Freitag, 10. Juni 2016

Das Gemüsegarten-Projekt: Sehn wir mal, was wir säen

Im ersten Post, in dem ich erzählt habe, wie die Idee zum Gemüsegarten-Projekt entstanden ist, weise ich darauf hin, dass es wichtig ist, solche Dinge mit seinem Vermieter zu besprechen (wenn es halt nicht der eigene Garten ist).
Super Rat! Vor drei Tagen mussten wir dann feststellen, dass es eine winzige Verwuselung in der Kommunikation gab. Soll heißen, unsere überaus freundliche Vermieterin hat von dem Gemüsebeet erst durch meinen Blog erfahren.
An dieser Stelle noch einmal, bitte entschuldigen Sie.
Was können wir daraus lernen; besser doppelt oder dreifach nachfragen.
Unsere Vermieterin ist so nett gewesen und hat es mit Humor genommen. Wir dürfen also weitermachen. Dankeschön!

Kommen wir zum Pflanzen. Vom 11.05. bis zum 15.05. waren die Eisheiligen und eine alte Bauernregel besagt, dass man erst danach aussäen sollte. Zufälligerweise waren die Eisheiligen auch wirklich kalt, also blieben die Samentüten zu und die Kräuter und Salate im Gewächshaus. Am letzten Maiwochenende begann das Säen/Einpflanzen und wurde letztes Wochenende weitergeführt.

Selbstversorger, Gemüsegarten anlegen, Setzlinge

Setzlinge
Setzlinge sind junge Pflänzchen, die z.B. im Gewächshaus, in Töpfen bereits angezogen (ja die richtige Kleidung ist wichtig, sie sollen sich doch keinen Schnupfen holen) wurden. Wir haben Setzlinge und Samen gekauft.
Warum?
Setzlinge sparen Zeit. Sie müssen nicht mehr keimen, haben bereits ein Stück des Wachstums hinter sich, wodurch die Zeit bis zur Ernte verkürzt wird.
Erdbeeren, Salate, Zucchini, Kürbis, Radieschen, Frühlingszwiebeln, Tomaten und ein Heidelbeerbusch sind als Setzlinge ins Beet eingezogen.
Salat wächst relativ schnell, es ist demnach nicht unbedingt nötig ihn als Setzlinge zu kaufen, allerdings lächelte uns der Lollo Rosso so freundlich an, dass wir ihn mitnehmen mussten.

Vorteile
Verkürzte Erntezeit.
Die Erfolgschancen sind größer, da die Phase des Keimens eine recht heikle Phase ist.
Das Auge wird geschult. Kauft man Salatsetzlinge, sollte man darauf achten, dass die Blätter kräftig und knackig sind. Sie sollten keine Verfärbungen haben oder angeknabbert sein.
Bei Setzlingen mit Stämmen (Tomaten, Paprika, Aubergine) sollte man darauf achten, dass diese kräftig sind. Damit Tomatenpflanzen viele Früchte tragen, müssen sie beschnitten werden. Zu viele Zweige kosten zu viel Kraft, die beim Bilden der Früchte fehlt.

Samen
Manche Gemüsearten bekommt man nicht als Setzlinge. Wir haben zumindest keine in den Gartencentren gefunden. Also musste ein buntes Potpourri an Samentütchen her.
Möhren, Gurken, Stangenbohnen, Pastinaken, Rosenkohl, verschiedene Kräuter.
Es gibt losen Samen in Tüten. Es gibt aber auch Tüten, in denen sich der Samen auf Papierbändern befindet und zwar genau in dem Abstand, der zum Aussäen empfohlen wird.

Säen: Vorbereitung
1. Wir erstellten eine Liste mit den Gemüse- und Beerensorten, die wir anpflanzen wollten.
2. Informationen sammeln über die Gemüse- und Beerensorten. Das ist wichtig, denn die verschiedenen Gemüsesorten haben unterschiedliche Bedürfnisse und Eigenschaften.
Beispiel
Kartoffeln, Kürbis und Zucchini sind Starkzehren. Das bedeutet, sie entziehen dem Boden viele Nährstoffe. Würde man nun Zucchini und Kartoffeln nebeneinander pflanzen, würde die Ernte recht dürftig ausfallen. Zudem bräuchte der Boden nach der Ernte einige Zeit, um sich wieder zu erholen.

Gute und schlechte Nachbarn
Wir Menschen kommen nicht mit jedem gleich gut aus. Manche Menschen kosten uns viel Kraft, andere inspirieren oder helfen uns. So geht es auch den Pflanzen.
Zwischen oder neben Erdbeeren ist es ratsam Knoblauch, Frühlingszwiebeln oder Zwiebeln zu setzen. Sie bewahren sich gegenseitig vor Schädlingen und Krankheiten.
Zwischen Kohl sollte man Dill setzen, der hält nicht nur Schädlinge fern, sondern lockert auch den Boden durch sein zartes Wurzelgeflecht auf.
Wie der Name es schon andeutet, Bohnen und Bohnenkraut gehören zusammen, nicht nur in Gerichten.
Erbsen und Bohnen halten hingegen lieber Abstand zueinander.

Platzieren auf Papier
Wir haben das Feld in unserem Gartennotizbuch aufgezeichnet, die Gemüsesorten, Beeren und Kräuter auf Post It’s aufgeschrieben und so positioniert, dass sie gute Nachbarn haben und einen Standort, der ihren Bedürfnissen entspricht.


Einsäen
Wann sollte man säen?
Am besten an einem sonnigen Tag, nach einem regnerischen. Der Boden hat noch Feuchtigkeit gespeichert, ist jedoch nicht zu nass. Zudem lässt sich ein leicht feuchter Boden besser bearbeiten.
Mit einer kleinen Harke eine Furche ziehen (wie wir feststellen konnten, liegt die empfohlene Tiefe meistens zwischen 0,5 cm und 2 cm).
Danach das Saatgut einstreuen und leicht mit Erde bedecken.

Auf den Tütchen steht drauf, was man zu tun hat. Wie tief die Furche, wie groß der Abstand zu den Reihen und Samen sein sollte. Hilfreich sind auch Gartenratgeber oder so manche Seite im Internet.


Worauf man achten sollte!
Die Erde über dem Samen sollte locker sein (locker, aber nicht zu cool und schon gar nicht gechillt). Natürlich muss man sie ein bisschen andrücken, die Samen sollten ja an Ort und Stelle bleiben, doch bitte nicht plattdrücken, die Pflänzchen müssen sonst arg kämpfen, um ans Licht zu kommen.
Das gilt auch fürs Gießen. Zu viel gießen tut den Samen nicht gut, zudem besteht die Gefahr, dass man sie wegschwämmt.
Hier passt der Spruch: Alles in Maßen!

Geduld und ein wachsames Auge
Nun bedarf es einer Portion Geduld. Vor fünf Tagen haben wir gesät und gestern streckten bereits die ersten Gurkenpflänzchen die Blätter aus dem Boden.
Die Kartoffeln haben fast vierzehn Tage gebraucht, bis sie ein Lebenszeichen von sich gegeben haben.
Jeder braucht seine Zeit zum Wachsen. Die einen sind schneller, die anderen nicht. Wenn die ersten Pflänzchen durchbrechen ist das ein tolles Gefühl. Ich freu mir nen Ast.
Geduld ist wichtig. Ebenso ist es wichtig immer mal nachzusehen, ob alles okay ist.
Erde zu staubtrocken oder muss sie etwas aufgelockert werden oder ...

Nächsten Freitag erzähle ich euch dann etwas über Mulch (ich mag das Wort).

Ich wünsche Euch einen gärtnerischen Tag.

Angela

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