Montag, 30. Januar 2017

Die Stärken eines Mannes; Macho oder Weichei?

Letzte Woche habe ich einige tolle Kommentare unter meinen YouTube-Videos gehabt, aus denen sich Gespräche entwickelten. Vornehmlich ging es um Bücher und doch um so viel mehr. Durch einen Kommentar bin ich wieder auf das Thema Bad-Boys gekommen. Letztes Jahr hatte ich das Thema bereits in einem Post aufgegriffen; hier der Link.

Ob in Filmen oder Büchern, der Bad-Boy bekommt meistens das Mädel. In den New Adult und Jugend-Büchern der vergangenen Jahre, wird der Bad-Boy als das männliche Ideal dargestellt.

Warum?

Weil er wild und stark ist?

Ist er wild? Oder weiß er einfach nicht, was er mit sich anfangen soll?

Ist er stark? Nein.

Ich schreibe nun von Männern, möchte aber dazusagen, dass ich diese Eigenschaften nicht am Geschlecht festmache. Da wir gerade über Bad Boys und die Darstellung von Männern in Literatur und Filmen schwadronieren, beziehe ich mich nur auf den Teil der Menschheit.
Für mich zeugt es von Stärke, wenn mein Partner meine Tränen aushält. Wenn er mir sagt, er wisse nicht, was er machen soll, außer da zu sein. Stärke ist, wenn man nicht wegläuft.

Prügeleien nicht aus dem Weg zu gehen, andere mies behandeln, kann jeder Idiot. Das zeugt für mich weder von Selbstbewusstsein, noch von Stärke.
Jemanden in seiner Trauer beizustehen, gemeinsam Meilen fahren, um das Lieblingsessen eines Kranken zu besorgen, die Ängste und Wünsche seines Partners ernst zu nehmen, zeugt von Stärke.

Sollte es in einer Beziehung nicht auch darum gehen, dass man sich auf den anderen verlassen kann?
Wie genau dieses “verlassen können“ aussieht, ist sehr individuell. Der eine kann unglaublich gut umarmen, ein anderer ist hervorragend im Teekochen oder im Pizza bestellen.

Es gibt eine Eigenschaft, die im Zusammenhang mit Männern und Stärke immer wieder Erwähnung findet; Gefühle zeigen.
„Wenn ein Mann Gefühle zeigt, zeugt das von Stärke.“
Dieses Argument wird gern verunglimpft und heruntergebrochen auf eine einzige emotionale Äußerung, das Weinen. Gefühle zu zeigen, beinhaltet nicht nur die traurigen Emotionen. Freude, Ausgelassenheit, Leidenschaft, Liebe. Lachen, Nähe, Wärme, Lächeln, Unsinn machen.

Ich bin dafür, dass Männer facettenreich sind und sich ihr Gefühlsleben nicht nur auf Cool-Sein beschränkt. Immer cool zu sein, ist langweilig. Für mich ist es viel schöner, wenn ich mich zusammen mit meinem Partner über Unsinn beömmeln kann. Zusammen die Farbenspiele des Himmels bei Sonnenuntergang bestaunen oder todesmutig den Navi ausschalten, obwohl man mitten auf einem Feld steht, all das macht mit zu viel Coolness nur wenig Spaß.


Ich wünsche Euch einen starken Tag.

Angela

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