Freitag, 20. Mai 2016

Frauen in Liebesromanen nerven, oder?

Schauen wir uns heute das Genre an, in dem ich bis jetzt nur Klischee-Modelle von Frauen gefunden habe.
Der Liebesroman.
Vielleicht liegt es an meiner Auswahl, das kann gut möglich sein. Die Liebesromane, die mir bis jetzt untergekommen sind, waren nett, konnten mich aber nicht fesseln oder gar vom Genre überzeugen. Die Geschichten waren zu vorhersehbar, die Protagonistinnen …

Mit den Protagonistinnen in Liebesromanen habe ich die meisten Schwierigkeiten, dicht gefolgt von der Darstellung der Liebe.

Die Protagonistinnen mögen Schuhe, sind chaotisch oder fühlen sich nur so, bekommen allerdings tausend Dinge gleichzeitig auf die Reihe. Sie tratschen mit ihren Freundinnen, fühlen sich zu dick und haben eine so ausgeprägte Libido, dass es mit dem Denken nur noch am Rande funktioniert.

Da wären wir dann beim nächsten Punkt: Die Liebe.
Liebe ist für mich etwas Tiefgreifendes, sie ist Magie, sie ist schwer zu verstehen und doch so einfach. Sie macht mir manchmal Angst.

Die Darstellung von Liebe in Liebesromanen ist eigentlich keine Liebe, sondern Anziehungskraft.
Der Typ ist soo heiß!
Ich stolpere über meine eigenen Füße, weil ich vor Schmachten schmelze.
Er ist nicht gut für mich, doch ich fühle mich zu ihm hingezogen.


Das ist sexuelle Liebe, Anziehungskraft, was auch ein Teil der Liebe ist, allerdings nicht die, die eigentlich Dargestellt werden soll. Diese Art von Liebe macht einen dumm. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Man verliert sich in Tagträumen. Man vergisst Termine, Hausaufgaben und den Rest der Welt. Man braucht nur Luft und Liebe.
Das ist ein tolles Gefühl (für einen selbst, für die Umwelt ist es eher nervend), doch mir reicht das nicht als spannendes Buch-Thema.

Da mir bis jetzt nur solche Liebesromane untergekommen sind, bekomme ich Zuckungen, wenn man Jane Austens Bücher oder Jane Eyre so betitelt. Was völlig widersinnig ist, da diese Bücher das erfüllen, was ich mir unter einem Liebesroman vorstelle.




Die Protagonistinnen sind intelligent, sie lassen sich nicht in eine Schublade sperren, sie stehen für ihre Überzeugungen ein. Die Liebe, die dort dargestellt wird, ist facettenreich. Es gibt Freundschaft, geschwisterliche und/oder familiäre Liebe, überzogene Liebe, Güte, leidenschaftliche Liebe und partnerschaftliche Liebe.
Selbst, wenn eine körperliche Anziehung vorhanden ist, verlieren die Damen nicht ihren Verstand. Ich erfahre in diesen Büchern viel mehr über die Gefühle und Gedanken der Charaktere. Sie kämpfen mit sich, mit Regeln und Ängste.
Was diese Geschichten für mich besonders auszeichnet, ist ihr Weg der Gleichberechtigung. Klingt erst einmal komisch, wenn man das Veröffentlichungsdatum bedenkt. Doch diese Frauen/Protagonistinnen bestehen darauf, dass eine Frau gebildet sein darf, gebildet wie ein Mann. Frauen galten damals als gebildet, wenn sie sticken, Klavierspielen, malen und sich benehmen konnten.
Das reicht unseren Protagonistinnen nicht, weil sie es langweilig finden. Sie lesen wissenschaftliche Werke, sie wollen sich mit einem Mann (Partner) auf Augenhöhe unterhalten können. Sie haben eine eigene Meinung und wissen sie zu vertreten.

Fazit
Es gibt starke, facettenreiche Protagonistinnen in Liebesromanen; in Liebesromanen der vergangenen Jahrhunderte. So seltsam es anmutet, doch die vergangenen Protagonistinnen sind so viel moderner als die modernen Protagonistinnen. Zudem geht es wirklich um Liebe, um Partnerschaft, die das Beste in einem zum Vorschein bringt, die verlorengeglaubte Emotionen weckt. Es geht darum, gemeinsam frei und man selbst zu sein.


Ich wünsche Euch einen liebenden Tag.

Angela

Mythos Bad-Boy, Anti-Frauen-Vorbilder und die Suche nach coolen Protagonistinnen

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