Montag, 30. November 2015

Leise rieselt der Schnee ...

Winterlandschaft, Hessen


Der Himmel hängt voller Schnee, man kann es sehen und riechen. Erst fallen ganz zarte Schneeflocken, kaum als solche zu erkennen. Sie glitzern im Licht der Laterne. Allmählich werden die Schneeflocken größer und immer mehr. Auf den Dächern, der Wiese, den Autos bildet sich eine feine, weiße Decke.
Ich mag die besondere Atmosphäre, wenn es schneit. Alles ist leiser. Die Geräusche bekommen einen anderen Klang, tiefer, sanfter. Selbst die eigenen Gedanken flüstern. Ich mag es, wie der Schnee auf den Ästen wippt. Ich mag die Spuren, die die Tiere auf der frischen Schneedecke hinterlassen.
Vor ein paar Tagen hat es bei uns geschneit. Ich stand am Fenster, lauschte der Stille, erfreute mich am Glitzern der Eiskristalle und atmete tief den Duft des Schnees ein. Mich fröstelte und plötzlich schweiften meine Gedanken ein paar Kilometer weiter. Dort ist eine Flüchtlingsunterkunft und ich fragte mich, ob die Menschen noch in den Zelten sind.
Was empfinden sie, wenn sie den Schnee sehen? Schenkt er ihnen Ruhe? Freuen sich die Kinder? Oder schicken sie Gedanken und Gebete in die Stille hinaus zu ihren Angehörigen und Freunden?

Ich schreibe dieses nicht einfach so. Es ist ein Appell an alle die, die befürchten eine Schnitte Brot weniger zu haben, aufgrund der Flüchtlingslage.
Bevor ihr irgendwelche Kommentare im Internet von euch gebt, haltet einen Moment inne und erinnert euch an Folgendes.
Es ist kalt, es regnet oder schneit sogar. Die Winterjacke hält den eisigen Wind einigermaßen ab und die Ohren bleiben unter der Wollmütze auch warm, trotzdem bist du froh, wenn du endlich die Tür hinter dir schließen kannst. Schnell aus den nassen Sachen raus. In der Wohnung ist es definitiv angenehmer, aber noch ein bisschen kühl. Während du die Heizung aufdrehst, läuft die Kaffeemaschine durch. Vielleicht machst du dir noch ein Schnittchen oder schnappst dir die Süßigkeiten. Einem gemütlichen Abend vor dem Fernseher in einer muckelig warmen Wohnung hast du dir jetzt verdient.

Bitte haltet euch wenigstens jetzt mit den Hasstiraden zurück. Seid einfach dankbar dafür, dass ihr ein Dach über dem Kopf habt und die Heizung andrehen könnt. Schwer vorstellbar mit dicken Socken an den Füßen und einer kuscheligen Decke über den Knien, aber es gibt Menschen, die im Winter erfrieren.


Ich wünsche Euch einen guten Tag.


Angela

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