Montag, 3. Oktober 2016

Depressive Verstimmungen im Herbst und Winter

Ich bin die letzten Tage nicht so super drauf gewesen. Schwermut hat mich befallen. Das hat nichts mit dem regnerischen Wetter zu tun, doch so bin ich auf das Thema für den Post gekommen.


Ist es sehr lang regnerisch und grau, schlägt mir das auch aufs Gemüt, doch für Wetter abhängige Tiefs bin ich nicht so anfällig. Brauch ich nicht, ich habe ja meine Gedanken.
Es gibt aber viele Menschen, die auf den Herbst und Winter empfindlicher reagieren. Meine Mutter gehört z.B. dazu. Scheint die Sonne, geht es ihr meistens recht gut. Sie liebt den Sommer, mit seinen langen Tagen, seiner Wärme und Sonne. Zwei-drei Tage Regen reichen, um sie in eine depressive Verstimmung zu versetzen.

Wichtig
Ich spreche von Verstimmungen, nicht von einer ausgewachsenen Depression. Alles was ich schreibe, bezieht sich auf Erfahrungen. Ich bin keine Therapeutin, keine Ärztin und gebe auch keine psychologischen Ratschläge.
Das schreibe ich so deutlich, weil es leider sein muss, denn wie ich es schon ein paar Mal geschrieben habe, man bewegt sich bei diesen Themen auf dünnem Eis.

Rein körperlich fehlen uns ohne Sonne bestimmte Vitamine, die wir für die Hormonproduktion brauchen, was sich auf den Gemütszustand auswirken kann. Rein seelisch sind Herbst und Winter Monate, die einen mehr zum Nachdenken bringen. Manche dieser Gedanken machen melancholisch oder traurig.

Was tun?
Licht!
Tageslichtlampen können helfen, das Defizit an Sonnenlicht auszugleichen. In den skandinavischen Ländern gehören sie seit Jahren zum Standard bei Winterdepressionen. Sollte das Geld für so eine Lampe fehlen, kann man sich auch an das natürliche Tageslicht halten. Die Tage werden im Herbst zwar kürzer, trotzdem bleiben noch genug Sonnenstunden (selbst wenn die Sonne nicht scheint), um das Gemüt zu stabilisieren.

Wo findet man natürliches Tageslicht?
Richtig, draußen. Spazierengehen kann ebenfalls sehr hilfreich sein, die Schwermut zu durchbrechen. Es ist die Kombination aus Tageslicht, Bewegung und Ablenkung.
Betrachten wir die Natur, lauschen dem Rascheln in den Blättern, sehen wir uns die Herbstmode in den Schaufenstern an oder staunen über architektonische Meisterwerke, sind Kopf und Herz beschäftig. Sollte die Schwermut nur für einen Augenblick, nur für ein paar Stunden verflogen sein, so ist das trotzdem wichtig. Diese Momente erinnern uns daran, wie sich Erstaunen, Freude, Wohlbefinden, Neugier anfühlt.


Wald, Herbst, herbstlicher Wald

Depressive Verstimmungen, Traurigkeit, Angst lassen einen schnell vergessen, dass es noch andere Emotionen gibt, deswegen ist es wichtig, sich daran zu erinnern und sei es nur für einen Augenblick.

Nutze die Kraft der Farben!
Der Herbst hat tolle Farben. Rot. Grün. Gelb. Orange. Braun. Herbstfarben sind beruhigend, warm und verzückend.
Wir dekorieren mit diesen Farben. Macht mich das total fröhlich? Nein, doch streift mein Blick über die Filzdeckchen, die Eulen oder Kürbisse gehen meine Mundwinkel automatisch nach oben.
Wir mögen es gern schräg dekoriert, dass bringt mich noch schneller zum Grinsen.


Kürbis, Hokkaido, Halloweenkürbis

Wohlfühl-Literatur
Jeder, der gerne liest, hat sein eigenes Genre, welches er so bezeichnet. Bei mir sind es Krimis und Kinderbücher. Dabei kann ich meistens abschalten, die Geschichten erzeugen ein Gefühl von Behaglichkeit.
Wenn man nicht gerne liest oder gerade keine Lust hat, zu lesen, kann man sich auch in eine Serie oder einen Film fallen lassen.

Soul-Food
Wir essen, was die Saison bietet und der Herbst bietet einem grandioses Gemüse. Im Frühjahr gibt es Erdbeeren und Spargel, im Winter nicht. Der erste Kürbis wird serviert, sobald sich die Blätter verfärben und es kühler wird. Der Herbst und der Winter sind für uns die Jahreszeiten der Eintöpfe, Stews und Suppen.

kürbissuppe

Die Kürbissuppe (Rezeptauf angies-nigthcooking) verbindet die Kraft der Farben mit Soul-Food. Sie ist lecker, orange und wärmend (zudem auch noch gesund). Soul-Food bedeutet nicht, dass man sich eine komplette Tafel Schokolade wegzieht. Es können Gerichte sein, die man gerne mag, die einen an die Kindheit erinnern oder eine tolle Farbe haben. Anstatt Schokolade zu essen, kann man sie auch trinken. Eine schöne heiße Tasse Kakao oder Schokolade hat etwas Warmes und Behagliches.   

Hobbys auskramen
Puzzeln, stricken, häkeln, basteln, bauen, malen, sammeln. Die meisten Menschen haben ein Hobby oder zumindest Interessen. Schnell vergisst man das im Alltagsstress oder bei trüber Stimmung. Etwas nur für sich zu tun, was einem Freude bereitet, ohne Erwartungen (Geld verdienen, Anerkennung etc.), tut gut.

All diese Dinge zaubern depressive Verstimmungen oder Melancholie nicht weg. Sie sind kein Heilmittel. Sie dienen als Gedächtnisstütze, als Archäologe, der ausgräbt, was von der Schwermut verdeckt wurde. Sie sollen uns daran erinnern, wie sich Freude und Wohlbefinden anfühlt.


Ich wünsche Euch einen wohligen Tag.

Angela

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