Freitag, 13. November 2015

Schattenklang - Roseend 2 von Christa Kuczinski


Schattenklang ist der zweite Teil der Roseend-Trilogie. Wir befinden uns demnach wieder in dem friedlichen, idyllischen Roseend und treffen die wunderbaren Bewohner dieses Fleckchens Erde.
Habe ich gerade friedlich gesagt?
Leider stimmt das nur temporär, denn irgendwas Merkwürdiges geht in Roseend und der Nachbarschaft vor sich. Hatte sich Roseend ursprünglich gegründet, damit man friedlich zusammen leben kann, bricht nun immer öfter aggressives Verhalten hervor. Außer Sara bemerkt das nur keiner, zumindest bis es brenzlig wird.

Schattenklang Roseend 2 Christa Kuczinski

Da es sich um den zweiten Teil handelt, muss ich ein bisschen aufpassen, nicht zu viel zu verraten.
Bereits im ersten Kapitel wird deutlich, dass in Roseend unschöne Dinge passieren werden. Die Autorin hat es geschafft, die Veränderungen in der Atmosphäre gut einzufangen. Als Leser spürt man die aufgeladene, manchmal beklemmende Stimmung. Es ist vergleichbar mit dem Wetterumschwung vor einem Gewitter. Die Luft ist schwül, elektrisch aufgeladen, man weiß, es wird gleich etwas passieren. Obwohl sehr schnell klar ist, was oder wer für dieses aggressive Verhalten der Bewohner verantwortlich ist, tut das der Spannung keinen Abbruch. Vergleichbar mit Columbo (Detektivserie aus dem Mittelalter). Man wusste, wer der Täter ist, war bis zum Schluss trotzdem gefesselt, weil man wissen wollte, wie Columbo den Fall löst und ob er ihn löst.
Wie bereits im ersten Teil ist der Schreibstil fließend und mitreißend. Die Figuren sind sehr lebendig und zum größten Teil sympathisch. Leute, mit denen man gerne einen netten Abend verbringen würde.
Neue Personen tauchen auf, die wiederum neue Handlungsstränge mit sich bringen. Natürlich bleiben diese Stränge noch offen und werden dann erst im dritten Teil weitergeführt, trotzdem ist der zweite Band in sich abgeschlossen. Er endet nicht mit einem Kliffhanger, wofür ich der Autorin sehr dankbar bin, ich hasse das nämlich. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht, fühle mich mit dem Ende von Schattenklang allerdings sehr wohl.

Worauf ich auch in diesem Teil hätte verzichten können, waren die Liebesszenen. Sie waren verdammt gut geschrieben und gehören zu dem Genre. Ohne diese Szenen würden sich die meisten Leser beschweren. Für mich hätten sie nicht sein müssen, weil mich die Geschichte zu sehr interessiert hat.
Was mir sehr gut gefallen hat, war … Sehr schwierig ohne etwas vorwegzunehmen. Versuchen wir es mal. Sara gerät in eine Situation, die sie alleine meistert und das fand ich spitze. Sie ist nicht eine hilflose Frau, die von einem starken Mann gerettet werden muss, wie es bei dem Genre ja häufig vorkommt, nein, sie ist taff.
Sara handelt allerdings nicht unüberlegt, sie weiß, wann sie sich stellen muss und wann sie besser die Beine in die Hand nimmt. Ein anderer Punkt, der mir sehr an ihr gefällt, ist die Vielschichtigkeit. Wir haben hier eine selbstbewusste Frau, die sich mit ihren Stärken langsam anfreundet. Gleichzeitig gibt es immer wieder Momente, in denen sie (Vorsicht Wortspiel) in ihre Rolle als einsamer Wolf verfällt. Das macht sie so glaubwürdig, sympathisch und lebendig.

Ein tolles Buch, mit einer spannenden, fantasievollen Geschichte und liebenswürdigen Figuren. Man kann es natürlich zu jeder Jahreszeit lesen, aber ich würde es jetzt im Herbst bzw. vor Weihnachten verschlingen.


Titel: Schattenklang - Roseend 2
Autorin: Christa Kuczinski
Verlag:
Bookshouse
Preis: 3,99 € E-Book


Infos zum ersten Teil Wölfin der Lichts - Roseend 1
Rezension

Interview


Ich wünsche Euch einen rosigen Tag.

Angela


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