Dienstag, 7. März 2017

Ich muss euch etwas gestehen


Was ein Titel, nicht wahr? Ich fand es amüsant, damit zu spielen, um hervorzuheben, wie absurd ich das Thema eigentlich finde.

Zu meinem Geständnis.

Ich lese Groschenromane und zwar gern. Keine Liebesgroschenromane, das ist nicht so meins, aber John Sinclair und nun habe ich auch noch Sherlock Holmes entdeckt. Damit nicht genug, ich schreibe auch noch Fluchtlektüre und das mit Absicht.

Was ist Fluchtlektüre?

Achtung, ich hole ein bisschen aus. Alles begann mit einem Interview, in dem Thriller als Fluchtlektüre bezeichnet wurden, da man sich in vermeintlicher Sicherheit vor einem fiktiven Bösewicht befindet. Es wurde mehr oder weniger angeprangert, dass es zu wenig Bücher gibt, die reale schlimme Themen aufgreifen und dadurch auf die Thematik aufmerksam machen.
Fluchtlektüre lässt uns vor dem Alltag flüchten. Ich dachte immer, das sei der Sinn, wenn man sich mit einem Buch zurückzieht. All das erzähle ich euch aber auch in meinem Video, also lasst uns weiter im Text gehen.

Ist es typisch deutsch alles in Kategorien zu stecken und diese zu bewerten?

Ich glaube, es ist sehr typisch deutsch, die Kategorien noch einmal in Unterkategorien zu unterteilen, die dann wieder unterteilt werden, die …
Das Bewerten ist länderübergreifend. Bestes Beispiel dafür ist das Schulwesen. In den meisten Ländern mit einem ausgeklügelten Schulsystem gibt es Schulen, auf die man unbedingt gehen muss, wenn man etwas erreichen will. Der Startpunkt befindet sich bereits im Kindergarten.
Besucht das Kind nur Kindergarten X, dann kann ja nix aus ihm werden, denn seine Chancen auf Schule Y sind gleich Null.
Dementsprechend ist es nur logisch, dass die Menschen ebenso Bücher oder Genre in gute und schlechte einteilen. Goethe lesen ist gut (intellektuell), Stephen King lesen ist naja (Fluchtlektüre halt).

Ehrlich gesagt amüsiert mich diese Einteilung, da sie von Unwissenheit zeugt. Vielleicht liegt es an meinem Hang zum Interpretieren, vielleicht ist es nur meiner Einbildung geschuldet, doch ich finde gehaltvolle Bücher überall.

Ein hervorragendes Beispiel ist Terry Pratchett und ein gutes Omen. Das Buch steckt voller Gesellschaftskritik. Gesellschaftliche Probleme, Umweltprobleme, der Mensch als solches, alles schwere Themen, die Terry Pratchett so geschickt und amüsant verpackt, dass man nicht nach 50 Seiten in Depressionen verfällt.
Stephen Kind, J.K. Rowling, Terry Pratchett, Rosemunde Pilcher, Ann Granger schaffen etwas, dass dem Feuilleton scheinbar entgeht, sie bringen Menschen zum Lesen, zum Fühlen und manche zum Nachdenken. Sie verbinden die unterschiedlichsten Menschen miteinander und sie erreichen diese Menschen.
Mir persönlich ist Stephen Kind oft zu derb, das nur vorab. Das Thema Alkoholismus und häusliche Gewalt taucht in seinen Geschichten immer wieder auf. Kämpft das Kind, die Erwachsene nun gegen das Böse, z.B. in Gestalt des Vaters oder Ehemanns, ist es auch immer ein Akt der Befreiung.
Harry Potter ist nicht nur abenteuerlich, es zeigt sehr schön den Zwiespalt zwischen Kindern und Erwachsenen. Als Erwachsener verheimlicht man Dinge vor den Kindern, um sie zu schützen. Als Kind lügt man, weil man Ärger vermeiden will oder eh nicht gehört wird.

Ich persönlich liebe die Werke von Goethe, ich mag es jedoch überhaupt nicht, sie zu interpretieren. Was habe ich das in der Schule gehasst. Für mich haben seine Werke einen ganz besonderen Zauber, der mich sehr berührt, das Zerlegen der Selbigen grenzt für mich an Werkverletzung. Nathan der Weise habe ich bis ins Kleinste analysiert. Ich verstehe die Botschaft, ich finde sie gut, trotzdem konnte mich das Stück nicht berühren.

Was will ich damit sagen. Ob ein Buch gut oder schlecht ist, ob es den Leser berührt, ihn zum Nachdenken anregt, ist sehr individuell. Meiner Meinung nach, bringt es nichts, einfach nur über ernste Themen zu schreiben, man muss die Menschen auch erreichen. Wenn man etwas mit seinen Bücher verändern will, reicht es nicht den Intellekt anzusprechen, man muss zum Herzen vordringen.


Ich wünsche Euch eine intellektuell-spaßige Woche.

Angela

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