Freitag, 4. März 2016

Als die Genres noch überschaubar waren. Klassiker und ihre Genres; ein Überblick

Ich mag keinen Rosenkohl. Diese Aussage ist falsch!

Ich mag Rosenkohl, wenn er auf bestimmte Weise zubereitet wurde. Seit meiner Kindheit war Rosenkohl dieses bittere Gemüse für mich. Einfach gekocht oder in der Suppe schwimmend, schmeckte er mir überhaupt nicht. Dann suchteten wir die Kochvideos von Jamie Oliver. Immer wieder kam der Rosenkohl bei ihm zum Einsatz. Jamie Oliver hat diese Art einem Dinge schmackhaft zu machen, die man eigentlich nicht mag und so kamen wir auf die glorreiche Idee, dem Rosenkohl noch eine Chance zu geben (wir, weil meine bessere Hälfte auch keinen Rosenkohl “mag“).
Rosenkohl halbieren, auf der Schnittfläche anbraten, Salz und Pfeffer, Ahrhornsirup und zum Schluss Rotweinessig, das ist so unglaublich lecker. Mittlerweile ist Rosenkohl eins unserer Lieblingsgemüse.

Warum erzähle ich euch das? Weil Rosenkohl ein Klassiker unter den Gemüsen ist?

Ich erzähle euch das, weil man schnell mit einer Meinung bei der Hand ist, obwohl man gar nicht alle Facetten kennt. Als wir vor Urzeiten im Musikunterricht klassische Musik durchgenommen haben, ging ein Raunen durch die Reihen.

Urteilt nicht über Dinge, die ihr nicht kennt.

Klassische Musik ist so weitgefächert, jegliches Stück auf einen Haufen zu kehren, wäre ungerecht.
Ebenso verhält es sich mit klassischer Literatur. Die Genres reichen von Komödien bis zu Utopien. Die Schriftsteller haben alle ihren ganz eigenen Stil.

Es gibt nicht den Klassiker, also kann man auch nicht Klassiker als Solches einfach ablehnen.

Sehen wir uns als erstes einige Genres an. An dieser Stelle sei vermerkt, ich erheben bei den folgenden Posts keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Ich möchte euch lediglich eine Übersicht geben und euch neugierig machen.

Fangen wir ganz klassisch an.


William Shaespeare, Johann Wolfgang von Goethe


Tragödien und Komödien und Tragikomödien
Bereits in den Amphitheatern erfreuten sich die Menschen an den schauspielerischen Darstellungen von Freud und Leid. Der Ursprung der klassischen Literatur liegt bei den mündlichen Überlieferungen und den Theaterdarbietungen.

Tragödien befassen sich mit traurigen, dramatischen Themen. Wenn bei Shakespeare Tragödie draufstehet, dann bedeutet das auch immer jede Menge Blut und Tote.
William Shakespeare: König Lear, Hamlet, Romeo und Julia usw.

Komödien sind amüsante Verstrickungen, die sich der Gesellschaft, der Liebe, dem Miteinander widmen.
William Shakespeare: Wie es euch gefällt, Was ihr wollt, Ein Sommernachtstraum usw.
Oscar Wilde:  Lady Windermeres Fächer, The Importance of Being Earnest (Ernst sein ist alles)


Stolz und Vorurteil, Sinn und Sinnlichkeit, Gefühl und Verstand, Jane Austen


Liebesromane
Eins der beliebtesten Genres sind die Liebesromane, das ist heute so und war auch schon früher der Fall. Ich verweise ja immer mal wieder darauf, dass ich mit Liebesromanen nicht viel anfangen kann. Das muss ich ein bisschen revidieren; ich kann nicht viel mit modernen Liebesromanen anfangen. Auch hier sei wieder einmal gesagt, ich möchte nicht verallgemeinern. Bis jetzt konnte mich kein moderner Liebesroman von sich überzeugen, mir fehlt es an Spannung, Substanz und Tiefe.
Klassische Liebesromane bieten mir genau das, was mir bei den modernen fehlt. Sie spiegeln die Gesellschaft, die Gepflogenheiten der Zeit, sind teilweise kritisch. Die Charaktere sind vielschichtig, interessant und nicht perfekt.
Oft taucht das Motiv des armen Mädchens und des reichen Mannes auf, was mich bei diesen Romanen jedoch nicht weiter stört. Frauen haben erst seit kurzer Zeit die Möglichkeiten, sich beruflich auszuleben und ihr eigenes gutes Geld zu verdienen. Damals gab es nur eine Chance nicht im Armenhaus zu landen, reich oder zumindest gut heiraten.
Jane Austen: alle ihre Werke
Charlotte Brontë: Jane Eyre
Emily Jane Brontë: Sturmhöhe (Wuthering Heights)
Anne Brontë: Die Herrin von Wildfell Hall
Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers



Casanova


Erotische Literatur
Manch einen mag es erschüttern, doch die Erotik wurde nicht in diesem Jahrhundert erfunden. Erotik war schon immer ein Thema, dass die Menschen interessiert hat.
Einige der unten genannten Bücher standen sogar Jahrzehnte auf dem Index. Fanny Hill ist erst seit den 1980ern frei erhältlich, obwohl es zu der Zeit schon vergleichbare Bücher offen zu kaufen gab.

Shades of Grey ist wahrlich kein Skandalbuch, wenn man es mit einigen Klassikern vergleicht.

Marquis de Sade: Justine
Henry Miller: Wendekreis des Krebses
Giovanni Casanova: Aus meinem Leben
John Cleland: Die Memoiren der Fanny Hill

An dieser Stelle mache ich mal einen Schnitt und teile den Post auf. Zu viele Infos auf einmal, das erschlägt ja nur.

Ich wünsche Euch einen rosenkohligen Tag.

Angela

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