Freitag, 29. Juli 2016

Einblicke in das Arbeitsleben einer Autorin; Das Technische

Erste animierte Versuche


Ich glaube, das wird nicht nur ein Einblick, sondern auch eine Danksagung. Aber fangen wir am Anfang an.

Mein erstes Manuskript ging ganz normal an verschiedene Verlage raus. Die, die sich meldeten, lehnten es ab. Damals traf mich das, heute denke ich, dass das Buch noch nicht ausgereift war, es war jedoch nicht schlecht. Natürlich überlegte ich, die Flinte ins Korn zu werfen, aber ich konnte nicht, ich wollte Schriftstellerin werden, meine eigenen Bücher schreiben und in der Hand halten. Zur der Zeit tauchte auf einmal BOD auf. Man konnte sein eigenes Buch rausbringen, unabhängig von Verlagen, ich war neugierig und begeistert.

Nun muss man jedoch alles selbstmachen, wenn man ein Buch autonom herausbringen möchte. Ich besorgte mir ein Rechtschreibprogramm, ließ das Buch mehrmals gegenlesen und habe so viel über Grammatik gelernt, dass ich auch ein Deutschstudium hätte anfangen können.

Es folgte die Form des Buchs. Wie ist ein Buch aufgebaut, welche Abstände müssen eingehalten werden, etc.?

Nachdem die Form stand musste das Cover erstellt werden. Ich arbeitete mit drei verschiedenen Bildbearbeitungsprogrammen. Heute arbeite ich hauptsächlich mit Photoshop, was ein harter Kampf war. Dieses Programm hat mich einige Nerven und Tränen gekostet, dafür ist es aber auch eins der besten. Wenn man ungefähr weiß, wie es funktioniert, kann man tolle Sachen damit anstellen.

Nachdem ich mein Buch dann endlich in Hände halten konnte, putzte ich Klinken. Ich schrieb etliche Buchhandlungen an, mit mäßigem Erfolg. Mir wurde bewusst, dass ich von dem herkömmlichen Weg abweichen musste. Wir erstellten meine erste eigene Website (mittlerweile bin ich bei der vierten Version angelangt), Twitter-, Facebook-, MySpace- (ja, so lange ist das schon her) Profile folgten.

Nun hatte ich mein erstes Buch und eine Schublade voller Kurzgeschichten. Das E-Book trat immer mehr in den Vordergrund und ich erstellte mit Hilfe einiger Programme (z.B. Calibri) meine eigenen E-Books, die ich auf meiner Website verkaufte. Damit ich das tun konnte, gründete ich einen Verlag.


An diesem Punkt ist die Danksagung fällig. Ohne meine bessere Hälfte hätte ich das alles gar nicht machen können. Er hat sehr geduldig mit mir vorm Computer gehockt, ist mit mir die Funktionen der Programme durchgegangen, wenn ich nicht mehr weiterwusste und hat mir das Nötigste an html und einigen anderen Dingen beigebracht. Das tut er heute noch und dafür bin ich unendlich dankbar.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es immer ganz einfach war, denn ich bin nicht gerade die Geduldigste. Wenn etwas nicht funktioniert, dann werde ich knurrig. Zudem habe ich den Drang, die Dinge verstehen zu wollen. Das wiederum wirkt auch schon mal nervig.
Während wir gemeinsam vor dem Computer hockten, flogen auch mal die Fetzen. Dass er mir trotzdem immer noch hilft und Dinge erklärt macht mich umso dankbarer. Ja, der Mann hat gute Nerven.

Danke!

Der Schnulz-Bookicon

KDP kam nach Deutschland, Neobooks bot die Möglichkeit E-Books zu veröffentlichen usw. Ich probierte vieles aus. Ich machte einige Fehler.
Die Gesetzeslage für Websites und Blogbetreiber änderte sich ständig, ich musste dauernd nach Alternativen suchen. Für große Unternehmen ist das weniger Schwierig, die haben ihre IT-Abteilung, Rechtsanwälte etc. Als Ein-Frau-Show bekommt man nur einen Würgereiz. Irgendwann hatte ich die Nase voll und stampfte Verlag und Verkauf über meine eigene Website ein.

Wichtig
Ich denke, dass man als Selbstständige/r immer wieder an den Punkt kommt, wo man sein Geschäft/sein Tätigkeitsfeld verändern muss. Alles ist im Wandel, ständig, dementsprechend muss man immer wieder schauen, wo man steht, was es Neues gibt, welche neuen Möglichkeiten sich erschließen.

Damals fühlte es sich an, als hätte ich versagt, heute weiß ich, es war eine vernünftige Entscheidung. Mir geht es oft so, dass ich mich in all den Teilen, die meine Arbeit ausmachen verliere. Deswegen ist es gut, wenn ich ab und an innehalte und mich frage, wie lohnenswert ist es, in bestimmte Dinge Zeit und Energie zu investieren.

Was willst du? Ist X wirklich notwendig? Wäre es nicht besser mehr Energie in Z zu investieren?

Durch all die Tätigkeiten, das Gestalten der eigenen E-Books, das Erstellen von animierten Filmen, die Bookicon-Erfindung und Nutzung, habe ich unglaublich viel gelernt. Ich kann meine Website bearbeiten, ein bisschen html lesen, Flyer, Postkarten, Lesezeichen, Cover erstellen, mit Adobe Flash, Photoshop und etlichen anderen Programmen arbeiten und das finde ich spitze.

Ich verwende nicht immer die richtigen Termini, bekomme Wutausbrüche und verzweifle, wenn ich mich mit der technischen Seite meines Berufs beschäftige, trotzdem möchte ich sie nicht missen. Es ist cool, interessant und abwechslungsreich.

Ich wünsche Euch einen technisch einwandfreien Tag.


Angela

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