Montag, 9. Mai 2016

Meine Bücher; zu viele Frauen?

Auf der Suche nach starken/coolen Protagonistinnen bin ich an einer schlechten Rezension hängengeblieben. Geschmäcker sind unterschiedlich. Ich z.B. bevorzuge lange Sätze. Lese ich ein Buch mit sehr kurzen Sätzen, habe ich Schwierigkeiten in die Geschichte reinzufinden. Dass nicht jeder meinen Schreibstil mag, ist demnach einleuchtend, auch mir. Schreibt nun ein Leser, dass er mit meinem Schreibstil nichts anfangen konnte, dann habe ich kein Problem damit (zumindest nach drei Stunden Heulen). Nun könnt ihr wahrscheinlich erraten, um welche Art von schlechter Rezension es geht.

Richtig, eine, die ich selbst bekommen habe.


In dieser wurde mir unteranderem vorgeworfen, es sein zu viele Frauen in dem Buch vorhanden. Das hat mich wirklich bestürzt.

Vor allem hat mich bestürzt, dass sich über die Anzahl der Protagonistinnen beschwert wurde.
Titel des Buchs: Die Hexe von Hitchwick; Sug und Morgans erster Fall.
Es handelt sich um eine Reihe, in der zwei Frauen die Hauptfiguren sind.

Der Klappentext besagt, dass es um ein kleines Dorf geht, in dem Mädchen verschwinden. Angeblich steckt eine Hexe hinter diesen mysteriösen Vorfällen.

Die Hexe von Hitchwick; Sug und Morgans erster Fall

Die Rezension hat in diesem Punkt also Recht, das Buch ist frauenlastig und ich entschuldige mich, dass ich darauf nicht hingewiesen habe, weder im Titel, Untertitel, noch im Klappentext.

Mich hat diese Aussage wirklich ein bisschen geschockt.
In Sex and the City darf ein Frauenüberschuss herrschen, denn es geht um Liebe, Sex und Schuhe. In einer Reihe mit Spannung, Grusel und Gimmicks darf das nicht sein?
Entgegen der scheinbar landläufigen Meinung denke ich, dass Frauen sehr gut geeignet für solche Geschichten sind und zwar unabhängig von einem Mann, der sie rettet.
Wir haben in der Sug und Morgan Reihe zwei Frauen, die nicht nur miteinander arbeiten, sondern auch beste Freundinnen sind. Sie sind verdammt gut in ihrem Job und fähig aufeinander aufzupassen (meistens jedenfalls). Sie sind taff, zielstrebig, stark und schwach. In der einen Sekunde nörgelt Sug wegen dem Hotelzimmer, in der anderen Sekunde kämpft sie gegen ruhelose Seelen. Morgan ist fürsorglich und aggressiv.

Die weiblichen Charaktere in meinen Büchern sind facettenreich. Sie sind mutig und feige, selbstbewusst und zweifelnd, sanft und aggressiv. Im Prinzip wissen sie, was sie wollen, nur manchmal sehen sie den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Sie sind keine Übermenschen, denen alles gelingt, doch sie gehen ihren eigenen Weg, unabhängig von dem, was Frau tun sollte oder können darf.

Wieso ist das so?

Möglicherweise, weil das Frauenbild, das ich als Kind bewusst wahrgenommen habe ein schwarz-weißes war. Klingt komisch, nicht wahr? Mit schwarz-weiß meine ich nicht eine eingeschränkte gut-böse Sicht auf die Welt, ich meine Filme. Wie ihr wisst, liebe ich schwarz-weiß Filme. Die Frauen in den Filmen der 30er und 40er Jahre waren stark, selbstbewusst, intelligent, witzig, schön und facettenreich.

Diese Frauen oder besser gesagt diese weiblichen Wesen haben mich fasziniert, ich war immer hin und weg von ihnen. Ich mochte auch viele der männlichen Rollen, doch keine konnte mich so verzaubern wie die der weiblichen Rollen.

Emma und Agathe Reihe, Emma und der Fluch der Haguzza

Es ist keine bewusste Entscheidung ein Buch über eine (oder mehrere) starke Frauen zu schreiben. Die Geschichten sind da, ich schreibe sie nur auf und scheinbar sind die “Frauengeschichten“ gesprächiger. Mich stört das nicht, weil ich dankbar für die Ideen bin und weil ich finde, es kann nicht genug facettenreiche Frauen in Büchern geben.

Eine bewusste Entscheidung ist es mit dem Bild der Wartenden zu brechen. In meinen Büchern warten die Frauen oder Mädchen nicht darauf, dass der Prinz kommt, sie gerettet werden oder ihr Leben endlich anfängt. Sie stehen nicht am Spielfeldrand und schauen zu, sie mischen mit, sie spielen, fallen auf die Nase und treffen manchmal sogar das Tor.

Natürlich könnte ich die millionste Geschichte über Mädchen wartete auf die große Liebe oder Mädchen trifft Vampir schreiben (wenn die Geschichte geschrieben werden will, tue ich es natürlich), doch ich könnte auch eine Geschichte über Mädchen ist Vampir und sucht den Sinn des Lebens schreiben.
Liebe ist elementar, Liebe ist aber auch facettenreich. Es findet sich viel Liebe in meinen Büchern, in Form von Freundschaft, Verwandtschaft, Selbstbewusstsein, Leidenschaft.
Angela Gaede, Frühlingserinnerungen

Man kann Frauen, Liebe und Spannung kombinieren ohne auf Klischees und ausgetretene Schuhe zurückzugreifen. Ich gebe meinen Charakteren (auch den weiblichen) die Möglichkeit sich zu entfalten und zu entwickeln. Das können wir alle, auch im realen Leben.


Ich wünsche Euch einen sich-super-entwickelnden Tag.


Angela



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