Mittwoch, 13. April 2016

Deutschland in Angst

Ich habe versucht, mich von dem Rechten-Wahnsinn ein wenig fernzuhalten. Durch YouTube bin ich von Video zu Video gekommen und habe mich in die AfD-, Panik-, Flüchtlingsdebatte eingeschaut. Nun bin ich so emotional durcheinander, dass ich etwas schreiben muss.

Fangen wir mit der AfD an. Die Argumente dieser Gruppe sind auf so vielen Ebenen falsch, das ist unglaublich. Ich habe mir einige Interviews mit verschiedenen Personen dieser Gruppe angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass die AfD sehr gefährlich ist. Gar nicht so sehr wegen ihren wahnwitzigen, sexistischen, rassistischen, die Würde von Lebewesen verachtenden Forderungen, sondern, weil sie mit dem Feuer spielen.
Auf den Parteitreffen und Wahlveranstaltungen werden Stammtischparolen gegrölt, der Hass angefacht und bestätigt. In einer Talkshow, zwei Tage später, war dieselbe Person (die mit den Stammtischparolen) ein friedliches weltoffenes Lämmchen.
Zeitreise
Die NSDAP und vor allem Hitler wurden nicht ernstgenommen. Selbst nach der Machtergreifung der Nazis 1933 bildeten sich viele Politiker oder auch Nicht-Politiker ein, sie hätten eine leicht zu führende Marionette mit Hitler gewählt. Dem war nicht so. Diese Personen im Hintergrund, die Hitler und seinen Schlägertrupp (das war die NSDAP) für sich und ihre Belange nutzen wollten, unterschätzten den Hass, die Abgründe und den Willen dieser Gruppierung.

Die AfD ist wie diese Personen im Hintergrund. Sie nutzt Angst, Hass und noch mehr Hass für ihre eigenen Zwecke. Damit spielen sie mit dem Feuer, ein Feuer, dass sich nicht beherrschen lässt und das schnell außer Kontrolle gerät.  

Ich befürchte, dass ihnen diese Umstände nicht einmal bewusst sind.

Beispiel
Karl und Gertrude sind nette Deutsche, die ein recht gutes Leben führen. Reiheneckhaus, Auto, alle zwei Jahre in Urlaub (wenn nicht das Autor repariert werden muss oder das Dach). Die Tochter macht gerade ihre Ausbildung, der Sohn geht noch zur Schule. Es gibt mal Ärger und Streit, sie machen sich Sorgen ums Geld, die Kinder und die Zukunft. Alles ganz normal.
Ausländer (ich benutze das Wort jetzt einfach mal, weil mir nix Besseres einfällt) kennen sie von den Pizzerien, der Dönerbude und Elternabenden. Sie haben nichts gegen Ausländer. Würde ihre Tochter mit einem Türken ankommen, wäre das nicht so toll, sie würden sie aber auch nicht verstoßen. Besser wäre allerdings ein deutscher Schwiegersohn, schließlich gibt es dann weniger Konflikte (kulturelle Unterschiede und so; ihr wisst schon).
Nun kommen all die Flüchtlinge. Der Terror nimmt zu. Das Abendland soll abgeschafft werden. Karl und Gertrude sind besorgt, aber sie glauben nicht, dass das Abendland abgeschafft wird. Wobei … früher hat man nicht so viele Kopftücher gesehen … Und da hinten im Industriegebiet, steht da nicht plötzlich eine Moschee (nein, nicht plötzlich, die steht da schon seit 10 Jahren, nur da ist es keinem aufgefallen)?
Auch in dem schönen Städtchen, in dem Karl und Gertrude wohnen, wird eine Notunterkunft für Flüchtlinge errichtet und was passiert? Der Nachbar erzählt, dass der Freundin seiner Schwägerin die Handtasche gestohlen wurde. Solche Geschichten hört man ständig seit diese Flüchtlinge da sind. Das friedliche Dorf wird zum kriminellen Sumpf.
Die Besorgnis in Gertrude und Karl wächst, schließlich haben sie Kinder, die sie schützen müssen. Ihre Kinder sollen doch ein gutes Leben haben. Aber wie soll das gehen, wenn so viele Menschen kommen? Bleibt genug Arbeit über? Bleibt genug Geld über? Was ist eigentlich mit der Rente? Warum scheint sich kein Politiker dazu äußern zu wollen?
Zum Glück stehen Wahlen bevor und in der Einkaufspassage stehen die Parteien und bieten ihr Gedankengut feil. Karl und Gertrude bleiben bei der AfD hängen, finden interessant, was die zu sagen haben, denn sie sprechen ihre Ängste an.
Zwar gefällt ihnen nicht alles, was diese Leute sagen, trotzdem besuchen sie eine Veranstaltung. Der Redner spricht davon, dass man dem Volk etwas wegnehmen will. Freiheit, Familie, Geschlechterrollen, Arbeit, Rente, Sicherheit. Die Homosexuellen, der Islam, die Flüchtlinge und die Feministen, alle wollen zerstören, was sich Leute wie Karl und Gertrude aufgebaut haben.
War es zuvor nur ein Zweifel, sind sich die beiden jetzt sicher, dass ihre Existenz bedroht wird. Sie haben sich die Sorgen nicht eingebildet, sie sind real und berechtigt.
Einige Tage später brennt die Notunterkunft der Flüchtlinge. Karl und Gertrude sind wirklich nette Menschen. Freundlich, hilfsbereit. Sie finden es auch nicht richtig, dass die Unterkunft brennt, aber verstehen können sie es schon und eigentlich sind sie froh, dass diese Menschen nun aus ihrer näheren Umgebung verschwunden sind.

Es ist so leicht Angst zu schüren und Angst ist etwas, das schnell außer Kontrolle gerät. Die AfD ist gefährlich, weil sie mit etwas spielt, dass sie nicht kontrollieren kann und das macht mir Angst.


Ich wünsche Euch einen angstfreien Tag.


Angela


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