Donnerstag, 10. März 2016

Klassiker und ihre Genres die Zweite

Weiter geht es mit dem Genre-Überblick.

Kinderbücher
Klassische Kinderbücher sind eigentlich keine Kinderbücher. So wie Märchen in ihrem Ursprung kein Kinder-Erzählstoff waren. Nur, weil ein Kind der Protagonist ist, handelt es sich nicht gleich um ein Kinderbuch.
Alice im Wunderland, Peter Pan, oder Oliver Twist sind das Kinderbücher?
Ich würde sagen, es kommt immer darauf an, welche pädagogische Richtung gerade vertreten wird.
Um es einfacher zu halten, stelle ich euch einige klassische Bücher, die von Kindern handeln, als Kinderbücher vor. Meine Lieblingsbücher in diesem Genre sind Der kleine Lord und Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett.
Sie spiegeln ihre Zeit, die Gesellschaft, die Rolle der Kinder, trotzdem wirken sie märchenhaft. Oliver Twist ist mir persönlich too much reality. Alice im Wunderland und Peter Pan haben mir immer schon ein wenig Angst gemacht.

Charles Dickens: Oliver Twist
Lewis Carroll: Alice im Wunderland, Alice hinter den Spiegeln
Mark Twain: Huckleberry Finn, Tom Sawyer
J. M. Barrie: Peter Pan
Frances Hodgson Burnett: Der geheime Garten, Der kleine Lord, Prinzessin Sara
Rudyard Kipling: Das Dschungelbuch
Beatrix Potter: Die Geschichten von Peter Hase

Der geheime Garten

Romane
Denke ich an Klassiker aus dem Bereich Romane, dann fällt mir als erstes das Wort opulent ein. Sowohl von der Seitenzahl als auch vom Inhalte sind diese Bücher meistens opulent. Auch hier finden wir die Darstellung der Gesellschaft, der Probleme, doch Romane gehen noch einen Schritt weiter und beziehen moralische Diskrepanzen mit ein.
Bei Anna Karenina haben wir den Ehebruch, in Große Erwartungen werden wir Zeuge wie tiefgreifend Manipulation sein kann. Gier, Trunksucht, Neid und noch ein paar andere Themen werden bei David Copperfield aufgegriffen.

Das klingt aber alles sehr ernst.

Nicht verzagen, es gibt auch leichtere Romane wie Das Gespenst von Canterville oder Eine Weihnachtsgeschichte. Auch hier haben wir zeitgenössische Problematiken (die noch immer aktuell sind), doch werden sie uns auf eine amüsante, unterhaltende Art präsentiert.

Lew Nikolajewitsch Tolstoi: Krieg und Frieden, Anna Karenina
Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Schuld und Sühne, Die Gebrüder Karamas
Charles Dickens: Große Erwartungen, Eine Weihnachtsgeschichte, David Copperfield
Oscar Wilde: Das Gespenst von Canterville

Die Frau in weiß, Sherlock Holmes, Miss Marple

Krimis
Ich werde mich bemühen nicht in Lobhudeleien zu verfallen.
Das hervorstechendste Merkmal der klassischen Krimis ist ihr Mangel an Splatteraction. Es fließt Blut, es wird vergiftet, gequält und niedergeschlagen, allerdings mit Stil. Ich möchte an dieser Stelle ein Vorurteil aufgreifen, das ich vor zwei Sätzen selbst bedient habe.
Jack the Ripper wird den meisten ein Begriff sein. Er war nicht der einzige kranke Mörder, der sich damals rumtrieb. Es gab einige Mordfälle, bei denen nicht an Brutalität gespart wurde. Menschen wurden zerhackt und zu Pasteten verarbeitet. Zerhackt und in Flüsse geworfen. Es gab schwarze Witwen, die immer wieder heirateten, nur um ihre Kochkünste unter Beweis zu stellen.  
Damals wie heute waren die Menschen von solchen Geschichten fasziniert und das wussten die Verleger nur zu gut. Zeitungen brachten nicht nur die Neuigkeiten zu diesen Fällen, sondern auch fiktive Geschichten, die sich an der Realität orientierten.

Ich persönlich bevorzuge wenig Splatter, viel Geschichte und viele Rätsel. Klassische Krimis bieten mir genau das.

Wir finden eine Leiche, einen Drohbrief oder einen mysteriösen Hinweis. Nun beginnt die Jagd, die Suche nach Hinweisen, dem Motiv und schlussendliche dem Täter.
Besonders spannend finde ich, dass wir in den Büchern miterleben können, wie sich die Kriminaltechnik entwickelt hat. Recherche bedeutete mit Menschen reden, in Büchern nachschlagen. Spuren konnten nur mit dem Auge, der Nase, dem Mikroskop und der Chemie untersucht werden. Es gab keine Computer, DNA-Analyse oder Videoaufnahmen.

Sir Arthur Conan Doyle: Die Sherlock Holmes Reihe
Agatha Christie: Sämtliche Werke
Wilkie Collins: Sämtliche Werke (er schuf den klassischen Krimi, wie wir ihn kennen)

Das hat ja wieder wunderbar mit dem Kurzfassen funktioniert. Ein paar Genres habe ich noch, aber die packe ich in einen extra Post.

Keine Angst vor klassischer Literatur
Als die Gernes noch überschaubar waren



Ich wünsche Euch einen krimigen Tag.

Angela


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