Freitag, 1. April 2016

Die aufregende Zeit der viktorianischen Literatur


Beginnen wir mit einer Frage; Warum benutze ich in der Überschrift das Wort aufregend?

Vorsicht, jetzt wird es geschichtlich. Die viktorianische Zeit lebte vom Fortschritt in den Wissenschaften, der Technologie, der Gesellschaft. Es gab mehr Zeitungen, erste Fotographien, die abgedruckt wurden. Gleichzeitig wurde mehr Menschen/Kindern der Zugang zu Schulen oder überhaupt zu Schulen ermöglicht. Nicht falsch verstehen, es gab noch immer sehr viele Menschen, die weder schreiben noch lesen konnten, doch so langsam wurden es mehr.
Die Zeitungen oder Magazine wollten natürlich Leser gewinnen oder erhalten, also wurden auch Gedichte und Geschichten abgedruckt. Die Geschichten wurden in Fortsetzungen herausgebracht, so fing man auch Leser ein, die sich kein Stück für das Tagesgeschehen interessierten. Sie kauften die Magazine, weil sie wissen wollten, wie die Geschichte weitergehen würde.
Natürlich war den Verlagen an einer Maximierung des Gewinns gelegen und so entstanden die berühmten Groschenromane (z.B. in England; Penny Dreadfuls). Diese Hefte konnten sich auch Arbeiter leisten, wurden jedoch quer durch die Schichten gelesen. Züge, Schiffe, der Fortschritt der mobilen Fortbewegung gab den Heften eine weitere Daseinsberechtigung. Sie waren dünn, leicht und somit die perfekte Reiselektüre.

Da diese Geschichten und Hefte der Unterhaltung dienten, entstanden weitere spannende Genres. Was unterhält die Menschen besser, als Abenteuer, Liebe, Grusel und Mord.
Ich persönlich liebe die Romane aus dieser Epoche. Sie leben von einer Mischung aus alt und neu.
So entwickelt Sherlock Holmes in Eine Studie in Scharlachrot ein Verfahren, mit dem man Blutflecken identifizieren kann, selbst, wenn sie z.B. herausgewaschen wurden oder schon alt sind. In dem Roman Die Frau in weiß steht unser Protagonist vor einem brennenden Gebäude. In dem Gebäude befindet sich eine Person. Nun schlägt er ein Fenster ein, damit die Person mit Luft versorgt wird. Nette Idee, doch leider keine besonders gute, da das Feuer durch Sauerstoff genährt wird. Indem er das Fenster einschlägt bekommt das Feuer mehr Sauerstoff und brennt heftiger. Heute weiß man das.
Man spürt die Spannung, Neugier und Aufregung der Zeit, natürlich auch die Ängste. Die Personen sind so lebendig, die Atmosphäre so dicht, ich kann mich in den Büchern völlig verlieren.

Ich höre manche schon wieder rufen; Ja, aber die Sprache ist so anderes, so schwer zu verstehen.
Ich denke, dass dieses Problem nur dann auftaucht, wenn man sich an dem, was anders ist, festbeißt. Wenn ich bei bestimmten Wörtern oder Ausdrucksformen immer wieder stoppe und mir denke, dass das aber komisch klingt, dann wird es schwierig. Wenn ich jedoch akzeptiere, dass man anders schrieb und sprach, einen anderen Blick auf die Dinge hatte, dann überwinde ich nach einigen Seiten das Stolpern.

Meine Aussagen gelten nicht für alle Leser. Bücher sind Geschmackssache. Ich probiere ab und an einen Liebesroman aus, akzeptiere Begebenheiten des Genres, die ich nicht mag und kann mich so trotzdem auf die Geschichte einlassen. Es ist aber nicht mein Genre und ich würde freiwillig keine zwei oder drei Liebesromane hintereinander lesen.

Ich werde hier keine Bücher auflisten, da in meinem abschließenden Post: Meine Lieblingsklassiker jede Menge viktorianische Literatur auftauchen wird. Solltet ihr trotzdem an einer Auflistung interessiert sein, dann schreibt mir das in die Kommentare.

Ich wünsche Euch einen groschigen Tag.

Angela


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