Freitag, 13. Mai 2016

Mord und starke Frauen, warum passen Frauen und Krimis so gut zusammen?

Wo sind die starken Protagonistinnen?
Das fragte ich mich, während ich vor meinem Bücherregal stand. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, sie sprang mich geradezu an, was nicht verwunderlich ist, da Krimis ziemlich viel Bücheregal-Platz bei mir einnehmen. In meinen geliebten Krimis finden sich nicht nur starke, vielschichtige Protagonistinnen, Krimis und Frauen scheinen auch sonst gut zu harmonieren.
Frauen als Ermittler, als Täter, als Opfer, als Verdächtige.

Wie kann das sein?

Ich denke, Krimis geben Frauen die Möglichkeit sich von Klischees zu lösen, mit ihnen zu spielen. Die brave Ehefrau, die an jedem Donnerstag Teekränzchen des Frauenvereins ausrichtet, zerstückelt im Keller Menschen.
Die alte, harmlose Dame
, die mit ihrem wachen Verstand, ihrer Kombinationsfähigkeit und Beobachtungsgabe jeden Verbrecher überführt.

Krimis müssen überraschen, das schaffen sie nur, wenn sie mit dem Vorhersehbaren brechen.

Jessica Campbell, Fran Varady, Ann Granger

Eine meiner Lieblingskrimiautorinnen ist AnnGranger.
Meredith Mitchell arbeitet im diplomatischen Dienst und gerät immer wieder in spannende Mordfälle.
Jessica Campbell ist eine aufstrebende Polizistin.
Fran Varady schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch, übernimmt Detektivarbeiten und verliert nie ihren Traum vom Schauspielern aus den Augen.
Lizzie Martin besteht in einer Gesellschaft, in der Frauen nicht einmal wählen durften.

All diese Protagonistinnen haben Ecken, Kanten, Schwierigkeiten, Stärken. Sie sind vielschichtig und interessant.

Miss Marple (erdacht von der brillanten Agatha Christie) kennt wahrscheinlich jeder. Sie ist eine nette, alte, etwas verhuschte Dame, die durch ihre Lebenserfahrung und ihre Unauffälligkeit jeden Fall knackt.

Durch die Serie Miss Fisher’s Murder Mysteries bin ich auf die Bücher aufmerksam geworden. Leider ist es nicht so einfach an die deutschen Ausgaben heranzukommen. Ich habe es bei einer Rebuy-Bestellung geschafft mir den Teil: Miss Fisher fischt im Trüben von Kerry Greenwood an Land zu ziehen.
Miss Fisher ist eine Lady, der man besser nicht auf die Schuhe spukt. Sie weiß zu verführen, sich zu wehren und ihre Ziele zu erreichen.

Kerry Grenwood, Miss Fishers Murder Mysteries

Warum dürfen Frauen in Krimis taff sein? Warum dürfen sie facettenreicher sein? Weil sie überraschen müssen? Ist das der einzige Grund, oder liegt es daran, dass sich Krimis mit meistens erwachsenen Protagonistinnen an ein erwachsenes Publikum richten?

Tatsache ist, dass die Protagonistinnen in Shades of …, After …, Selection, Obsidian usw. zwischen 16 und 21 Jahre alt sind. Die Leser/innen sind allerdings teilweise weit über diesem Altersspiegel. Mit der erwachsenen Protagonistinnen Theorie bin ich möglicherweise auf der richtigen Spur, mit den jungen Leser/innen scheinbar nicht.

Was meint ihr? Lasst uns darüber reden, mich interessieren eure Ideen und Meinungen.



Ich wünsche Euch einen spürsinnigen Tag.


Angela



Themen-Monat-Mai

Mythos Bad-Boy, Anti-Frauen-Vorbilder und die Suche nach coolenProtagonistinnen

Meine Bücher; zu viele Frauen?

Mord und starke Frauen

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Auf der Suche nach facettenreichen Protagonistinnen

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