Freitag, 18. März 2016

Klassiker fördern das Selbstständige-Denken


Ich weiß, eigentlich wäre heute der letzte Teil der Genre-Übersicht dran. Stattdessen gibt es einen Post über die Gedanken, die ich mir zum Thema gemacht habe.

Nicht wegklicken, ich versuche mich kurz zu fassen.

Fangen wir mit den Gedanken zu einem Experiment an. Ich habe mich gefragt, ob ich mit dem gesprochenen Wort vielleicht noch ein paar Menschen mehr erreichen kann. Deswegen teste ich gerade YouTube-Videos aus.



Die zweite Frage, die ich mir gestellt habe, lautete; Warum ist mir das Thema Klassiker so wichtig?
Weil ich Klassiker mag? Korrekt!
Aber das allein ist es nicht.

Nachdem ich die ersten Videos aufgenommen habe (von denen zwei nix geworden sind. Wie gesagt ich experimentiere noch, auch mit der Technik), wurde mir bewusst, dass es noch einen Grund gibt.

Ich bin der Meinung, dass Klassiker für das Selbstständige-Denken förderlich sein können.

Wichtig

Damit sage ich nicht, dass Menschen, die keine Klassiker lesen, nicht selbstständig-denken. Ich sage damit auch nicht, dass Menschen, die Klassiker lesen mehr oder intensiver nachdenken.
Ich sage nur, dass Klassiker das Selbstständige-Denken fördern KÖNNEN (können, aber nicht müssen).

Das ist wie mit der Hirse. Sie kann die Verdauung fördern, muss sie aber nicht. Manche Menschen bekommen von Hirse Verstopfung, manche das Gegenteil, manche merken nix. Doch sie kann die Verdauung fördern.

Heute (in diesem Land, auch, wenn manche das anders sehen) kann ich meine Meinung frei äußern. Ich kann einen Post darüber schreiben, wie doof ich die Regierung finde, ich kann ein Video dazu machen oder anderweitig meine Meinung kundtun.
Was könnte mir passieren?
Es könnte sein, dass mich Menschen, die eine andere Meinung haben anpöbeln. Dass man wegen seiner Meinungsäußerung im Gefängnis landet, ist unwahrscheinlich. Das war aber nicht immer so. Seine Meinung zu äußern konnte ziemlich gefährlich werden und so nutzten einige Menschen die Möglichkeit des Geschichtenerzählens. Sie stellten reale Begebenheiten dar oder ließen ihre Charaktere bestimmte Meinungen äußern. Auch das war nicht ohne Risiko, allerdings sicherer als offen zu sagen, was man dachte.

Diese Form der Meinungsäußerung findet man heute nur selten in Unterhaltungsliteratur.

Unterhaltungsliteratur?

Viele Klassiker dienten zu ihrer Zeit der Unterhaltung. Wir empfinden sie als schwierig oder hohe Kunst, was sie auch sind (hohe Kunst meine ich), aber Charles Dickens, Jane Austen oder Mary Shelley wurden zur Unterhaltung gelesen.

Charles Dickens greift in seinen Romanen immer wieder die Thematik der Kinder auf. Er zeigt, wie Straßenkinder gelebt haben, welche Verhältnisse in Schulen herrschten und wie leicht Kinder in die Armut rutschen konnten, wenn sie nicht bereits in sie hineingeboren worden waren.

Jane Austen beschäftigte sich ebenfalls in ihren Romanen mit Armut, den Standesverhältnissen und der Stellung der Frau.

Mary Shelleys Frankenstein ist nicht einfach nur ein Gruselroman. Es geht um Einsamkeit, Ausgrenzung aus der Gesellschaft, Anderssein. Wer ist das Monster in ihrem Roman?

Klassiker bieten unglaublich gute, spannende, herzzerreißende Geschichten, Einblicke in vergangene Zeiten und noch ein bisschen mehr. Deswegen bin ich der Meinung, dass Klassiker das Selbstständige-Denken fördern können und ganz ehrlich, wenn ich sehe, was im Internet so abgeht, dann tut die Förderung not.

Es ist so wichtig, nicht alles zu glauben, nur, weil es auf Facebook steht. Es ist so wichtig, auch mal fünf Minuten innezuhalten und selbst über etwas nachzudenken. Es ist wichtig, Mitgefühl zu haben und sich in andere hineinversetzen zu können, sonst befürchte ich, dass manche von uns mit Fackeln und Heugabeln gejagt werden.


Ich wünsche Euch einen selbstständig-denken-fördernden Tag.

Angela

Keine Angst vor klassischer Literatur
Als die Gernes noch überschaubar waren
Klassiker und ihre Genres die Zweite

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