Donnerstag, 29. Dezember 2016

Na? Weihnachten gut überstanden?

Angela Gaede

Unser Tannenbaum steht noch, der Mandarinen-Schutzkreis hat seine Kraft voll entfaltet, vor allem bei unserem kleinen Spring ins Feld.
Was neben lecker Essen und Tannenbaum-Schmücken nicht fehlen durfte, waren einige Weihnachtsklassiker der Filmgeschichte.

Ist das Leben nicht schön mit James Stewart und Donna Reed.

Der Kleine Lord von 1980

Drei verschiedene Versionen von A Christmas Carol (Charles Dickens)

Warum erzähle ich euch etwas, dass ich euch schon hundert Mal erzählt habe?
Weil mir etwas bewusst geworden ist.

Ich sehe spezielle Filme so gerne, weil sie mich an etwas erinnern. Das ist auch der Grund, warum ich Bücher liebe. Geschichten lassen mich manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Sie helfen mir, mich an bestimmte Dinge zu erinnern.

In A Christmas Carol gibt es die Szene, in der Scrooge vom Geist der diesjährigen Weihnacht daran erinnert wird, dass man erst denken und dann reden sollte.
Am Anfang der Geschichte wird Scrooge gebeten eine Spende zu entrichten. Er weist darauf hin, dass es Gefängnisse und Armenhäuser geben, die er mit seinen Steuern finanziere. Darauf erwidert einer der Spendensammler, dass viele der Armen lieber erfrieren oder verhungern als in so ein Armenhaus zu gehen. Keine schlechte Wahl entgegnet Scrooge, so würde der Überbevölkerung Abhilfe geschaffen werden.
In der Szene mit dem Geist der diesjährigen Weihnacht, sieht Scrooge der Weihnachtsfeier seines Angestellten zu. 6 Kinder und wenig Geld, doch alle sind zufrieden, weil sie sich haben. Eines der Kinder ist krank und Scrooge fragt besorgt, ob es überleben wird. Wenn sich nichts verändert, dann wird der Stuhl leer bleiben beim nächsten Weihnachtsfest, sagt der Geist. Aber was macht das schon, so wird der Überbevölkerung Abhilfe geleistet, fügt er noch hinzu.
Scrooge ist gar nicht angetan davon, dass seine Worte nun gegen ihn verwandt werden.

Es ist leicht über eine gesichtslose Masse zu urteilen oder Dinge nachzuplappern. Es ist leicht seine Gefühle abzuschalten, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, genau hinzusehen oder 2 Minuten nachzudenken.

Ist man viel im Internet unterwegs (besonders in den Sozialen Medien), bekommt man … Nicht man! Ich bekomme schlechte Laune, habe das Gefühl, die Menschen sind nur zu Hass und Gemeinheiten fähig. Um nicht in diesem Gefühl unterzugehen, brauche ich ein Gegengewicht. Ich brauche Geschichten, die von Freundschaft, Hoffnung, Verständnis und Liebe handeln.

Die Frage ist, gibt es all diese Dinge in Wirklichkeit?
Wenn der kleine Lord älter wird und herausbekommt, dass sein Großvater gegen seine Mutter war, liebt er ihn dann immer noch ohne Vorbehalte?
Ich weiß es nicht. Ich spüre nur, dass ich diese Geschichten brauche, um zu glauben. Wenn es in der Phantasie existiert, dann vielleicht auch im realen Leben.

Das klingt nicht nur spleenig, das ist es auch, für mich ist das okay. Wahrscheinlich, weil Geschichten ein Teil meines Wesens sind.
Erzähle ich, dass ich Schriftstellerin, Geschichtenerzählerin bin, dann verdrehen manche Menschen die Augen. Schon wieder so jemand, der meint Schreiben zu müssen.
Ich schreibe nicht aus Langeweile. Es sind keine leeren Worte, wenn ich sage, dass ich Geschichtenerzählerin bin. Geschichten, Bücher, das Schreiben, all das sind Teile von mir. Seit ich mich erinnern kann, denke ich in Geschichten. Ich sehe, rieche, fühle oder höre etwas und plötzlich entfaltet sich vor meinen Augen eine Geschichte (oder Teile einer Geschichte).

Meine Schulzeit war nicht einfach. Der Schulweg (Grundschule) führte mich an einigen Plätzen vorbei, die ich lieber gemieden hätte. In der 5 und 6 Klasse war ich die meiste Zeit damit beschäftigt, nicht verprügelt zu werden. Das einzige, was mir half, waren die Geschichten, die mich umgaben. Ich flüchtete nicht vor Halbstarken, sondern vor Piraten, dem Sheriff von Nottingham, Werwölfen oder …
Ich flüchtete immer noch, trotzdem machte es die Sache … nicht leichter, es gab mir Hoffnung, unbeschadet zur Schule und zurück zu gelangen.

Eigentlich wollte ich nur sagen, dass es gut ist, ab und an eine andere Sicht der Dinge einzunehmen, Filme und Bücher können dabei helfen. Soll noch einer sagen, ich kann es nicht auf den Punkt bringen.


Ich wünsche Euch einen geschichten-inspirierten Tag.

Angela

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