerweise lese oder weil ich einfach unentschlossen bin, dann lese ich rein. Bei Amazon kann ich mir eine Leseprobe runterladen oder Ein Blick ins Buch nutzen. In der Buchhandlung kann ich es aufschlagen und reinlesen.

Lese ich in ein Buch rein, dann erkenne ich zumindest schon einmal, ob mir der Schreibstil gefällt. Sind mir die Sätze zu kurz oder zu lang? Ich mag lieber lange Sätze, ruhig auch verschachtelt, solange sie noch verständlich sind. Mit Paulo Coehlo hatte ich am Anfang meine Schwierigkeiten, weil er sehr kurze Sätze nutzt. Erst als ich begriffen habe, dass nur so seine Bücher funktionieren, viel Inhalt durch kurze, prägnante Sätze vermitteln, hatte ich keine Schwierigkeiten mehr mit seinem Stil.
Deswegen probiere ich auch gerne neue Bücher aus, sonst könnte mir etwas richtig Gutes entgehen.

Will ich aber nichts Neues ausprobieren, dann lese ich ins Buch rein und schaue, ob es mir zusagt. Aus diesem Grund kann ich nicht verstehen, wie man sich in der Rezension über den Stil beschweren kann, denn den kann man doch wirklich leicht erkennen.

Ob die Geschichte mich überzeugen kann ist eine andere Sache, denn das weiß ich erst, wenn ich es gelesen habe. Auch ich kaufe mir Bücher, ohne sie mir genau anzusehen, mal trifft es nicht meinen Geschmack, mal schon.

Ich finde, es ist dem Buch oder dem Autor gegenüber nicht fair, seinen Still schlecht zu bewerten, nur weil ich mir zuvor nicht die fünf Minuten Zeit genommen habe, um mal in das Buch rein zu lesen. Das ist nicht nur dem Autor gegenüber unfair, es frustriert doch auch mich und ist herausgeworfenes Geld.

Dabei sollte Lesen doch Spaß machen!


Ich wünsche Euch einen gutbuch Tag!

Angela

Kommentare:

  1. Tja, es gibt da glaube ich ziemlich verschiedene Rezenesenten. Klassifizieren wir sie doch mal:
    1. Ich lese nur die Autoren, von denen ich Fan bin. Deshalb bin ich immer absolut begeistert und gebe sowieso 5 Sterne. Alle anderen Autoren sind Scheiße und das lasse ich sie auch wissen.
    2. Ich will mal so richtig Frust abbauen. Deshalb suche ich mir jemanden, dessen Werk ich verreißen kann.
    3. Ich schaue, wer eine besonders gute Bewertung bekommen hat. Da setze ich dann eine entgegengesetzte Meinung hin, damit ich auffalle. Eine Rezi schreibe ich nur, um gesehen zu werden.
    4. Ich bin Blogger. Qualität ist mir nicht wichtig. Es muss viel sein, damit ich meinen Blog füttern kann. Einen Verriss lesen meine Follower am liebsten: also los!
    5. Ich weiß, dass ihr dumm seid. Der Autor des Buches sowieso. Und ihr sollt wissen, dass ich schlau bin.
    6. Mir ist der Autor unsympathisch. Außerdem habe ich noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen.

    Die Liste ließe sich beliebig erweitern. Gottlob sind dieser Art Rezensenten nicht ganz so häufig im Web anzutreffen, wie es den Anschein hat.

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    1. Lieber Markus,

      das hast du sehr gut aufgedröselt. Die Beschreibungen habe ich alle wiedererkannt. Ich finde es nur so schade für die Bücher, Autoren und die Leser. Ständig schlechte Bücher zu lesen muss doch ziemlich frusten. Außer man genießt es, sich künstlich aufzuregen.

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