Sonntag, 6. September 2015

Interview mit Cassandra Winter, der Autorin von Der schottische Geist (Windfall Agency 1)


Fünf Minuten Pause, also schaue ich auf Facebook vorbei (das hatte ich länger nicht getan) und entdeckte eine Ankündigung, eine Buchvorstellung.
Ich sah das Cover, den Titel und dachte, das ist mal wirklich gelungen. Dann fiel mein Blick auf den Namen der Autorin und ich wusste, wer es gepostet hatte, bevor ich das Profilbild sah. Titel, Cover und Autorenname enthalten (glaube ich) sehr viel von der Autorin, was ich einfach nur cool finde.

Cassandra Winter, Der schottische Geist (Windfall Agency 1)

Aber ich schwafle schon wieder, ohne euch zu sagen, um wen oder was es genau geht (okay, die Überschrift verrät es).
Ich bin entzückt, dass sich Cassandra Winter, die Autorin von “Der schottische Geist (Windfall Agency 1)“ einverstanden erklärt hat, meine Interview-Fragen über sich ergehen zu lassen.
Keine Ahnung warum, aber ich habe gerade Kermit in den Ohren, der “Applaus, Applaus, Applaus“ ruft. Belassen wir es dabei, ich bin merkwürdig.

Aber jetzt wirklich zum interessanten Teil.

1.) Als ich den Geist gesehen habe (ja, das tue ich öfter), natürlich den, der auf dem Cover ist, musste ich an ein paar Ohrringe aus Fimo denken. Nun trägt man Ohrringe an den Ohren, stellt sich mir die Frage, haben dir die Geister die Geschichte zugeflüstert? Oder kam die Idee zu deinem Roman anders auf?

Ich habe tatsächlich Geister-Ohrringe aus Fimo :) Ob der schottische Geist mir seine Geschichte eingeflüstert hat, kann ich nicht mehr sagen, da die Grundgeschichte schon einige Jahre auf meiner Festplatte spukte. Der Charakter, der resoluten Parker, hat nicht nur die Windfall Agency und ihre Bulldogge Queenie im Griff, sondern befand, es sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um zu den Lesern zu gelangen. Als jetzt noch Julian und Laura sich entschlossen mit auf Geisterjagd zu gehen und in meinem Kopf so real wurden, wie alte Freunde, musste ich die Geschichte noch einmal überarbeiten und in Form bringen.


2.) Lass uns Koffer packen spielen! Wenn man Mitarbeiter bei der Windfall Agency ist, was sollte man dann unbedingt in seinem Koffer haben?

Der berüchtigte Pete’s Feet Käse hält von Julian alles fern, sogar Geister.

Jede Menge Süßigkeiten, um sich von den vielen kleinen und großen Schockmomenten erholen zu können.
Salz. Nie war es so wertvoll wie bei der Geisterjagd. (Wohl wahr!)
Trittfestes Schuhwerk, auch wenn das Cover einen anderen Eindruck vermittelt. Meine Bande ist keine Highheels Company und wer schnell laufen kann, ist hier klar im Vorteil.

3.) In deiner Autorenvita kann man lesen, dass du selbst Erfahrungen mit einem Spukhaus gemacht hast, was ich übrigens sehr spannend finde. Hast du diese Erinnerungen daran in deinem Buch einfließen lassen?

Ich war noch ein Kind als meine Familie in dem Geisterhaus lebte. Uns war schon klar, dass da etwas nicht stimmte, aber die Familie, die nach uns dort einzog, brauchte tatsächliche Hilfe in Sachen Geistervertreibung. Der Geist aus dem Haus verströmte einen Vanillegeruch, was mich dazu inspirierte Raymond mit einem Lavendelduft zu versehen.  Er hat auch Türen zuschlagen lassen, aber zu meinem Glück kannte er den Trick mit dem Schlüssel nicht und so wurde ich im Gegensatz zu den Leuten im Buch nie eingeschlossen. So friedlich, wie bei uns, hat sich der Hausgeist meiner Kindheit dann wohl später nicht mehr gegeben, angeblich schwebten Dinge durchs Zimmer, die Bewohner fühlten sich bedroht, hörten Stimmen und Hundeknurren. Der Geist lieferte schon eine gute Fähigkeitspalette für Raymond. (Scheint, als sei er mit den neuen Mitbewohnern nicht zufrieden gewesen. Vielleicht hatten eure vielen Bücher eine beruhigende Wirkung auf ihn.)

4.) Durfte deine Mutter das Buch lesen, bevor es fertig war, oder erst nach der Überarbeitung? Als sie es lesen durfte, hat sie dich dann mit deinem Hund Emma vor die Tür geschickt, damit du sie nicht mit fragend, bohrendem Blick beim Lesen störst (so etwas tue ich nämlich)?

Meine Mum war in den ganzen Entstehungsprozess mit involviert. Szene für Szene, von der Idee, über ersten Satz, bis zum gedruckten Ende. Sie hat dann das ganze Buch unserer gemeinsamen Freundin Eva vorgelesen und ich gestehe, ich war meist viel zu aufgeregt, als dass ich mich dazu setzen konnte. Ich habe ganz häufig vor der Tür gestanden und gelauscht, bevor ich wieder durchs Zimmer getigert bin, immer darauf hoffend Gelächter oder ein ‚Bitte lies weiter‘ zu hören. (Das kann ich gut nachvollziehen.)

5.) Zum Entstehungsprozess des Buchs sei mir erlaubt die Frage nach den Schreibmacken zu stellen. Hast du welche? Trägst du eine Ideen-Mütze oder Motivations-Schreib-Handstulpen beim Tippen? Muss eine bestimmte Tasse mit Brombeertee vor dir stehen, damit die Ideen fließen? Oder gehörst du zu den Vampir-Schreibern, die nur nachts ans Werk gehen?

Früher musste ich Kerzen und zum Text passende Musik um mich haben, brauchte Zeit, um in die richtige Stimmung zu gelangen, mich wieder in meine Geschichte einzuleben. Jetzt fließen die Texte einfach so aus mir heraus,  zumindest an 90% der Schreibtage. Ich brauche dafür aber Ruhe, sogar leise Musik stört mich. Auch brauche ich jede Menge Tee und Kaffee, die immer griffbereit in einer Thermoskanne darauf warten, meine Tasse wieder zu füllen.

6.) Nach so vielen Glückwünschen in den sozialen Netzwerken und der ersten 5 Sterne Rezension, hat da die Aufregung nachgelassen? Ich gehe mal davon aus, dass du vor der Veröffentlichung etwas aufgeregt warst, aber korrigier mich, wenn ich falsch liege.

Etwas aufgeregt?!? Dieses Buch hat mich eine ganze Menge Nerven gekostet. Schreiben ist die eine Sache, aber alle Arbeiten, die ein Verlag einem Autor abnimmt, musste ich selber stemmen. Ob Bildauswahl, Cover, Korrekturen und Buchsatz stammen von mir und ich habe mir diese ganzen Schritte beigebracht, da sich keiner aus meinem Freundeskreis damit auskannte. In diesem Buch steckt also jede Menge von mir und wann immer ich bei Facebook oder Instagram sehe, dass jemand mein Buch liest, wird mir ein wenig flau im Magen. Beim nächsten Buch wird bestimmt alles viel einfacher und entspannter, aber ob sich das Lampenfieber dadurch legen wird, bezweifle ich ganz stark. (Ich würde dir gerne sagen, dass es sich legt, aber … Bei mir zumindest nicht und mich kosten die Arbeiten, die du aufgezählt hast, immer noch Nerven, vor allem, wenn mal wieder etwas nicht funktioniert. Aber das ist okay ;) )

7.) Windfall Agency 1, deutet das womöglich daraufhin, dass du bereits an einem zweiten Teil schreibst?

Nein, im Moment schreibe ich an einem Märchen, dass ich meiner Mutter ganz fest versprochen habe und da wollen noch ein paar andere Bücher vorher zur Welt gebracht werden, bevor Julian & Co. wieder auf Geisterjagd gehen werden. Ich habe mir vorgenommen,  meine Leser aber nach Möglichkeit nie mit einem Cliffhanger stehen zu lassen, weil ich das selber nicht besonders gut leiden kann. (Danke dafür!)

8.) Mit “schottisch“ und “Geist“ weckt man meine Aufmerksamkeit (und auch mit dem hübschen Blau und dem tollen Koffer), ich bin demnach gespannt darauf es zu lesen. Wer darf noch gespannt sein, welcher Leserschaft wird “Der schottische Geist“ besonders gut gefallen?

Ich schreibe für alle Leser, die sich ihr inneres Kind erhalten haben und früher gerne heimlich, mit der Taschenlampe unter der Bettdecke, in ihre Buchwelten abgetaucht sind. Meine Bücher folgen der Tradition von Kinderbüchern wie ‚TKKG‘ oder den ‚Fünf Freunde‘ Büchern – Fantasy mit Wohlfühlfaktor und leichter Gänsehaut, nur jetzt für Erwachsene.



Ich danke dir vielmals für die Zeit, die du dir genommen hast und für die offenen und interessanten Antworten. Es hat mir großen Spaß gemacht. Viel Erfolg für dein Buch und mögen sich die Nerven schnell erholen.


Titel: Der schottische Geist(Windfall Agency 1)
Autorin: Cassandra Winter
Preis: E-Book: 2,99€/ Print-Ausgabe:9,90€
Autorenseite: Facebook


Ich wünsche Euch einen schottisch-spukigen Tag.

Angela

Kommentare:

  1. Danke für das tolle Interview. Wer jetzt noch keine Lust auf das Buch hat, dem ist nicht zu helfen :D
    LG Julia

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  2. Liebe Julia,

    dem kann ich nur zustimmen.

    Einen schönen Sonntag noch,
    Angela

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