Montag, 30. Mai 2016

Drei Frauen, ein Mann, ein Garten und jede Menge Regenwürmer: Das Feld oder Archäologie für Anfänger



Nachdem abgeklärt war, dass wir einen Gemüsegarten anlegen dürfen (das sollte man unbedingt tun, wenn einem der Garten nicht selbst gehört), ging es an das Beet/die Beete.

Wir haben uns für ein Hochbeet (für Salate) und ein kleines Feld für das übrige Gemüse/Obst entschieden. Da der Garten sehr hügelig ist, fiel die Entscheidung leicht, wo das Feld angelegt werden soll. Es gibt zwei einigermaßen gerade Flächen, allerdings bietet nur die eine ausreichend Sonneneinstrahlung und ein bisschen Schatten. Da die meisten Obst- und Gemüsesorten viel Sonne brauchen, war auch diese Entscheidung schnell gefallen.

Unsere Nachbarin von Parterre begrenzte das Feld mit Steinen und dann konnte umgegraben werden. Wir haben eine normale Wiese, das bedeutet, die obere Schicht, also die Grasnarbe musste abgetragen werden, ansonsten kann man nicht unterscheiden, ob Gemüse, Gras oder Löwenzahn wächst.


Gemüsegarten für Anfänger
Links wird geharkt, rechts umgegraben und gewunken.

Spaten ungefähr eine Spatenlänge in den Boden stecken, die Erde ausheben, Grasnarbe abtrennen und auf die Seite legen. Die Grasnaben eignen sich gut als unterste Schicht für das Hochbeet und den Kompost. Der Rest der Erde bleibt im Feld, muss jedoch aufgelockert werden. Das haben wir teilweise mit den Händen, dem Spaten und der Harke getan.

Vorsicht
So eine Wiese hat jede Menge Bewohner. Kellerasseln, Käfer, Blindschleichen, Ameisen und Regenwürmer (mehr haben wir, glaube ich, nicht ausgegraben). Wir waren uns einige, dass diese Bewohner vorsichtig umgesiedelt werden sollten. Unsere Nachbarin unter uns hatte ein besonders feines Gespür dafür, Regenwürmer zu finden. Sie grub sie aus, ich sammelte sie ein und brachte sie ins Gebüsch. Es war schließlich warm und die armen Würmchen sollten ja nicht austrocknen.

Ich habe mich dabei wirklich gut gefühlt, diese kleinen Kriech- und Krabbeltierchen zu retten, bis … mir meine bessere Hälfte stecken musste, dass im Gebüsch die Amseln gewartet und sich mit Heißhunger über das Büffet hergemacht haben, das ich ihnen kredenzte.

Rettet die Würmchen (die sind wichtig für eine lockere und gute Erde), aber bringt sie besser in eine Vogel-freie-Zone.

Anlegen eines Gemüsegartens
Wichtig: Sonnenhut und Sonnencreme, sonst wird man zum Hummer.

Ich hatte an jenem Tag das erste Mal einen Spaten in der Hand. Nein, das stimmt nicht, ich hatte schon mal einen Spaten in der Hand, habe aber noch nie einen Garten umgegraben. Dementsprechend brauchte ich ein bisschen Lernzeit. Möglicherweise war ich nicht die Geschickteste, möglicherweise ist es aber auch gar nicht so einfach wie es aussieht. Zum Glück konnte ich mich an unserer Nachbarin und meiner besseren Hälfte orientieren.

Das Umgraben klappte ganz gut, wir kamen zügig voran, vor allem, weil einer von uns die Klappe bei der Arbeit gehalten hat. Deswegen finde ich es gut, wenn Männer und Frauen zusammenarbeiten, sie ergänzen sich hervorragend.
Schwierig wurde es erst, als wir auf Gold gestoßen sind. Oder wie heißen diese eckigen, roten Brocken nochmal? Ach ja, Ziegelsteine!
Prinzipiell hätten wir ebenso gut auf Gold stoßen können, denn das Haus, in dem wir wohnen, war früher eine Bank (nicht zum Sitzen). Gold haben wir nicht ausgebuddelt, dafür eine Tasse, Keramik, Ziegelsteine, Schieferplatten, Steine und etwas …
Okay, ich gebe zu, meine Phantasie ging direkt mit mir durch, ich dachte, ich hätte einen Knochen ausgebuddelt. Ich fühlte mich schon wie ein Archäologe, der das Grabmal eines ehrwürdigen Pharaos entdeckt hat … Oder wie Miss Marple. Hat jemand in tiefster Nacht seinen Ehemann verschwinden lassen?

Also … ja, meine Phantasie ging etwas mit mir durch. Es stellte sich dann heraus, dass es kein Knochen war, sondern ein … keine Ahnung, aber ich habe es aufbewahrt.  

Knochen ausgegraben?
Über sachdienliche Hinweise würde ich mich freuen.

Feld umgegraben, Grasnarben auf einen Hügel verfrachtet, fertig! Erste Etappe geschafft.

Tipp
Unterschätzt nicht die Sonne!
An einen überdimensionalen Sonnenhut hatte ich gedacht, dafür die Sonnencreme vergessen. Seit Jahrzehnten hatten ich den ersten Sonnenbrand. Es war sehr sonnig, wie man auf den Fotos erkennen kann, und ein angenehm frisches Lüftchen wehte. Das war tückisch. Erst am Abend, nach dem Duschen, bemerkte ich, dass meine Schulter und der rechte Oberarm hübsch rot glühten.
Sonnenhut auf, damit der Kopf nicht Feuer fängt und immer brav eincremen, dann klappt es auch mit der Gartenarbeit.


Ich wünsche Euch einen feldigen Tag.

Angela


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