Freitag, 5. Februar 2016

Sherlock, die Serie

Ich habe ein Problem, denn ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll, dass dieser Post keine Lobhudelei wird. Doch, da fällt mir etwas ein, ich beginne mit den Bedenken, die ich vor dem ersten Anschauen hatte.
Skepsis. Ja, ich gebe zu, ich war voreingenommen und sehr skeptisch. Die BBC produziert hervorragende Serien, Dokumentationen und Filme. Man kann wohl sagen, BBC ist für mich ein Anschau-Argument, trotzdem war ich skeptisch, denn es ging um Sherlock Holmes.

Sherlock Holmes in der heutigen Zeit. Echt jetzt?!

Fehlt dann nicht dieses wunderbare viktorianische Flair, dass ich so sehr liebe? Gut, die Enterprise Folgen mit Data als Sherlock mag ich auch, aber die spielen irgendwie im 19. Jahrhundert, zwar auf dem Holodeck, trotzdem im 19. Jahrhundert.

Dann lief die erst Folge; Ein Fall von Pink.
Ich starrte kritisch auf den Fernseher, dachte mir, na gut, schauen wir mal, wie sie das umgesetzt haben. Die Folge fängt an. Gute Besetzung für Watson … Sehr Coole Idee mit den Einblendungen … Wann kommt die nächste Folge? Ich muss sofort die nächste Folge sehe! Ich liebe diese Serie!

Innerhalb von fünf Minuten hatte mich die Serie und das, obwohl ich wirklich Bedenken hatte.

Sherlock ist so rasant, dass ich überhaupt keine Zeit hatte skeptisch zu bleiben. Ich brauchte meine volle Konzentration, um alle Details aufzunehmen, da blieb nichts zum Rumkriteln. Aber warum sollte ich auch?


Sherlock Die Fallsammlung


Besetzung
Benedict Cumberbatch als Sherlock, Martin Freeman als Dr. John Watson, Una Stubbs als Mrs Hudson, Louise Brealey als Molly Hooper, Rupert Graves als Detective Inspektor Lestrade und Mark Gatiss als Mycroft Holmes sind eine unglaublich gute und passende Besetzung.
Jeder erweckt seine Figur auf so unnachahmliche Weise zum Leben, dass es ein Genuss ist, dieses Schauspiel zu verfolgen. Jeder bringt eine ganz eigene Art von Humor mit ein.
Der sarkastische Mycroft, die freche Mrs Hudson, der zur Resignation neigende Lestrade.
Zwischen Benedict Cumberbatch und Martin Freeman (den ich immer Morgan Freeman nennen will) herrscht von der ersten Minute an eine außergewöhnliche Chemie. Ihre Vertrautheit wird so überzeugend dargestellt, als sein sie auch im wahren Leben die besten Freunde.


Spezialeffekte
Nach der ersten Folge der zweiten Staffel Ein Skandal in Belgravia habe ich mich mit meiner Nichte wahrscheinlich (ich habe nicht auf die Uhr gesehen) eine Stunde nur über die Spezialeffekte unterhalten. Diese Szene, in der Sherlock am Fluss steht, dann fällt und in seinem Bett landet, ist so unglaublich gut gemacht. Was ich bereits oben erwähnt habe, sind die Einblendungen von SMS oder den Hinweisen, die Sherlock entdeckt. Die DVD anzusehen oder Sherlock auf Netflix/Amazon bringt einige Vorteile, was den Punkt der Einblendungen betrifft. Man kann nämlich auf Pause drücken. Beim besten Willen, so schnell kann ich die Einblendungen nicht lesen. Selbst meine bessere Hälfte, der erstaunlich schnell solche Dinge aufnehmen kann, drückt auf Pause.

Was ich zu den Spezialeffekten hinzuzähle, sind die Blogs von Sherlock und Dr. Watson. Hier finden wir eine Erweiterung der Serie, eine Vermischung von Fiktion und Realität vor, die ich einfach nur genial finde. Die Fälle, die in den Folgen nur angedeutet werden, lassen sich auf Dr. Watsons Blog wiederfinden. Auf der Seite von Sherlock gibt es die Möglichkeit Rätsel zu lösen und auf diese Weise “aktiv“ an der Aufklärung teilzunehmen.
Die Serie ist voll von diesen kleinen und großen Details, die sie zu etwas Außergewöhnlichen machen.

Inhalt
Bis jetzt sind drei Staffeln mit je drei Folgen erschienen. Zudem gibt es noch Specials, die man auf der Homepage der BBC oder auf Youtube sehen kann, jedoch ausschließlich auf Englisch. Nicht zu vergessen das (quietsch) Neujahrs-Special, welches im Viktorianischen England spielt.
Die Serie (ich benutze die Bezeichnung die Serie wie Sherlock die Bezeichnung die Frau) orientiert sich stark an den Büchern, allerdings anders als man meinen könnte. Eine Folge beinhaltet meistens mehrere Fälle, was ein nerdiger Spaß ist, denn man kann sich auf die Suche nach den Buchvorlagen machen.
Wie meistens bei englischen Serien oder Filmen besticht der Inhalt durch seine feine Nuancierung von Humor, Spannung und Drama.
Ein Beispiel. Vorsicht Spoiler!!!
Mrs Hudson und John Watson stehen am Grab von Sherlock. Ich bin noch schockiert, von den Szenen zuvor. Beide sind zu tiefst traurig, doch Mrs Hudson macht eine englisch, amüsante Bemerkung. Die Stimmung lockert sich. Dann lässt sie John allein und er spricht zu Sherlock. Der Damm bricht erneut und ich heule wie ein Schlosshund. Die Szene wechselt zu einem Baum in der Nähe des Grabs und einer Person, die sich dort verbirgt. Spannung!
Was mich natürlich auch immer wieder zum Lachen bringt, ist das vehemente Abstreiten einer Liebesbeziehung zwischen John und Sherlock von Seiten Johns. Ich finde das wunderbar, weil sie damit eine Spekulation aufgreifen, die immer wieder durch den Äther geistert.

Fazit
Sherlock ist für mich (neben Doctor Who) die beste Serie, die es zurzeit gibt. Ich liebe die Charaktere und zwar alle. Sie sind so unterschiedlich und so eigen, dass ich keinen rauspicken kann, der mir besonders gut gefällt.
Die Geschichten sind hervorragend dargestellt. Man spürt die Leidenschaft, die alle Beteiligten mit einbringen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Produzenten Steven Moffat und Mark Gatiss zwar von ihrer Idee zu Sherlock begeistert waren, jedoch Zweifel hatten, ob das Publikum diese Begeisterung teilen würde.
Was ich übrigens äußerst interessant finde, ist die Tatsache, dass ihnen die Idee im Zug (zwischen Cardiff und London) kam. Was hat es nur mit den Zügen in England auf sich? Auch Harry Potter tauchte in einem Zug vor J.K. Rowlings geistigem Auge auf.

Sherlock ist eine großartige Serie!

Nachtrag: Am 28.03.2016 läuft auf ARD um 21:45 Uhr Sherlock-Die Braut des Grauens.



Ich wünsche Euch einen großartigen Tag.


Angela



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