Freitag, 3. Juni 2016

Auf der Suche nach facettenreichen Protagonistinnen



Die gute Nachricht, es gibt sie, die facettenreichen, starken Protagonistinnen.
Sie tauchen in meinen Büchern auf, in Krimis und in Klassikern. Wir finden sie ebenfalls in Romanen, einigen Kinderbüchern und dem Fantasy-Genre, darauf komme ich aber gleich noch einmal zurück (erinnert mich dran). Jetzt widmen wir uns erst der Frage:

Warum gibt es so viele zweifelhafte Protagonistinnen in Jugendbüchern und modernen Liebesromanen?

Ich habe die Sache von mehreren Seiten betrachtet und bin dann zu einen recht simplen Ergebnis gekommen.

Alles eine Frage der Vermarktung!

Die netten Werbemenschen müssen sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, damit der Verkauf von alten und neuen Produkten steigt. Nehmen wir das Ü-Ei. Das Besondere an ihm ist; Spannung, Spiel und Schokolade. Nach zwanzig Jahren könnte man diesen Werbespruch als ausgelutscht ansehen. Was überlegen sich also findige Werbemenschen? Wir teilen die Ü-Eier auf. Jetzt gibt es welche für Mädchen und für Jungs.
Seit es Ü-Eier gibt, werden sie von kleinen und großen Kindern gekauft, obwohl es auch schon damals Frauen und Männer, Jungen und Mädchen gab.

Frauen stellen eine enorme Kaufkraft da, das darf man nicht unterschätzen. Umso öfter man nun bestimmte Dinge oder Must-Have’s wiederholt, umso schneller gehen sie in der Psyche auf, werden verankert und als wahr empfunden.

Beispiel
Der Diamantring, der ein MUSS für den Heiratsantrag ist, wurde von den Schmuckhändlern erfunden. Diamanten konnten in größeren Mengen abgebaut werden, wodurch sie erschwinglicher wurden und einer breiteren Masse zur Verfügung standen.
Wie bringt man diese kleinen Glitzersteine an den Mann?
Richtig, über die Frau.
Diamanten wurden zu den besten Freunden der Frau, zum Liebesbeweis und zum Verkaufsknüller.

Achtung Quantensprung!
Mit Büchern verhält es sich ähnlich.
In meiner Jugend gab es in Büchergeschäften ein Regal für Fantasy, Horror und SiFi. Ein Regal, mehr nicht. Auf den Bestsellerlisten standen Bücher, die man gerne als schwere Kost bezeichnete, Bücher, die vom Literarischen Quartett besprochen wurden.
Nun kommen wir zu den “Frauenbüchern“. Auch die gab es, allerdings nicht in der Masse; nicht als Bücher. Es gab sie jedoch als Heftchen.

Biss, die After-Reihe, die Englische-Straßen-Reihe usw., all diese Bücher wären vor zwanzig Jahren niemals als Bücher herausgebracht worden, sondern als Groschenromane.

Die Welt hat sich verändert, es gibt Amazon, Facebook, Twitter, Lovelybooks, YouTube. Die Möglichkeiten Werbung zu machen sind enorm. Haben wir jetzt die richtigen Menschen an den richtigen Orten (YouTube), die eine Vorliebe für Groschenroman-Inhalte haben, dann wird aus dem Groschenroman schnell ein Must-Have.
All die Groschenroman-Inhalte werden künstlich aufgebläht, in die hübsche Hülle eines Buchs gepackt und können so für den fünf- bis zehnfachen Preis verkauft werden.

Es lassen sich viele dieser klischeehaften Protagonistinnen finden, weil man damit Geld machen kann. Seit einigen Jahren liegt es im Trend, Frauen einzureden sie bräuchten Schuhe, Rosa und Gedöns. Um all das zu verkaufen, bedarf es Vorbilder im Fernsehen, in Büchern, auf YouTube.
Keine Sorge, der Trend wird auch wieder von einem anderen abgelöst.

Angela du wolltest doch noch …
Danke, dass ihr mich erinnert. Ich wollte euch noch ein paar Bücher mit tollen Protagonistinnen vorstellen.
Wisst ihr was, da der Post ein bisschen lang geworden ist, veröffentliche ich die Vorstellung morgen in einem Extra-Post. Während ihr wartet, könnt ihr euch die anderen Artikel der Reihe anschauen oder in meinen Büchern stöbern oder einen Kuchen backen.


Ich wünsche Euch einen werbebeeinflussungsfreien Tag.

Angela


Mythos Bad-Boy, Anti-Frauen-Vorbilder und die Suche nach coolen Protagonistinnen

Meine Bücher; zu viele Frauen?

Mord und starke Frauen

Frauen in Liebesromanen nerven, oder?

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