Dienstag, 15. November 2016

Äpfel, die mythische Herbstfrucht

Kürbiswelt, Apfelbaum

Wir wohnen in einer Gegend, in der man an Äpfel nicht vorbeikommt. Ich glaube, wir sind noch auf keiner Landstraße gefahren, an der keine Apfelbäume standen. Manchmal säumen sie die komplette Straße, manchmal steht ein einzelner Baum am Rand eines Feldes.



Es mag an dieser Apfelmacht liegen oder auch nicht, doch seit wir hier wohnen, packt mich im Herbst die Lust auf Äpfel. Jeden Tag ein Apfel, von Oktober bis Januar, es ist fast wie eine Sucht.

Meine bevorzugte Sorte ist momentan Gala Royal. Sie sind süß, enthalten aber auch eine milde säure. Sie sehen sehr apfelig mit ihrer rot/gelben Schale aus. Neben Golden Delicious und Red Chef wirken sie eher unscheinbar, sie glänzen nicht, sie sind matt. Gerade das gefällt mir. Meine bessere Hälfte greift immer wieder zu den hochglanzpolierten, roten Äpfeln. Für mich sehen die nach purer Chemie aus, aber wenn er sie mag …


gala royal, redchef
Links; Gala Royal, rechts; Red Chef

Mein Auswahlkriterium bei Äpfel ist der Geruch und die Gala Royal riechen am apfeligsten. Oft haben Äpfel einen muffigen Geruch, als hätten sie auf dem Dachboden gelegen. Mit Sicherheit kommt der Geruch von der Lagerung. Obwohl ich ja alles schäle und mit der Schale der Geruch ebenfalls fällt, weigert sich etwas in mir, Lebensmittel zu mir zu nehmen, die muffig riechen.

Zum Thema riechen fällt mir noch etwas ein. Bereits als Kind habe ich an Dingen gerochen, vor allem an Obst. Meine Nase berührt dabei nicht das nackte Obst, trotzdem wollte mich mal ein Verkäufer aus dem Laden werfen, weil ich an einem Apfel schnupperte. Als meine Mama ihn darauf hinwies, dass sie soeben das Gleiche getan hatte, er sie jedoch nicht angesprochen habe, durfte ich bleiben und weiter schnüffeln. Es war übrigens einer dieser roten, süßen, mehligen Äpfel. Das waren die einzigen Äpfel, die ich als Kind wirklich mochte. Ich glaube, außer mir, mochte die allerdings keiner in meiner Familie.

Meine Mutter schwärmte immer von den winzigen Weihnachtsäpfeln aus ihrer Kindheit und mein jüngster Bruder war scheinbar von der Zahnpasta-Werbung gebrainwashed, denn für ihn gab es nur die knackig grünen.

Was ich besonders an Äpfeln liebe, ist ihre Vielfalt, nicht nur in punkto Sorten. Als Mus zu Kaiserschmarren oder Reibekuchen. Als Stücke in den Bräter zum Fleisch gelegt oder mit dem Rotkohl gekocht. In Pfannenkuchen. Als Kuchen, in den verschiedensten Variationen. Sie verleihen Speisen Süße oder Säure oder Beides. Als Saft sind sie lecker, als Cidre schmecken sie noch besser.

Die Vielseitigkeit des Apfels bezieht sich nicht nur aufs Essen. Er ist ein mythisches Emblem, dass für Weisheit, Macht, ewige Jugend, Sexualität und Verführung steht. Dazu am Freitag mehr auf meinem Blog Geschichten des Übersinnlichen (uebersinnliche-geschichten.blogspot.de)

Ein tolles Apfelkuchenrezept findet ihr ebenfalls ab Freitag auf NightCooking (angies-nightcooking.blogspot.de)


Ich wünsche Euch einen apfeligen Tag.

Angela


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