Montag, 23. Mai 2016

Liebe dich selbst!

Kommt es mir nur so vor oder fangen meine Post öfter Mal mit dem Satz an: “Ich habe auf YouTube ein Video gesehen, dass mich …“

… ein bisschen aufgewühlt hat, vielleicht sogar ein wenig verärgert, was weniger am Inhalt liegt als viel mehr an mir.

In dem Video ging es um das Thema Körpergefühl; um genauer zu sein, was tun, wenn man sich in seinem Körper nicht wohlfühlt? Anlass war die Mail einer jungen Frau, die unteranderem ihr Übergewicht nicht mochte.
In dem Video wurden Tipps gegeben, wie man sein Äußeres verbessern kann, um sich leichter akzeptieren zu können. Die Tipps waren gut, hilfreich, allerdings gingen sie mir nicht weit genug.

Nehmen wir das Beispiel Übergewicht. Wenn jemand dick ist, dann kann das körperliche Ursachen haben (die Schilddrüse, Lebensmittelunverträglichkeiten usw.). Weiß man, dass es an einer dieser Ursachen liegt, kann (muss nicht) das heilsam sein.

Gehen wir davon aus, es liegt keine körperliche Ursache vor. Dann hat es trotzdem einen Grund, warum eine Person zu viel oder zu viel Ungesundes isst. Wenn man diesen Grund nicht aufspürt, dann bringt es nichts, sich täglich vor den Spiegel zu stellen und zu sagen: „Ich liebe mich und meinen Körper.“

Hier ist der Punkt, der mit mir zu tun hat, warum mich das Video ein bisschen grummelig gemacht hat.
Ich habe einiges an Eso- und Selbsthilfeliteratur gelesen, unteranderem auch, weil ich es interessant finde. In erster Line suchte ich jedoch nach Wegen für mich, mit meinen Problem und mir klarzukommen.
Ihr glaubt gar nicht, wie frustrierend es ist, wenn man vier Wochen jeden Tag in den Spiegel schaut, sich sagt, wie sehr man sich mag und genau weiß, dass es eine Lüge ist. Das einzige, was das bringt, ist sich noch mehr wie ein Versager zu fühlen.

Warum funktioniert das so nicht?
Nehmen wir wieder das Übergewicht. Vielleicht isst die Person aus Einsamkeit. Das Essen macht für einen kurzen Moment glücklich und glücklich wollen wir doch alle sein. Vielleicht versucht sie so, eine Leere zu füllen, die sie in sich spürt.
Nun steht sie vor dem Spiegel und sagt sich, dass sie sich liebt, doch tief in ihr ist da diese Stimme, die ihr sagt, sie sei nicht liebenswert. Der Zauberspruch “Ich liebe mich selbst“ funktioniert nicht, weil er nicht der richtige ist, weil er die Stimme nicht bannt.

Nehmen wir an (ich greif jetzt tief in die Klischee-Kiste) die Eltern der Person haben sich scheiden lassen, als sie ein Kind war. In einem emotional überlasteten Moment sagt die Mutter: „Du bist schuld, dass dein Vater gegangen ist. Er hatte die Nase voll von deinem ständigen Jammern.“

Als Kind glaubt man seinen Eltern oder seinen größeren Geschwistern.
Die Person hat tief in sich diese Stimme, diesen Glaubenssatz, dass sie schuld ist an der Trennung, was bedeutet, sie ist so wenig liebenswert, dass nicht einmal ihr Vater etwas mit ihr zu tun haben will.
Der richtige Zauberspruch wäre also: „Ich trage nicht die Verantwortung für die Scheidung meiner Eltern!

Hat man den Glaubenssatz, den Grund gefunden, warum man nicht selbstbewusst ist oder sich nicht lieben kann, kann man an ihm arbeiten, ihn auflösen.
Läuft es gut, kann man sich auch noch mit seinen Eltern aussöhnen.

Währenddessen oder danach kann man sich vor den Spiegel stellen und sich sagen, dass man sich liebt. Jetzt funktioniert der Zauberspruch, denn die Person kann sich wirklich lieben, weil es sich nicht mehr anfühlt wie ein Lüge.

Mal wieder richtig viel geschwafelt. Was ich damit sagen wollte; wenn du dich nicht magst, weil du zu dick, dünn, groß oder klein bist, dann solltest du wissen, es gibt einen Grund für deine Gefühle. Dieser Grund ist oft eine Verletzung, die dir irgendwann einmal beigebracht wurde. Du bist toll, so wie du bist, du kannst es nur nicht erkennen.

Manchen Menschen hilft es, wenn sie sich etwas Gutes tun (baden, eincremen, Klamotten kaufen, Selbstbefriedigung usw.), weil sie sich dadurch besser kennenlernen und alte Verletzungen heilen können oder Glaubenssätze aufgelöst werden. Manche Menschen müssen sich aktiv auf die Suche machen, um z.B. die Glaubensätze aufzuspüren, in dem Fall reichen keine Klamotten, die einem gut stehen.


Ich wünsche Euch einen Tag voller Selbstliebe (ja, mir ist bewusst, dass das doppeldeutig klingt).

Angela

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