Montag, 27. Februar 2017

Wenn man überhaupt keine Ideen hat …

Autorin Angela Gäde

Kennt ihr das Gefühl, wie ein Ochs vorm Berg zu stehen, so geht es mir gerade. Ich versuche Werbung (oh nein, das böse Wort) für mein neues Buch zu entwickeln und … Ebbe.


Das Buch ist wirklich gut, es sollte gelesen werden, wäre schlimm, wenn ich etwas anderes sagen würde.

Woran liegt es?

Daran, dass jeder meiner Testleser eine andere Meinung hatte?
Sehr kritisch.
Könnte kritischer sein.
Du trittst einigen Leuten auf die Füße.
Es ist sehr persönlich.


Ist es das? Fällt mir die Entwicklung von Werbung so schwer, weil es sehr persönlich ist?
Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich gerade grandios an der Werbung scheitere. Vielleicht ist es auch mein altes Problem mit der Werbung. Alle wollen auf dem neusten Stand sein, doch keiner mag Werbung.

Die macht schon wieder Werbung für ihre Bücher.

Natürlich mache ich das, es gehört zu meiner Arbeit als Schriftstellerin, ich schreibe schließlich auch, um gelesen zu werden.
Was macht der Ochse eigentlich, wenn er vor dem Berg steht? Sucht er einen Weg um den Berg herum?
Ideen-Fetzen sind vorhanden, aber … Ebbe halt.

Wat nu?

Vielleicht finde ich die Antwort in einem meiner Bücher. In letzter Zeit verwenden die Menschen, die meine Bücher lesen und mir nahestehen immer wieder Zitat (meine eigenen Zitate) gegen mich. Das ist schräg und unfair.
Letztens ist mir wieder etwas bewusst geworden, das habe ich ab und zu mal. Es gibt eine Verhaltensweise, die immer wieder aufplöppt und mir wurde bewusst, sie hat eine Verbindung zu Ereignissen aus meiner Kindheit und Jugend. Das war nicht überraschend, aber ärgerlich. Da arbeitet man an sich und schraubt an der Psyche und trotzdem beeinflusst einen die Kindheit. Ich beschwerte mich bei meiner besseren Hälfte.
„Es kann doch nicht sein, dass mich das immer noch beeinflusst. Nach so vielen Jahren muss doch mal gut sein“, lamentierte ich.
„Ich habe da etwas Interessantes gelesen. Verhaltensweisen können mit Glaubenssätzen gekoppelt sein. Diese entstehen durch einen Big Bang Vorfall oder durch stete Wiederholung, was dazu führt, dass sie sich …“, erwiderte meine bessere Hälfte.
„Ja, danke, ich habe verstanden. Du verwendest mein Buch gegen mich.“

Was würde ich mir raten, wenn ich nicht ich wäre?

Mach eine Pause, denkt an etwas anderes und lass die Ideen im Hintergrund reifen.

Oder…

Notiere dir alle Ideen, egal wie schräg oder schlecht, du musst sie ja nicht alle umsetzen, so kommst du jedoch in den Ideenfluss und wer weiß, was sich ergibt.

Irgendwie habe ich das Bedürfnis mich zu schütteln (Hände an Schultern legen und den anderen rütteln), wenn ich mir solche Ratschläge gebe. Ich meine, ich habe ja recht, aber das klingt immer so leicht, wenn ich mir so etwas sage, die Umsetzung ist gar nicht leicht.

Es war mir ein Vergnügen euch an meinem alltäglichen Wahnsinn teilhaben zu lassen. Ich werde mich jetzt erst einmal einer anderen Arbeit widmen und hoffen, dass mir eine Landkarte für den Berg in die Hände fällt.


Ich wünsche Euch eine ochse-vor-berg-lose Woche.

Angela

Kommentare:

  1. Hallo liebe Angela, streich erst einmal den Ochsen. Das ist eh ein kastriertes Rindvieh. Ich kenne nur die Kuh vor'm neuen Tor. Und Türen bekommt man immer auf - auch neue.🤗 man kann es nicht allen recht machen. Darum tut man gut daran, sich treu zu bleiben. Und immer und um jeden Preis politische korrekt ist auch fade. Darum gibt es auch keine Negerküsse mehr. Ich hatte als Kind nie Probleme damit, mich von einem lieben Neger küssen zu lassen. LG Andy

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  2. Menno - ich hatte hier doch was rein geschrieben, Angela. Auf dem Handy, was mich eh schon so nervt. Autokorrektur und so. Da könnte ich zum Neanderthaler werden. Also noch mal. Ach die Psyche, das ist wie mit dem Putzen. Wenn man zu viel in den Ecken rum sucht, findet man immer Wollmäuse. Immer. Da kann man machen was man will. Also sind die bei mir unter Artenschutz. Einmal die Woche wird geputzt und ansonsten carpe diem. Aus die Maus sozusagen.
    Meinen Mann würde ich nie nach seelischem Kram fragen. Männer sind ja schon bei Schnupfen überfordert. Unterhalten ja, damit sie das Gefühl haben, sie seine wichtig. Ich finde Männer in diesen Belangen zu pragmatisch.
    Ich habe noch nie Ambitionen verspürt, ein Buch zu schreiben. Ich habe meinen Bruder davon abhalten können, eines zu schreiben, ja das hat geklappt. Und Videos drehen. Nee. Auch nicht. So richtig kann ich dir wahrscheinlich nicht helfen. Aber raten würde ich dir, auf dein Bauchgefühl zu hören. Da sind wir den Männern genetisch im Vorteil. Und bleibe dir treu.
    Ich glaube, ich hatte vorhin noch was zu deinem Ochsen gesagt, diesem kastrierten Rindvieh. Bei mir ist das "Die Kuh vor'm neuen Tor". Genau. Türen kriegt man auf, neu oder alt. Dafür sind sie da. Lass dich nicht beirren. Habe einfach Mut zu Entscheidungen. Fragst du zehn Leute, hast du zehn Meinungen.
    Ich drücke dir die Daumen
    Liebe Grüße Andy :)

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    1. Liebe Andy,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar. Auch unsere Wollmäuse oder wie meine Nichte immer sagte Staubmoppen, stehen unter Artenschutz, wir wollen ja, dass sich alle wohlfühlen. Das Problem mit den realen und psychischen Wollmäusen ist nur, dass sie sich unglaublich gut verstecken können und dann plötzlich mitten im Flur rumliegen.
      Ich muss gestehen, was den Schnupfen angeht, bin ich sehr viel Mann, meine bessere Hälft hat dagegen überhaupt keine Probleme mit Schnupfen. Ja, wir sind in einigen Dingen etwas verdreht.
      Verdreht bin ich auch oft, was z.B. die politische Korrektheit angeht. In einigen Fällen finde ich sie gut, in anderen ... macht sie alles viel komplizierter. Versuche ich mich korrekt zu verhalten, dann endet das meistens damit, dass man sauer auf mich ist oder mich fragt, ob ich es sarkastisch gemeint hätte.
      Ich finde deinen Spruch mit der Kuh wunderbar. Ich hoffe, du verbreitest ihn fleißig. Mich hat er zum Schmunzeln und zum Nachdenken gebracht. Alles gut, das mit dem Nachdenken tue ich öfter.

      Lieben Dank für deine Worte und eine schöne Woche,
      Angela

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