Freitag, 22. September 2017

Frag Tante Angela: Wie man sich richtig streitet


Der Titel ist ein bisschen irreführend, denn eigentlich geht es nicht darum, wie man sich richtig streitet, sondern, wie man richtig diskutiert.

Ein Streit führt selten zu seiner Lösung.

Aber genau das, wollen wir, eine Lösung finden.

Ziele eine Diskussion
1. Situation klären
2. Sich besser fühlen
3. Ein Kompromiss finden


Um das zu erreichen, sollten wir auf ein paar Dinge verzichten.
Vermeiden
1. Vorwürfe
- denn sie führen nur zu …
-- Rückzug
-- Ablehnung
-- dicht machen
2. Beleidigungen
- bedenke, ob du so behandelt werden willst, willst du beleidigt werden?

Was sollte man stattdessen tun? Wie führt man eine Diskussion, damit sie zu einer Lösung führt?

1. Situation betrachten
- was fühle ich?
- was ist der Grund für die Wut?
- was ist der wahre Grund?

2. Grund für die Wut erkennen
- mit dem Grund können wir arbeiten.

3. Grund benennen, der anderen Person erklären
- dabei nur bei sich bleiben. Nur von sich sprechen.
-- Ich bin sauer geworden, weil … (vermeiden das Wort DU, bleib nur bei dir)

An diesem Punkt kann man wie folgt vorgehen.
1. Situation darstellen (möglichst neutral)
2. Grund für die z.B. Wut benennen
3. Wunsch äußern
Wichtig,
bleibe bei dir, so vermeidest du, in Vorwürfe abzugleiten.

4. Kompromiss finden
- Welche Bedürfnisse habe ich?
- Welche Bedürfnisse hat der andere?
- Was können BEIDE tun, verändern?

Die genannten Punkte funktionieren natürlich nur, wenn beide Parteien zu einer Lösung oder Verbesserung der Situation bereit sind. Ist das nicht der Fall, dann ist es ratsam, sich Hilfe zu suchen in Form eines Moderators, Mediators oder Paartherapeuten.


Ich wünsche Euch ein friedliches Wochenende.

Angela

Dienstag, 12. September 2017

Frag Tante Angela: Emotionen oder wie komme ich wieder runter.



Gute Nachricht, eine Emotion dauert nur durchschnittlich 15 Sekunden.
Schlechte Nachricht, davon merken wir meistens nichts.
Hat dich eine Emotion befallen, dann fühlt es sich oft so an, als wolle sie nicht mehr aufhören. Bei Glücksgefühlen ist das nicht weiter wild, aber was sollen wir bei Angst, Wut oder Traurigkeit tun?

Weil die Wut ein Gefühl ist, das fast jeder kennt, habe ich sie als Beispiel herausgegriffen und zeige euch im Video, welche Tricks ich mir angewöhnt habe, um wieder runterzukommen (um meine Gefühle zu beruhigen).

Kurze Übersichte
Strategien, um die Wut abzubauen

1. Situation verlassen
- Mit Wut im Bauch ist es nicht angebracht, Gespräche zu führen, da sie meistens in einem Streit münden.

2. Meditieren
- Mindestens 5 Minuten, um den Körper zu beruhigen.

3. Lachen
- Wichtig; es müssen richtig schlechte Witze sein.

4. Physische Aktivität (wenn meditieren und lachen nichts bringen oder nicht zu einem passen)
- Sandsack oder Kissen verprügeln.
- mit Socken werfen.
- Sport machen.

Strategien des Verstandes

1. Emotion erkennen
- Emotion erkennen, bevor sie einen komplett eingenommen hat.

2. Emotion verstehen
- Warum werde ich gerade wütend? Den Grund suchen.

Positiver Effekt, der Kopf ist beschäftigt und das Erkennen des Grundes hilft, Lösungen zu finden. Wie man diese Erkenntnisse z.B. bei einem Streit oder einer Diskussion richtig vorbringt, darüber reden wir nächste Woche.


Ich wünsche Euch einen emotional ausgeglichenen Tag.

Angela

Live-Rezi: Der Tod kommt nach Pemberley von P. D. James




Sechs Jahre sind seit der Hochzeit von Elizabeth Bennet und Mr. Darcy vergangen. Sie leben mit ihren beiden Söhnen auf Pemberley, dem Anwesen von Darcy und genießen ihr Leben, bis zu dem Abend vor dem großen Ball.
Bereits auf den ersten siebzig Seiten verdichtet sich die Atmosphäre, der Leser spürt die drohende Gefahr und fragt sich, wen es wohl erwischen wird. Eine Geistergeschichte, die sich um den Wald von Pemberley rankt, trägt maßgeblich zur Erschaffung der Atmosphäre bei, ebenso wie die Schicksale einiger Charaktere.

Ich bin hin und her gerissen. Auf der einen Seite ist das Buch brillant geschrieben. Die Sprache und die Wortwahl sind passend und geradezu superbe. Die bedrohliche, bedrückende Atmosphäre hat mich als Leser umfangen und mich davon abgehalten, das Buch aus der Hand zu legen.
Auf der anderen Seite gibt es einige Punkte, die mir nicht so sehr gepasst haben. Wirklich schwierig. Ich muss gestehen, in meine Bewertung fließt mit ein, dass "Der Tod kommt nach Pemberley" P.D. James letztes Werk ist, welches diese große Krimiautorin mit über Neunzig veröffentlicht hat.

Genaueres erfahrt ihr in den Live-Rezi-Videos zum Buch. Aber zuvor widmen wir uns der Autorin P.D. James.

Phyllis Dorothy James, Baroness James of Holland Park (03.08.1920-27.11.2014)
Mit knapp vierzig Jahren begann sie mit dem Schreiben von Kriminalromanen. Es schien ihr naheliegend, mit diesem Genre als Übung für “richtige“ Romane in die Schriftstellerei zu starten. Ihr erstes Buch “Ein Spiel zu viel“ (Cover her Face) ist ein klassischer Whodunnit. Es geschieht ein Mord, meistens innerhalb eines begrenzten Gebiets (Herrenhaus, kleines Dorf, Zug, Insel, Hotel usw.), den ein Ermittler (Detektiv, Polizist, Privatperson) aufklärt.
Ihr internationaler Durchbruch kam 1980 mit ihrem Roman “Ihres Vaters Haus“ (Innocent Blood). P.D. James gehörte zu den Krimiautorinnen, die auch in ihrem Hauptberuf mit polizeilicher Arbeit zu tun hatten. Von 1968 bis 1980 arbeitete sie für das britische Home Office, genauer gesagt für die Polizeibehörde.
Adam Dalgliesh, ein Polizist mit poetischer Ader, wurde zu dem Charakter, der am häufigsten in ihren Romanen vorkommt und sich großer Beliebtheit erfreut. Sie veröffentlichte 21 Romane von denen einige als Vorlagen für Filme genutzt wurden.

Der Tod kommt nach Pemberley
von P. D. James
Link zum Buch

Ich wünsche Euch eine krimitastische Woche.

Angela



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Freitag, 8. September 2017

Frag Tante Angela: Umarmen


Was ist denn so schwer am Umarmen?


Für mich war daran einiges schwer. Wann ist es angebracht, jemanden zu umarmen? Will der andere überhaupt umarmt werden? Mache ich es mit einer Umarmung noch schlimmer? Ist es ein Fauxpas, wenn ich nicht umarme?

Es gibt viele Gedanken, die mich davon abgehalten haben, jemanden zu umarmen. Mittlerweile habe ich für mich zwei Strategien entwickelt, um mit diesem Schwung an Fragen klarzukommen.

Strategie 1:
Fragen.
Möchtest du, dass ich dich in den Arm nehme?
Oder auch.
Darf ich dich umarmen?

Das klingt so einfach, war aber eine Herausforderung für mich.

Strategie 2:
Leichte Berührung.

Manchmal ist eine Umarmung nicht angebracht. Trotzdem verspürt man den Wunsch, mehr zu tun als nur zu reden. In solch einem Fall, kann eine leichte Berührung der Schulter oder des Arms ausreichend sein.

Im Video könnt ihr alles noch ein bisschen ausführlicher sehen und hören.


Ich wünsche euch einen umarmigen Tag.

Angela

Montag, 4. September 2017

Die Liebe kann … oder Gesichter der Liebe

Die Liebe hat viele Facetten, die von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt reichen können. Ein paar dieser Facetten habe ich in meinem Buch “Es war einmal die erste Liebe“ eingefangen.


Welche?

Hier ein paar in bildlicher Darstellung und mit Schrift, damit ihr euch keinen Wolf raten müsst 😉


                             Die Liebe kann einen zum Träumen bringen.


                                   Die Liebe kann süß wie Honig sein.


                            Die Liebe kann einen dahinschmelzen lassen.

                                    Die Liebe kann ein Geheimnis sein.

                             Die Liebe kann einen nachdenklich machen.

Ich wünsche Euch einen viel-Liebe-Tag.

Angela

Freitag, 1. September 2017

Frag Tante Angela

Ratgeber Kolumne



Ich bin emotional, leidenschaftlich, schüchtern, sensibel, kämpfe mit Angstanfällen und Panikattacken, setze mich zu schnell unter Druck, verzettle mich gern mal und manche Dinge sind mir ein Rätsel.
Damit bin ich wohl kein besonders guter Ratgeber, dachte ich.
Trotzdem schreibe ich Sachbücher und rede über meine Erfahrungen, die Strategien, die ich für mich nutze. Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung sind Steckenpferde von mir, ich bin immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen und Möglichkeiten.
Lange Zeit dachte ich, nur mir würde es so gehen, obwohl es tausende von Büchern gibt, wie man zufriedener wird, sein Leben entrümpelt und sich besser organisiert. Da hätte mir schon bewusst werden können, dass diese Bücher, nicht nur für mich geschrieben wurden. Manche Einsichten brauchen ein bisschen Zeit.


Ich bin nicht allein.

Hervorragende Einsicht. Ich könnte meine Erfahrungen, Strategien und meine Informationen mit euch teilen, aber da ist ja noch dieses kleine Problem, dass ich mich für keinen guten Ratgeber halte. Normalerweise sind Menschen, die Ratschläge geben glücklich, super erfolgreich, organisiert bis in die Haarspitzen und schaffen alles.
Oder?

Zumindest wirken sie nach außen so.
Kann ich das auch? Nein.
Ich würde mir wie ein Lügner vorkommen, denn manchmal weine ich, manchmal bin ich wütend und werfe mit Socken um mich (das ist eine andere Geschichte), manchmal weiß ich nicht, wo ich mit der Arbeit anfangen soll, manchmal habe ich Panikattacken, manchmal will ich mir einfach nur die Decke über den Kopf ziehen, manchmal vermassele ich Dinge.

Trotzdem habe ich mich entschieden eine Kolumne zu schreiben und zu drehen. Ich kann niemanden glücklicher, erfolgreicher oder beliebter machen, aber ich kann euch erzählen, wie ich es schaffe, viel länger ruhig zu bleiben, wie man sich anständig streitet, was mir bei Panikattacken hilft, wie man seinen Ex-Freund begrüßt, wie ich den Druck rausnehme, gelernt habe netter zu mir zu sein, warum Ordnung Sinn macht und noch so ein paar Dinge.


Frag Tante Angela

Meine wöchentliche Kolumne auf
www.angelagaede.blogspott.de

Ich freue mich, wäre schön, wenn ihr euch mit mir freut 😉

Ich wünsche Euch ein beschauliches Wochenende.

Angela


Montag, 28. August 2017

Verliebt oder nicht verliebt, das ist hier die Frage

jane austen, emma

Ich habe an einer interessanten Leserunde #AustenIn2017 von der BookTuberin ohwhysosad teilgenommen und mit den anderen zusammen Emma gelesen. Ein tolles Buch, auch wenn es nicht zu meinen Lieblingen von Jane Austen gehört.
Emma und Frank bilden in den Köpfen so mancher Personen bereits ein Paar, das weiß Emma und deswegen bemüht sie sich, verliebt zu sein.

Über den Punkt möchte ich heute mit euch reden. Ich fand diesen Punkt nämlich außerordentlich spannend. Emma bemüht sich wirklich nach Leibeskräften, Liebe für Frank zu empfinden. Sie überprüft ihr Verhalten, ihre Gefühle und Gedanken.
Ich bin gern mit ihm zusammen. Ich freue mich auf ihn. Der Gedanke, dass er nicht da ist, macht mich ein wenig schwermütig. Demnach muss ich verliebt sein.

Als ich diesen Abschnitt gelesen habe, musste ich eine kleine Pause einlegen und habe erst einmal in meinen Erinnerungen gewühlt.
Nein, das habe ich weder bei mir noch bei anderen erlebt. Ich kenne nur den umgekehrten Fall, dass man versucht, sich die Liebe auszureden.
Ich denke ständig an ihn, aber das bedeutet gar nichts. Ich bin nicht verliebt, wir sind nur Freunde. Das Herzklopfen kann tausend Ursachen haben, mit Sicherheit jedoch nicht Liebe.

Da mir diese Seite bekannt ist, habe ich sie sowohl in Frühlingserinnerungen, wie auch in Es war einmal die erste Liebe eingebaut.
Zweifel bezüglich der eigenen Gefühle.
Rationale Gründe, warum es ein Fehler wäre, sich zu verlieben.
Unsicherheit, ob der andere einen überhaupt mag.
Die Angst verletzt zu werden.

Ihr seht mit dem Thema kenne ich mich aus. Hat Jane Austen bei Emma über etwas geschrieben, was sie selber kannte oder hat sie es bei einer anderen Person beobachtet oder ist es ihrer Phantasie entsprungen?

Die Sicht von Emma fand ich so interessant, dass ich mich gefragt habe, ob es vielen so geht.
Warst du schon mal Nicht-Verliebt und hast versucht, dir das Gegenteil einzureden?
Wenn ja, dann würde ich mich sehr freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt. Klärt mich auf, ist es üblich?


Ich wünsche Euch eine gegenseitig-verliebte Woche.

Angela